Winnenden/Stuttgart Überfüllte Züge: Mehr Platz für VfB-Fans nach Heimspielen?

Mehr Menschen am Bahnsteig in Bad Cannstatt als Platz im Zug. Foto: ZVW/Frank Nipkau

Winnenden/Stuttgart.
55 000 Menschen im Stadion, Frühlingsfest auf dem Wasen, die Bahnsteige in Bad Cannstatt sind voller Menschen. Trotzdem fährt der Regionalzug nach Schwäbisch Hall nur mit einem Triebwagen ein. Die Folge: Der Zug ist „dramatisch überfüllt“. Die Politik hat das Thema jetzt aufgegriffen.

Am 26. Juli startet der VfB Stuttgart mit einem Heimspiel gegen Hannover 96 in die neue Fußball-Saison. Und immerhin das Problem ist erkannt. Das Verkehrsministerium des Landes hat auf Anfrage des Winnender Landtagsabgeordneten Siegfried Lorek (CDU) die Auslastung der Züge vor und nach den Heimspielen des VfB Stuttgart veröffentlicht. Die Zahlen liegen auch deshalb vor, weil die neuen gelben Regionalzüge die Fahrgäste automatisch zählen können.

Das Ergebnis: Auf der Murr-Bahn reichen die Kapazitäten aus, wenn der Regionalzug aus zwei Triebwagen mit jeweils 215 Sitzplätzen besteht, schreibt Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). „Fährt nur ein Triebwagen, kommt es bei einzelnen Fahrten zu teilweise dramatischen Überfüllungen“ – mit bis zu 400 Fahrgästen.

"Die Zugkapazitäten sind auf Kante genäht"

In den vergangenen Monaten sei auf der Murrbahn die Möglichkeit zur Zugverstärkung regelmäßig genutzt worden, heißt es in der Antwort. Allerdings konnten die Bestellungen des Landes nicht immer von der Deutschen Bahn umgesetzt werden. Denn die Bahn leidet auf der Murr-Bahn unter Fahrzeugmangel. „Seit Herbst letzten Jahres steht uns von insgesamt zwei Reservefahrzeugen nur eines zur Verfügung, weil das andere Fahrzeug am Dachaufbau beschädigt wurde und repariert werden muss“, erklärt ein Bahnsprecher.

Am Mittwoch ist die Lage nach den Heimspielen Thema im Verkehrsausschuss des Landtages. „Die Zugkapazitäten sind auf Kante genäht und die Züge immer wieder maßlos überfüllt“, sagt Siegfried Lorek. Er will sich dafür einsetzen, dass die Kapazitäten einzelner Zugverbindungen gezielt erhöht werden.

Verkehrsminister Hermann weist auch den Weg, wie es geht: Das Land habe das Recht, von der Bahn Zugverstärkungen zu verlangen. Dazu müssten Fristen eingehalten werden: zwei Woche für zusätzliche Züge, eine Woche für mehr Triebwagen.

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