Winnenden Tempo 20 oder 30 am Kronenplatz?

Ein Luftbild vom Kronenplatz in Winnenden. Foto: ZVW/Benjamin Büttner (Archiv)

Winnenden. Der Kronenplatz, die Mitte des ganzen Straßenzugs der alten B 14, wird auf jeden Fall große Flächen für Fußgänger bekommen, darin sind sich Planer, Oberbürgermeister und Gemeinderäte einig. Die Frage ist nur: Soll dort Tempo 30 gelten und dafür eine Fußgängerampel bleiben? Oder Tempo 20 ohne Ampel?

Die ALi-Fraktion hat Tempo 20 beantragt und es stellte sich in der Diskussion heraus, dass für Tempo 20 der Kronenplatz einheitliche Pflaster bekommen müsste, ohne erkennbare Fahrbahn und ohne Absetzung. Ungefähr so wie in der Dorfmitte von Birkmannsweiler wäre es dann, erklärte OB Holzwarth in der Diskussion. So eine Fläche nennt sich dann „Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“. Autofahrer und Fußgänger müssten gegenseitig Rücksicht nehmen und aneinander vorbeikommen. Die ALi bevorzugt diese Regelung, und einige Stadträte anderer Fraktionen finden diese Überlegung auch gut.

Ampel und Insel am Kronenplatz?

OB Holzwarth und Verkehrsplaner Jürgen Karajan schlagen eine andere Platzgestaltung vor: Tempo 30 soll erlaubt sein. Der ganze Platz wird gepflastert, aber die Fahrbahn soll sich durch dunklere Pflastersteine abheben vom hell gepflasterten Fußgängerbereich, und zwischen Fußgängern und Autos soll es einen drei Zentimeter hohen Absatz geben. Eine Ampel würde bestehen bleiben, und sie könnte genutzt werden von Fußgängern, müsste aber nicht, sie dürften überall über die Straße gehen, wenn sie achtsam sind. Ein Modell dieser Art besteht bereits in Ulm. OB Holzwarth empfiehlt es, und auch FWV-Stadtrat Erich Pfleiderer bevorzugt es. Er hat den Platz in Ulm gesehen und sagt: „Dort ist auch Tempo 30, aber die Autofahrer fahren trotzdem alle langsamer, wenn sie Menschen auf der Straße sehen.“ Eine Ampel ist dort auch. Holzwarth bat die Gemeinderäte darum, die Ampel am Kronenplatz und die vorgeschlagene Mittelinsel zu bauen. Es sei für Fußgänger sicherer.

Wie die Entscheidung ausfallen wird, weiß man noch nicht. Markus Siegloch von den Freien Wählern missfällt die Ampel: „Mich stört das, diese Ampel und die Querungshilfe. Wenn eine Ampel auf Rot steht, würde ich mich schwertun, daneben einfach rüberzugehen. Mir persönlich würde Tempo 20 ohne Querungshilfe und Ampel besser gefallen.“

Kante wird für Radler zur Gefahr

Bei Tempo 30 wäre auch die Fahrbahn mit einem Absatz von drei Zentimetern abgesetzt. CDU-Stadtrat Siegfried Lorek würde auf diese Kante gerne verzichten: „Sie ist für Radfahrer gefährlich.“ Das gesteht auch Verkehrsplaner Karajan zu, meint aber: „Dann fällt der Schutz für die Fußgänger weg, den die Kante bietet.“

Eine durchgehende Fläche auf dem Kronenplatz würde Autofahrer zum Überholen von Radlern verlocken, meint der Verkehrsexperte. Trotzdem, sagt Lorek: „Für Radler wäre es eine gefährliche Situation.“

Variante mit Tempo 20 wird geprüft

OB Holzwarth entnahm der Diskussion um die Platzgestaltung, dass die Variante ohne sichtbare Fahrbahn und Kante geprüft werden muss, und dass Verkehrsplaner Karajan aufzeigen soll, welche Folgen Tempo 20 am Kronenplatz hätte. Dann könne der Gemeinderat neu entscheiden. „Wir prüfen eine Variante mit Tempo 20 am Kronenplatz und mit Tempo 30, eventuell 40 auf der weiteren Straße.“

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