Winnender Polizeistatistik 2018 Einbrüche weiter rückläufig, Sexualdelikte nehmen zu

Symbolbild. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Winnenden. Friedhelm Veigel, stellvertretender Leiter des Polizeireviers in Winnenden, stellte am Dienstagabend im Gemeinderat die Polizeistatistik für das abgelaufene Jahr vor und hatte dabei größtenteils positive Nachrichten zu verkünden.

Denn nahezu alle Zahlen, die Veigel präsentierte, sind im Vergleich zu den vergangenen Jahren rückläufig. Blickt man auf die Delikte der Großen Kreisstädte im Kreis, die die Polizei jeweils auf 100 000 Einwohner hochgerechnet hat, schluckt man womöglich zunächst. Winnenden steht mit 5428 Fällen auf dem zweiten Rang, hinter Fellbach. Backnang, Waiblingen und Schorndorf liegen allesamt hinter Winnenden, obwohl dort mehr Menschen leben.



„Das liegt daran, dass Winnenden soziale Einrichtungen wie das ZfP oder die Paulinenpflege hat, die den anderen Städten fehlen. Zehn Prozent der Delikte spielten sich dort ab. Ohne diese zehn Prozent wäre Winnenden auf dem Niveau von Waiblingen“, berichtete Veigel. 2017 waren es in Winnenden noch 5840 Delikte auf 100 000 Einwohner gerechnet.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung steigen stark an

Einen Anstieg hatte Veigel bei den Fällen zu Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu vermelden. Darunter fallen unter anderem Fälle wie exhibitionistische Handlungen, die Erregung öffentlichen Ärgernisses oder auch sexuelle Belästigungen. Bereits von 2016 auf 2017 war ein Anstieg von sieben auf 25 Fälle zu verzeichnen. 2018 waren es gar 44, wovon 38 aufgeklärt werden konnten.



Die Gründe für diesen Anstieg erklärte Veigel so: „Im April 2017 kam es zu einer Gesetzesänderung, die sich 2018 zum ersten Mal auf ein komplettes Jahr ausgewirkt hat. Das Thema Anfassen und Grapschen war zuvor ein Beleidigungsdelikt und wurde zum Sexualdelikt hochgestuft. 2018 kam es in Winnenden zu 16 solcher Fälle.“ Zu einer Vergewaltigung kam es in 2018 nicht, im Vorjahr waren es noch drei Fälle. Ein Drittel der 44 Straftaten wurde in den sozialen Einrichtungen begangen.

Erfreuliches, was die Einbruchszahlen betrifft

Beim Thema Einbrüche sind die Zahlen in Winnenden erfreulicherweise rückläufig. Waren es 2015 noch 44 Vorfälle, nahm die Zahl seither stetig ab. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 14 an der Zahl. „Diese Reduzierung stellen wir jetzt seit einigen Jahren fest. Vom Höchstwert 2015 sind wir glücklicherweise sehr, sehr weit entfernt“, sagte Veigel. Darauf, dass Banden diese Einbrüche verübt haben, hat die Polizei keine Hinweise. Jedoch konnten nur drei der 14 Einbrüche aufgeklärt werden.



„Dabei hat es sich um familiäre Geschichten gehandelt“, sagte Veigel. Einen Schwerpunkt, den die Polizei in Winnenden besonders im Auge hat, gibt es momentan nicht. „2017 haben wir immer wieder die Gegend um den Zipfelbach beobachtet, da es dort vermehrt zu exhibitionistischen Vorfällen kam. 2018 hatten wir davon aber nur noch einen Fall. Ansonsten beobachten wir natürlich immer den Bahnhof“, so Veigel.

Nachts und am Wochenende nur eine Streifenbesatzung

Insgesamt kam es 2018 in Winnenden im Schnitt zu 33 Polizeieinsätzen pro Tag. „Das heißt, dass wir alle 45 Minuten zu einem Einsatz gefahren sind“, berichtete Veigel, der von einer schwierigen Personalsituation sprach. „Im letzten Dreivierteljahr mussten wir nachts und am Wochenende mit nur einer Streifenbesatzung auskommen. Das hat uns nicht glücklich gemacht.“


Der beste Wert der letzten zehn Jahre

  • Die Täter in Winnenden sind zu 80 Prozent männlich. „Das ist aber keine Winnender Spezialität“, berichtete Veigel.
  • In 278 Fällen waren Ausländer für Straftaten verantwortlich. 2017 waren es noch 309. Ausländische Straftäter in Winnenden kommen hauptsächlich aus der Türkei, Griechenland, Italien und Gambia.
  • 78 Tatverdächtige waren Flüchtlinge. 2017 waren es 99, 2016 85.
  • Was die Unfälle angeht, gibt es seit 2015 eine Zunahme. Im Stadtgebiet Winnenden kam es 2018 insgesamt zu 415 Vorfällen. 2017 waren es noch 362.
  • Die Anzahl der einfachen Diebstähle ist rückläufig. 2018 kam es zu 233 Fällen, 2017 zu 324.
  • Auch die Anzahl der Körperverletzungen sank von 294 (2017) auf 220.
  • Insgesamt ging die Kriminalität von 1644 gemeldeten Fällen (2017) im Jahr 2018 auf 1539 zurück. „Im Zehn-Jahres-Vergleich ist das der beste Wert“, berichtete Veigel.
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