Winterbach Antworten zum Masernschutzgesetz

Zweimal muss man sich piksen lassen, damit eine Masernimmunität erreicht ist. Foto: fotolia/stalnyk

WinterbachWas ist ab dem 1. März zu beachten? Wer muss geimpft sein und bis wann? 

Für wen gilt die Impfpflicht?

Für alle, die nach 1970 geboren sind und sich regelmäßig in Schulen, Kitas, Gemeinschafts- und Ausbildungseinrichtungen, in denen überwiegend Minderjährige betreut werden, aufhalten – also Kinder und Jugendliche genauso wie Lehrer und Erzieher oder andere, die dort arbeiten. Auch Tageseltern können betroffen sein.

Ab wann muss man die Impfung nachweisen?

Das Gesetz tritt zum 1. März in Kraft. Alle Kinder und Jugendliche, die in eine Kita, Schule oder vergleichbare Einrichtung aufgenommen werden, und alle Beschäftigten, die dort neu anfangen zu arbeiten, müssen ab dann zwingend den Impfschutz nachweisen. Alle, die bereits vor dem 1. März eine Kita oder Schule besucht haben oder dort beschäftigt waren, haben bis zum 31. Juli 2021 Zeit, die Impfung nachzuweisen.

Wie weist man die Impfung nach?

Da in der Regel die Masernimmunität durch zweimaliges Impfen erreicht wird, müssen die beiden auch schon bisher von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Impfungen nachgewiesen werden, zum Beispiel durch die Einträge im Impfpass. Wer schon einmal an Masern erkrankt war, kann eine ärztliche Bescheinigung zur Immunität bekommen und vorlegen. Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden dürfen, müssen ein Attest vorlegen.

Was passiert, wenn jemand den Impfnachweis nicht vorlegt?

Relativ klar ist die Sachlage im Kitabereich. Eine Kindertagesstätte darf zum Beispiel ein Kind, das nicht gegen Masern geimpft ist, nicht mehr aufnehmen. Ein Kind, das schon eine Kita besucht und keine Masernimpfungen nachweisen kann, darf sie ab dem 31. Juli 2021 nicht mehr besuchen. Gleiches gilt für Mitarbeiter ohne Impfnachweis: Sie müssen dementsprechend Konsequenzen bis hin zur Kündigung fürchten, sei es in Kitas, Schulen oder anderen Einrichtungen.

Komplizierter wird es bei den Schülern. Der Deutsche Städtetag warnt, dass die Rechtslage hier alles andere als klar ist. Denn: Die Impfpflicht kollidiert mit der Schulpflicht. Der Städtetag fordert eine zügige Klärung durch das Bundesgesundheitsministerium und die Schulminister der Länder. Wie das baden-württembergische Kultusministerium jüngst mitteilte, müssen ungeimpfte Schüler trotzdem aufgenommen werden. Es müsse aber das Gesundheitsamt benachrichtigt werden. Den Eltern droht dann ein Bußgeld.

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