Winterbach Endspurt beim Bau für die Remstal-Gartenschau

Der Winterbacher Hauptamtsleiter Matthias Kolb und der Gartenschau-Projektleiter Michael Haberkorn blicken auf das verschneite, neu gestaltete Rems-Ufer, unterhalb des Gleisdorfer Platzes. Im Mai beginnt auf dem Platz in Winterbach das Gartenschau-Jahr mit einer Hocketse. Foto: Habermann / ZVW

Winterbach. Noch liegen die Winterbacher Projekte für die Remstal-Gartenschau im Winterschlaf. Doch das Programm, das sie ab 11. Mai mit Leben füllen soll, steht bereits. Dabei setzt Winterbach einige Glanzlichter. Am Gleisdorfer Platz mit den Remsterrassen wird bald weiter an der Platzgestaltung gebaut. Noch nichts zu sehen ist von der Gartenschau-Station, dem Säulenrundbau bei Engelberg. Wird er noch rechtzeitig fertig?

„Es könnte noch klappen“, sagt der Winterbacher Bauamtsleiter Rainer Blessing. Er ist vorsichtig, weil die Zeit knapp ist und er einen entscheidenden Faktor nicht selbst in der Hand hat: das Wetter. Das heißt, Kälte und Schnee könnten den Bau verzögern. Bis 15. Januar läuft die Frist, die die Gemeinde einigen gezielt angefragten Firmen gegeben hat, um ein Angebot abzugeben für die Ausführung des „Monopteros“, eines offenen Rundbaus mit hohen Säulen nach klassischem Vorbild. Dieser soll in der Nähe des Wassertretbeckens und des Spielplatzes Hirschäcker am Hang über Winterbach gebaut werden. Ursprünglich war ein anderer Standort vorgesehen, den das Landratsamt aus Landschaftsschutzgründen ablehnte, auch das hat Zeit gekostet.

Am 29. Januar soll der Gemeinderat in seiner Sitzung den Auftrag vergeben. Voraussetzung sei, betont Rainer Blessing, dass die Angebote der Firmen finanziell in einer Höhe sind, bei der der Gemeinderat mitgehe. „Ich weiß nicht, ob der Gemeinderat es um jeden Preis macht“, sagt er.

Am Gleisdorfer Platz fehlt nicht mehr viel bis zur Fertigstellung

Es wäre allerdings ein Makel, wenn Winterbach bei der Gartenschau ohne Monopteros dasteht. Eigentlich sollen alle 16 beteiligten Kommunen eine der von namhaften Architekten gestalteten Landmarken haben. Im Remstal-Reiseführer, der zur Gartenschau bereits herausgekommen ist, ist auch der Winterbacher Säulenbau als Attraktion aufgeführt.

Wichtiger für den Start der Gartenschau ist aber eigentlich der Gleisdorfer Platz. Dort soll nämlich die Winterbacher Eröffnung der Schau stattfinden. Der Platz ist derzeit noch eine Baustelle, aber es fehlt nicht mehr viel bis zur Fertigstellung. Der Asphalt-Endbelag könne jedoch nur bei Nachttemperaturen von mindestens acht Grad fertiggestellt werden, sagt Rainer Blessing, genauso der Possehl-Belag, der den Platz gestalterisch vom Asphalt der benachbarten Straße abheben soll. Fertig ist schon länger der Umbau des Ufers. Im unteren Bereich ist es mit stufenförmig angeordneten, großen Steinblöcken versehen, weiter oben ist ein Holzdeck entstanden, es gibt Treppen die vom Platz bis ans Wasser führen. Oben auf dem Platz ist ebenfalls schon viel davon zu sehen, wie er sich einmal präsentieren wird. Kleine Trampolinfelder sind in den Boden eingebaut, es fehlen noch Spielgeräte, ein Feld mit Wasserfontänen und Bepflanzung.

Winterbach muss sich nicht verstecken

Am 10. Mai ist die zentrale Eröffnung der Gartenschau, am 11. Mai die kommunale. Diese begeht Winterbach mit einem Fest am Gleisdorfer Platz mit Bühne und Musik. Es ist der Auftakt zu einem bunten Reigen von Verstaltungen und Angeboten wie Führungen, die sich bis in den Oktober hineinziehen. Winterbach trumpft hier richtig auf und muss sich hinter größeren Gartenschau-Gemeinden nicht verstecken.

Erste Juliwoche ist Highlight-Woche

Die größte Dichte der Veranstaltungen gibt es in der Winterbacher Highlight-Woche vom 1. bis 7. Juli. In dieser Woche ist am Gleisdorfer Platz von 1. bis zum 4. Juli jeden Abend „After Work“ mit Musik- und Unterhaltungsprogramm mit Bewirtung von Daniel Hasert. Es gibt tägliche Führungen an den Winterbacher Gartenschau-Projekten und einen kostenlosen Bus-Shuttle-Service, der alle Attraktionen im Winterbacher Kernort, aber auch oben bei Engelberg und im Westen die Rems-Renaturierung anbindet. Diesen Transportservice gibt es auch bereits am Eröffnungswochenende am 12. Mai, ein Angebot an die Winterbacher, sagt Gartenschau-Projektleiter Michael Haberkorn, damit sie zum Start alle Attraktionen in und rund um ihren Ort gleich als Erste besuchen können.

Am 5. Juli in der „Highlight-Woche“ steigt ein Heimatabend in der Salierhalle, ein „bunter kultureller Abend“, wie Matthias Kolb sagt, einem Revival in Kurzform des Heimatspiels der Heimattage 2008.

Brunnenfest XXL

Der Höhepunkt der Höhepunkt-Woche ist dann das Wochenende mit dem Brunnenfest. Dieses ist, wie der Winterbacher Projektleiter Michael Haberkorn sagt, im Gartenschaujahr ein „Brunnenfest XXL“. Gleichzeitig findet ein Straßenkunstfestival an sieben Spielorten statt. Der übliche kleine Vergnügungspark wird zur „Family-Meile“. „Wir haben die Gartenschau zum Anlass genommen, etwas Neues zu testen“, sagt Hauptamtsleiter Matthias Kolb. Die Vereine machen auf der „Family-Meile“ Angebote wie eine Spielstraße, eine Murmelbahn, Tischkicker oder eine Pump-Track-Bahn. Sonntags findet außerdem das Kinderchorfestival des Chorverbands Friedrich Silcher in Winterbach statt.

Gewässerführungen an der renaturierten Rems

Doch auch außerhalb der „Highlight-Woche“ ist viel los in Winterbach. Die Kunst spielt dabei eine große Rolle. Da sind zum Beispiel Installationen in der Ortsmitte von Annette Mürdter oder Ausstellungen im Alten Rathaus von Mothes, Dada und Thitz. Die Kunst der kunstvollen Blumenarrangements ist Gegenstand einer Ikebana-Ausstellung der Stuttgarter Ikebana-Schule.

Eine Winterbacher Besonderheit sind auch die Gewässerführungen an der renaturierten Rems. Dazu gibt es Führungen und Rundgänge auf dem Weißen Pfad, den der Land-Art-Künstler David Klopp mit anderen gestaltet hat, sowie Wanderungen mit dem Schwäbischen Albverein auf den neu eingerichteten Rundwanderwegen. Ein Besuch in Winterbach wird sich also 2019 in vieler Hinsicht lohnen – ohne oder mit Monopteros (siehe auch „Ganzes Programm“).


Ganzes Programm

Alle Punkte und Attraktionen hier zu nennen, ist unmöglich – das komplette Winterbacher Programm und auch das aller anderen Gartenschau-Kommunen, dazu alle Projekte und Bauten, die entstanden sind, gibt es, immer wieder aktualisiert, auf www.remstal.de.

Auch bekannte Feste und Veranstaltungen der Winterbacher Vereine und Gruppen sind Teil des Programms, vielfach in einer besonderen Gartenschau-Version. So dehnt zum Beispiel der BdS seine Weinsafari auf zwei Tage aus.

Der Großteil der Programmpunkte ist aus der Bürgerbeteiligung hervorgegangen, geht also auf Ideen aus der Bürgerschaft zurück und wird auch von Bürgern durchgeführt und gestemmt. Das sind zum Beispiel die Winterbacher Bienentage vom 23. Mai bis zum 13. Juni mit einer Ausstellung und einem Vortrag oder eine Märchenreihe für Kinder und Erwachsene, bei der eine Bürgerin an unterschiedlichen Orten Märchen erzählt.

Auch eine nette Idee sind die Führungen mit weißem Pferd auf dem „Weißen Pfad“. Diese Idee stammt laut Gartenschau-Projektleiter Matthias Haberkorn ebenfalls von einer Bürgerin, die diese Führungen, die an jedem dritten Sonntag stattfinden, mit ihrem Pferd begleitet.

Der „Weiße Pfad“ von David Klopp vereint viele verschiedene Elemente, wie Naturkunstwerke von ihm selbst, Beiträge der Walddorfschule oder Imkerei- und Schäfereiführungen von den entsprechenden Anbietern entlang des Pfads bei Engelberg.

  • Bewertung
    3

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!