Winterbach Eröffnung des Brunnenfestes

Winterbach. So wenig wie das vorweggenommene WM-Endspiel Brasilien gegen Belgien am Freitagabend dem inoffiziellen Brunnenfest-Auftakt im lauschigen Museumsgarten etwas hat anhaben können, so wenig haben die beiden weniger ansprechenden Viertelfinalspiele am Samstag das Brunnenfest selber beeinträchtigt. Mit den „Partyfürsten“ auf der Bühne konnten die Kicker aus Kroatien und Russland nicht ernsthaft konkurrieren.

Und auch nicht die aus England und Schweden, die am Nachmittag über die eigentlich für die deutsche Mannschaft aufgebaute große Leinwand flimmerten, nachdem das Brunnenfest ganz außer der Reihe schon um 15.30 Uhr eröffnet worden war – und zwar erstmals ohne die bislang obligatorischen Böllerschüsse, um die es im vergangenen Jahr einige Aufregung gegeben hatte.

Dafür mit den „Happy Hour“-Lockangeboten (zwei Biere zum Preis von einem und zwei Karussellfahrten zum Preis von einer), was den einen oder anderen dann doch bewogen haben mag, sich zu dieser ungewohnt frühen Stunde aufs Brunnenfest einzulassen und dabei vielleicht sogar mehr oder weniger konzentriert das Fußballspiel zu verfolgen.

Die zur Eröffnung geladenen Gäste freilich – unter ihnen mit Erich Hinderer, Hans Heinz und Albrecht Ulrich gleich drei Alt-Bürgermeister – verfolgten das Geschehen in Russland allenfalls am Rande und hielten es ansonsten mit der Feststellung von Bürgermeister Sven Müller, dass beim Brunnenfest mit seinem breitgefächerten Programm, das von Führungen bis zum Flohmarkt und vom Kinderschminken bis zum Klavierabend reicht, und mit seinem vielfältigen kulinarischen Angebot, zwar für jeden etwas dabei ist, dass am schönsten aber halt doch die Begegnungen und Gespräche sind, die sich bei so einem Fest ergeben – sei es unten auf dem musikalisch beschallten – am Samstagabend von besagten „Partyfürsten, die sogar einige Bänke und Tische zum Beben brachten –, sei es oben auf der Kirchenmauer, in der mittlerweile bereits zum vierten Mal von Daniel Hasert und seinem Team „bespielten“ Wein-Lounge.

Urbanstrunk für Konrad Fischer und Wilhelm Althaus

Diesmal gleich doppelter Bestandteil des Brunnenfestes war der Heimatverein: Zum einem mit dem seinerzeit als Helferfest konzipierten Sommerabend im lauschigen Museumsgarten, der, wie die Resonanz auch in diesem Jahr wieder gezeigt hat, längst mehr ist als ein Geheimtipp und über das ganze Wochenende immerhin auch den Einsatz von insgesamt 65 Helferinnen und Helfern erfordert. Gleichwohl war die diesjährige Veranstaltung eine Premiere, und zwar für den neuen Heimatvereins-Vorstand Helmut Nachtrieb, der – zumal ohne sein weibliches Pendant Barbara Dittrich, die privat verhindert war – trotz seiner 60 Lenze durchaus ein bisschen aufgeregt war.

Womit auch schon der Bogen geschlagen wäre zum zweiten großen Auftritt des Heimatvereins, denn mit dem Urbanstrunk, der für das Brunnenfest von jeher das ist, was für andere Feste der Fassanstich ist, wurden diesmal mit Konrad Fischer und Wilhelm Althaus die beiden geehrt, die in den letzten sechs Jahren als erster und zweiter Vorstand die Geschicke des Heimatvereins gelenkt haben.

Als „echtes Dream-Team“ würdigte Bürgermeister Sven Müller Fischer und Althaus, die sich über viele Jahre hinweg teils gemeinschaftlich und teils je nach persönlicher Befähigung und Interessenlage in den Dienst des Heimatvereins gestellt und um die Vermittlung der Winterbacher Ortsgeschichte verdient gemacht hätten.


Brunnenfest 2019 im XXL-Format

Für das Gartenschaujahr 2019 hat Bürgermeister Sven Müller schon mal ein Brunnenfest im XXL-Format angekündigt.

Beim Brunnenfest 2019, das im Rahmen der Winterbacher Gartenschau-Highlight-Woche von 6. bis 8. Juli stattfinden wird, soll es laut Müller unter anderen ein Sreetart-Festival und eine Familien-Flaniermeile geben – ohne Konkurrenz durch ein Fußball-Großereignis.

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