Winterbach Gibt es auf dem Goldboden Probleme?

Symbolbild. Foto: Zürn, Büttner; Montage: Büttner / ZVW

Winterbach. Die Bürgerinitiative „Pro Schurwald“ wirft in einer Pressemitteilung mal wieder Fragen zur Windparkbaustelle der EnBW auf dem Goldboden auf. Die Mitteilung suggeriert, es gebe Probleme mit der Baufreigabe wegen der Standsicherheit der Anlagen. Die EnBW weist das zurück: Alles sei im Plan.

Richtig ist die Feststellung der Windpark-Gegner von „Pro Schurwald“, dass die EnBW noch immer nicht die vollständige Baufreigabe für ihre drei Windräder auf dem Goldboden bekommen hat. Bisher liegt lediglich die Teil-Freigabe vor, mit der die EnBW die Bäume roden sowie Baustelle, Wege, Kranflächen und den Untergrund für die Fundamente herrichten konnte.

"Der Standsicherungsnachweis eines Prüfstatikers steht noch aus“

„Pro Schurwald“ zieht den Schluss: „Die EnBW konnte bisher die Standsicherheit der Windkraftanlagen am Goldboden nicht nachweisen.“ Das sei so nicht ganz richtig, erklärt dagegen die Pressesprecherin der EnBW, Dagmar Jordan. Es gebe eine Standsicherungsbewertung, die man im Genehmigungsverfahren eingereicht habe.

Selbstverständlich habe man die Statik durchgeprüft. „Was stimmt: Der Standsicherungsnachweis eines Prüfstatikers steht noch aus“, sagt Jordan. Das heißt: Ein Fachmann muss die Statikbewertung noch kontrollieren und bestätigen. Erst dann erteilt das Landratsamt der EnBW die vollständige Baufreigabe. Dagmar Jordan sagt: Man gehe davon aus, dass die Bestätigung bald komme. Das Ganze sei eine Formalie.

Die Baustelle ist im Plan

Ähnlich äußerte sich auch der Winterbacher Bauamtsleiter Rainer Blessing in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Dort fragte Dieter Seibold, Bürger aus Manolzweiler, in der Bürgerfragestunde zum Thema nach. Er bat die Verwaltung, bei der EnBW nachzuhaken, wie der Stand beim Bauablauf sei. Bauamtsleiter Blessing meinte daraufhin: Es sei generell nichts Ungewöhnliches, dass die nötigen Nachweise für die vollständige Baufreigabe ihre Zeit brauchen würden und man vorher schon mit den Fundamenten beginne.

Doch er sagte zu, bei der EnBW nachzufragen. Passenderweise war schon seit längerer Zeit an diesem Mittwoch ein Gespräch zwischen Vertretern der EnBW und der Gemeindeverwaltung anberaumt. Wie Bürgermeister Sven Müller unserer Zeitung dazu sagte, hat die EnBW dort bestätigt: Unsere Baustelle ist im Plan.

Die vorgetragenen Befürchtungen seien unbegründet

Die EnBW braucht für die drei Windkraftanlagen, die mit Rotorblättern rund 230 Meter hoch sein werden, tiefe Pfahlgründungen. Es herrscht am Standort als Gesteinsschicht der Knollenmergel vor, der sehr instabil ist und leicht ins Rutschen kommt.

Deswegen wird die EnBW Pfähle in die Erde treiben, die die Windräder in tieferliegenden, festeren Gesteinsschichten verankern. Daher, so Pressesprecherin Dagmar Jordan, seien die von „Pro Schurwald“ vorgebrachten Befürchtungen unbegründet. Auch eine Gefährdung der Fernwasserversorgung sei ausgeschlossen.

"Wegen der schwierigen geologischen Gegebenheiten ungeeignet“

„Wir wussten vorher über die Bodenverhältnisse Bescheid“, sagt Dagmar Jordan. Deswegen sei auch plangemäß eine Natursteinmauer an einer der Baustellen auf dem Goldboden errichtet worden, um die Baustelle abzusichern.

„Pro Schurwald“ sieht die Mauer jedoch als Beleg dafür, dass es schon jetzt immer wieder zu Rutschungen kommt. „Der Windkraftstandort ist nicht nur wegen der grenzwertigen Windverhältnisse, sondern auch wegen der schwierigen geologischen Gegebenheiten ungeeignet“, so schreiben die Windkraftgegner.

Beteiligung

  • Zu möglichen finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten für Gemeinde und Bürger am Windpark will die EnBW erst Angebote unterbreiten, wenn der Bau abgeschlossen ist und die tatsächlichen Baukosten feststehen. Das sagte Bürgermeister Sven Müller unserer Zeitung nach einem Gespräch mit Vertretern des Konzerns am Mittwoch.

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