Winterbach Neuer Netto ist eröffnet

Der neue Winterbacher Netto-Supermarkt mit seinen markanten Dachaufbauten. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Winterbach.
Bis kurz vor Schluss wurde am neuen Netto-Supermarkt in der Schorndorfer Straße in Winterbach unter Hochdruck gearbeitet, ja hinter dem Gebäude werkeln sogar am Eröffnungstag noch die Handwerker. Der Parkplatz ist noch vom Baustellendreck überzogen, als der neue Supermarkt mit der dazugehörigen Filiale der Bäckerei Maurer am Dienstag zum ersten Mal für die Kundschaft öffnet. Die Kunden, die gleich zahlreich zum Einkaufen kamen, störte das aber nicht, für sie zählte der Eindruck im Inneren des Ladens.

„Sehr schön übersichtlich und aufgeräumt“, meint eine Winterbacherin, die gerade ihren Einkaufswagen auf den dafür vorgesehenen Stellplatz zurückgeschoben hat. Sie ist direkte Nachbarin, ihre Einkäufe schiebt sie dann im Netto-Wagen schnell nach Hause und bringt ihn ruck, zuck zurück. „Die haben dort jetzt ein so großes Sortiment, dass ich gar nicht mehr unbedingt nach Schorndorf fahren muss“, sagt sie.

Die architektonische Gestaltung wirft bei manchen Fragen auf

Lediglich die architektonische Gestaltung des Netto-Neubaus sorgt bei der Nachbarin wie auch bei einigen anderen Winterbachern immer noch für Fragezeichen. „Ich habe mich während des Baus gefragt, ob das Wohnungen gibt“, sagt sie und deutet auf die blockartigen Aufbauten auf dem Dach des Supermarkts. Auf Nachfrage bekam sie die Antwort: „Noi, des soll bloß schee aussehen.“ All das Holz, das da verbaut worden sei und das man jetzt unter der Verkleidung nicht mal mehr sehe, meint die Winterbacherin, das sei doch „wirklich schade“.

Abgesehen von solchen Geschmacksfragen, äußern sich die Kunden, die gleich am ersten Tag in den neuen Markt kommen, durchweg sehr positiv. Silvia Bauer ist aus dem Nachbarort Weiler hergefahren. „Viel schöner als der kleine, alte Laden“, sagt sie. „Sehr übersichtlich.“ Und auch die Parkplatzsituation sei viel besser als vorher.

Verkaufsfläche mehr als verdoppelt

Die alte Netto-Filiale, die an der Schorndorfer Straße ein Stück weiter in Richtung Ortsmitte liegt, hatte am Montag zum letzten Mal geöffnet. Dort hatte der Discounter nur eine Verkaufsfläche von rund 500 Quadratmetern, jetzt sind es mehr als 1000. Außerdem gab es nur eine Handvoll Parkplätze.

Für Silvia Bauer aus Weiler hat Winterbach als Einkaufsziel vor allem durch die Kombination von Netto mit Rossmann gewonnen. Die Drogerie hat direkt gegenüber vom Supermarkt schon Ende Oktober eine neue, moderne Filiale eröffnet. „Das kann man gut verbinden, das ist echt geschickt“, sagt Silvia Bauer. Vorher holte sie ihren Drogerie-Bedarf immer in Schorndorf in der Stadt oder fuhr sogar nach Plüderhausen, wo es ebenfalls eine noch recht neue Rossmann-Filiale gibt. „Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass wir die Kombination haben in Winterbach“, sagt Bürgermeister Sven Müller, der für sich reklamieren darf, die Rossmann-Ansiedlung maßgeblich mit eingefädelt zu haben.

Was die Netto-Neueröffnung angeht, hat er auch wahrgenommen, dass dort schon am ersten Tag viel los war, und zufrieden registriert, wie positiv der Discounter ankommt. „Das hoffst du natürlich, wenn du das von der Gemeindeseite planst, dass der Markt gut angenommen wird.“

Mehrfamilienhäuser am alten Netto-Standort

Mit umgezogen vom alten in den neuen Netto-Markt sind alle acht bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Am neuen Standort arbeiten jetzt insgesamt 14 Menschen um Marktleiterin Julia Schuplezova. Auch sie hat durchweg positive Rückmeldungen von der Kundschaft bekommen. Der alte Laden sei schon beengt gewesen, meint sie. Durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Pflegeheim gebe es viele ältere Menschen, die mit Gehhilfe zum Einkaufen kämen. In den breiten Gängen des neuen Markts können diese sich nun sehr viel bequemer bewegen.

Am alten Netto-Standort sollen nach dem Abriss des Gebäudes zwei Mehrfamilien-Wohnhäuser entstehen. Die Bauherren wollen nach Information von Bürgermeister Sven Müller loslegen, sobald das Landratsamt die Baugenehmigung erteilt hat.


Warum keine Wohnungen auf dem Netto?

Wohnungen auf den neuen, einstöckigen Supermarkt zu setzen, das hat die Gemeinde Winterbach entschieden ausgeschlossen. Daran gab es mit Verweis auf die herrschende Wohnungsknappheit auch Kritik aus der Winterbacher Bürgerschaft. Zwei Gründe sprachen jedoch für die Verwaltung, wie Bauamtsleiter Rainer Blessing dazu sagte, gegen die Wohnungen.

Der erste Grund: die unmittelbare Nähe zur Bahnlinie und der Kunden- und Anlieferungsverkehr der Märkte und das Lärmproblem, das die Gemeinde dadurch sah.

Der andere Grund war das Ausmaß der Baukörper von Netto und dem daneben entstehenden Rossmann-Drogeriemarkt. „Wir muten den Anwohnern auf der anderen Straßenseite durch die zwei Märkte schon etwas zu“, so Rainer Blessing.

Das Netto-Gebäude ist mit Aufbauten siebeneinhalb Meter hoch, ohne sie 4,17 Meter, das heißt, die Aufbauten fügen darauf eine Höhe von etwa 3,30 Meter hinzu. Ebenso viel wäre laut Rainer Blessing zwar auch für ein Wohngeschoss nötig.

Den Unterschied sieht die Gemeinde jedoch darin, dass die Aufbauten in Ost-West-Richtung Luft lassen. Dadurch wirke das Gebäude weniger massiv als bei einem kompletten Wohngeschoss, so die Begründung.


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