Winterbach Neues Führungsduo bei der Feuerwehr

Alexander Krammer, Vize-Kommandant, und Uwe Hetzinger, Kommandant der Winterbacher Feuerwehr. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Winterbach. Die Feuerwehr sehen sie wie eine Familie. Schon seit ihrer Jugend gehören Uwe Hetzinger und Alexander Krammer dazu und wuchsen zu Führungsfiguren heran. Jetzt ist Uwe Hetzinger Kommandant und Alexander Krammer sein Vize. Sie führen eine gut aufgestellte Feuerwehr mit einer florierenden Nachwuchsarbeit. Doch beim Feuerwehrhaus kommt Arbeit auf sie zu.

Das Winterbacher Feuerwehrhaus ist aufgeteilt wie viele andere der schon etwas älteren Feuerwehrhäuser: Vorne stehen die Fahrzeuge, und hinten sind die Spinde, in denen die Einsatzkleidung hängt. Im Einsatz ziehen sich die Feuerwehrleute also direkt in der Fahrzeughalle um. Für die weiblichen Mitglieder der Einsatzabteilung gibt es eine eigene Umkleide, sie müssen dazu allerdings in den Keller. Das alles soll jedoch in den nächsten Jahren anders werden. „Wir stehen vor einem großen baulichen Umbruch“, sagt Uwe Hetzinger.

Der 46-Jährige ist seit kurzem Kommandant der Winterbacher Feuerwehr. Nachdem er schon fünf Jahre stellvertretender Kommandant war, musste er im vergangenen Jahr bereits in die Bresche springen, als der bisherige Feuerwehrchef Michael Seim aus gesundheitlichen Gründen ausfiel. Hetzinger stand schon als sein designierter Nachfolger an der Spitze fest und wurde dieses Jahr auch gewählt, als sein Stellvertreter Alexander Krammer.

„Man hat sich immer aufeinander verlassen können“

Die beiden sind beide 46 Jahre alt und kennen sich schon sehr lange. Hetzinger kam mit zwölf Jahren, Krammer mit 16 in die Jugendfeuerwehr. Eine ganze Clique seien sie damals gewesen, erzählen sie, und seien das bis heute: „Das ist heute noch der harte Kern der Feuerwehr“, meint Alexander Krammer. „Das ist eine Mannschaft. Man hat sich immer aufeinander verlassen können.“

Während Krammer und Hetzinger von ihren eigenen Anfängen erzählen, strömen im Hintergrund vor den Fenstern des Feuerwehrhauses gerade zahlreiche junge Leute zum Übungsabend. „Das ist unser Nachwuchs“, sagt der Kommandant. „Die Feuerwehr von morgen.“ 33 Mitglieder hat die Jugendfeuerwehr derzeit. Angesichts dessen können sich die Winterbacher eigentlich sicher sein, dass auch in Zukunft bei Bränden und anderen Notlagen die Feuerwehr kommt, wenn sie gebraucht wird. Aktuell gilt für die Jugendfeuerwehr ein Aufnahmestopp, weil so viele mitmachen wollen. Wichtig ist jedoch, dass dabei auch weiter das gelingt, was in der Vergangenheit so gut funktioniert hat: dass die Jugend auch dauerhaft dabeibleibt.

Feuerwehr als Familienbetrieb

Für Alexander Krammer und Uwe Hetzinger sind es die Kameradschaft und der der familiäre Zusammenhalt, die sie all die Jahre bei der Stange hielt. „Auch wir haben mal unsere Durchhänger gehabt“, sagt Uwe Hetzinger. Es habe Zeiten gegeben wie bei jedem, in denen andere Dinge wichtiger gewesen seien, die Freundin, die Familie oder der Beruf. Aber letztendlich war immer klar, dass sie dabei bleiben. Das Familiäre ist bei Hetzinger auch wörtlich zu verstehen, schon sein Opa und Vater waren in der Feuerwehr und auch seine Brüder sind dabei. Und die Feuerwehr als Familienbetrieb setzt sich fort: Alexander Krammers Tochter ist auch begeistert bei der Jugendfeuerwehr dabei. Nächstes Jahr wird sie in die aktive Truppe übernommen.

Gleichzeitig sehen es Krammer und Hetzinger für sich selbst als entscheidend an, dass ihre Familien hinter ihnen stehen. Ihre Ämter bringen es mit, dass sie sehr viel für die Feuerwehr unterwegs sind. Aber egal ob als Führungskraft oder einfaches Mitglied der Einsatzabteilung – für Alexander Krammer ist klar: „Den Job musst du leben, das ist eine Berufung.“ Ihn reizt auch das Gefühl für Verantwortung, das ihm sein Ehrenamt gibt, das Bewusstsein, etwas Wichtiges zu leisten, und das Gefühl, wenn bei einem Einsatz alles gut gelaufen ist und alle wieder gesund zurück sind.

Eine "Riesenverantwortung"

Dabei sind er und Uwe Hetzinger jetzt in den höchstmöglichen Positionen angekommen. Alexander Krammer spricht von einer „Riesenverantwortung“: „Wenn was schiefgeht, hießt es: Herr Hetzinger, warum? Herr Krammer, warum?“

Eine Aufgabe, die sie in den kommenden Jahren besonders fordern wird und für die so einige Abende nach dem beruflichen Alltag draufgehen dürften, ist nun eben der Umbau des Feuerwehrhauses. Der Umkleidebereich soll aus der Fahrzeughalle raus und der für die Jugendfeuerwehr und die weiblichen Mitglieder raus aus dem Keller. Dazu beginnt jetzt die Planung.


Mitglieder

Die Winterbacher Feuerwehr hat derzeit 76 aktive Mitglieder, davon sind zwei Frauen.

In der Jugendfeuerwehr sind derzeit 33 Mitglieder ab zehn Jahren, davon drei junge Frauen.

Für die Jugendfeuerwehr gilt derzeit ein Aufnahmestopp, bis der nächste Schwung Jugendlicher mit 18 Jahren in die Einsatzabteilung wechselt.

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