Winterbach Umstrittener Radweg-Kreisverkehr kommt weg

Weil angeblich bereits Radler wegen des Kreisverkehrs auf Höhe der Kleingärtneranlage gestürzt sind, wurden zwischenzeitlich Warnbaken aufgestellt. Foto: Habermann / ZVW

Winterbach. Viele sprachen in Bezug auf den Kreisverkehr, der an der renaturierten Rems bei Winterbach in den neuen Radweg eingebaut wurde, von einem Schildbürgerstreich. Jetzt haben das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart und die Verkehrsbehörde im Landratsamt des Rems-Murr-Kreises entschieden: Der Kreisel muss weg.


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Den Ausschlag gaben Sicherheitsbedenken, wie das RP auf Anfrage erläutert: „Im Fokus war vor allem die Tatsache, dass der Radweg entlang der Rems von immer mehr E-Bike Fahrern genutzt wird, die mitunter sehr schnell unterwegs sind.“ Dazu komme, dass der Kreisel nicht beleuchtet sei.

Radfahrer: "Es ist schön, dass eine Behörde mal einen Fehler einsieht"

Genau diese Gefahrensituation hatte zum Beispiel auch der Schorndorfer ADFC-Sprecher Michael Maier bemängelt und den Kreisverkehr als „unnötige Gefahr“ betitelt. „Er macht einfach keinen Sinn“, so sein Urteil. “Außerdem könnten Radler stürzen, wenn sie unvorbereitet an der Kante des flachen Bordsteins des Kreisels entlangschrammen würden. Ralf Heinl, Radfahrer aus Waiblingen, sah das auch so und hat sich bei sämtlichen Behörden über den Kreisverkehr beschwert. Jetzt freut er sich über das Umdenken: „Es ist schön, dass eine Behörde mal einen Fehler einsieht.“

Stoppschild soll aufgestellt werden

Bauherr der Rems-Renaturierung war das Land Baden-Württemberg, auch beim Radweg. Hans-Peter Sieg, der Technische Geschäftsführer des Wasserverbands Rems, hat in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Regierungspräsidium Stuttgart die Rems-Renaturierung geplant. Er erklärt den Bau des Kreisverkehrs so: Die Stelle sei ein „Knotenpunkt“. Es seien dort Fußgänger, Radfahrer, Autos und landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs. Der Kreisel solle als „Verkehrsbremse“ wirken und allen signalisieren, dass hier andere Verkehrsteilnehmer den Weg kreuzen könnten.

Dieser Kreuzung trägt das Regierungspräsidium nun anders Rechnung. Es soll ein Stoppschild an dem Weg aufgestellt werden, der über die Bahnlinie kommend an der Stelle auf den Radweg stößt, an der bisher der Kreisel eingebaut ist. Der Radweg werde damit als vorrangig, der einmündende Wirtschaftsweg nachrangig eingestuft.

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