Winterbach Veganes Bioeis aus Winterbach

Winterbach. Nur damit Sie’s wissen: Heute ist der Tag des Vanilleeises! Um den angemessen zu begehen, haben wir Eismacher Michael Schmidt bei seiner täglichen Produktion über die Schulter geschaut – und anschließend natürlich gekostet: Auf der Zunge ist’s ein Erfrischungserlebnis der besonderen Sorte und keinesfalls langweilig, auch wenn dieses Vorurteil der Vanille gerne mal anhaftet. Aber diese runde, aromatische Biogeschmacksexplosion, die hat’s in sich.

Am Anfang jedes guten Vanilleeises steht der Eismix, erklärt Michael Schmidt, Eismacher aus Leidenschaft. Der Mix wird schon am Vortag angesetzt, damit er gut ziehen kann. „Das ist wie bei Linsen mit Spätzle“, erklärt er, „die schmecken auch am nächsten Tag besser.“ Ist dieser endlich erreicht, kippt Schmidt den Eismix in seine Eismaschine. Hier wird die Masse zunächst pasteurisiert, indem sie auf 85 Grad erhitzt wird. Anschließend wird alles auf minus acht Grad heruntergekühlt. Das passiert unter ständigem Rühren der Maschine.

Eine gute Viertelstunde später quillt das Eis aus dem Zapfhahn, hinein in eine metallene Schüssel. Die wird mitsamt ihres Inhalts weiter heruntergekühlt. Minus 13 Grad sind das Ziel, dann ist das Eis mit dem Kugelformer am besten portionierbar. Wichtige Info an alle passionierten Eisschlecker: Am leckersten schmeckt jede Sorte aber um die minus acht Grad. Also: Ein kleiner Spaziergang mit der Eistüte in der Hand tut dem Aroma nur gut. Was in seinem Vanilleeis enthalten ist, verrät der Meister am Mixer natürlich nur bedingt – Geschäftsgeheimnis, versteht sich. Auf jeden Fall sind enthalten: Milch, Sahne, Zucker und eine Vanillepaste. Letztere macht er selbst auf der Basis von edlen Schoten aus Madagaskar.

Im Fruchteis ist definitiv keinerlei Milch enthalten

Übrigens: In den wenigsten Eissorten, die Michael Schmidt und Angelika Bruna für ihre eigene Eisdiele in Winterbach an der Schorndorfer Straße herstellen, ist Milch enthalten. Alle Zutaten sind natürlich, die meisten Sorten sind außerdem vegan. Und Geschmacksverstärker kommen Schmidt nicht in die Eistüte. „Fruchteis besteht bei uns auch nur aus Früchten, da ist keine Milch oder Sahne enthalten.“ Diesen Trick wenden allerdings viele Eishersteller an, um die Früchte zu strecken und den Geschmack abzurunden. Michael Schmidt bleibt aber bei seiner ehernen Regel, und so schmecken die Fruchteise auch nach Frucht wie sonst selten.

Seit einigen Jahren bereichert das Paar die Remstäler Eislandschaft mit seiner selbst produzierten Eiscreme. Grunbach verließen sie zuletzt wegen der zu hohen Miete. Hier in Winterbach expandieren sie gerade, haben eine zusätzliche Eisküche angemietet. In der sind nicht nur sämtliche Maschinen versammelt, hier steht auch ein monströser, begehbarer Gefrierschrank – hier lagern die kostbaren Schleckereien.

Dass die beiden sich sommers inzwischen ganz dem Eis verschrieben haben, verdanken sie einer handelsüblichen Eismaschine für die heimische Küche, so wie sie derzeit an allen Ecken der Elektromärkte angeboten werden. „Besonders gut war die Maschine nicht“, erinnert sich Schmidt. Aber Spaß gemacht hat der Lehrerin und dem Grafiker die heimische Eisproduktion dennoch. Und das Allerwichtigste: Geschmeckt hat ihnen und ihren Gästen das selbst kreierte Eis immer. Zumindest die Sorten, die es ins Eisschälchen geschafft haben. So manche Sorte hat allerdings ihre Zeit der Tüftelei gebraucht, bevor sie zur Verkostung durch Freunde und Verwandte kam. Die aber waren sich alle einig: Die beiden haben ein echtes Eismacher-Talent.

Die häufigen leckermäuligen Bestätigungen machten Mut, das Paar beschloss, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Inzwischen gibt’s bei ihnen Sorten, von denen andernorts nur zu träumen ist: Ananas-Petersilienwurzel, Zitrone-Minze, Zitrone-Lavendel, Gundermann und Co. „Und alle paar Wochen entsteht auch mal ein Spontaneis“, berichtet der Werber. Da muss er nur einen interessanten Duft in der Nase haben und schon ist die mentale Eiskreationsmaschine in Gang gesetzt. Nicht jedes Eis trifft jedermanns Geschmack, aber da die Sorten täglich wechseln, ist in der Kühltheke an der Schorndorfer Straße für jeden was dabei.

Auch an die Eishamsterer haben die Eismacher gedacht. Es gibt die kühlen Leckereien auch zum Mitnehmen, bereits fertig portioniert. Mittlerweile gibt’s ihr Eis nicht nur an der Winterbacher Bruna-Theke. Speziell das vegane Eis verkaufen Schmidt und Bruna auch in einem Stuttgarter veganen Supermarkt. Und beim „vegan streetday“ waren sie mit von der Partie. „Die Schlange vor unserem Stand war riesig lang“, schwärmt Michael Schmidt noch heute.

Info

Geöffnet hat die Bruna-Eisdiele Dienstag bis Freitag von 12.30 bis 18 Uhr und sonntags von 13 bis 18 Uhr, Montag und Samstag ist Ruhetag.

Schleck-Daten

Die eifrigsten Eisschlecker leben überraschenderweise im Norden von Europa, weiß Michael Schmidt. Sogar die Deutschen konsumieren mehr Eis als die Italiener.

Seit zehn Jahren hat sich der durchschnittliche Speiseeis-Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei rund acht Litern eingependelt (Quelle: BDSI).

Die beliebteste Eissorte ist deutschlandweit nach wie vor Vanille, dicht gefolgt von Schokolade und Stracciatella.

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