WM 2018 Stolz auf die Fußball-WM in Russland

Eugenia Hornung beim Wappen ihrer Heimatstadt Samara in Russland, Partnerstadt von Stuttgart. Es ist in den Boden der Königstraße eingelassen. Foto: Privat

Winnenden-Hertmannsweiler. „Ich bin sehr stolz darauf, dass die WM in Russland ausgetragen wird“, sagt Eugenia Hornung. Sie stammt aus Samara an der Wolga mit 2,5 Millionen Einwohnern, einem der zwölf Austragungsorte. Seit gut zwei Jahren lebt sie mit ihrem Mann in Hertmannsweiler. „Ich werde mir die Spiele und Reportagen aus meiner Heimatstadt ansehen“, sagt sie. „Ich hoffe, dass Deutschland wieder Weltmeister wird – und dass die Russen gut abschneiden.“

Eugenia Hornung ist Systemanalytikerin, die in der Industrie- und Wissenschaftsstadt in Südostrussland Telekommunikation und Informatik studiert und seitdem in den USA, in Japan und in München gearbeitet hat. In Deutschland lernte sie ihren künftigen Mann Michael, einen Berliner, kennen. Beide arbeiten mittlerweile in der Region Stuttgart und sind im dörflichen Hertmannsweiler sesshaft geworden.

Die Spiele der russischen Mannschaft und die Spiele in der Samara-Arena möchte Eugenia Hornung zusammen mit der Familie anschauen. Mit den Fußballfans unter ihren russischen Freunden tauscht sie sich via Facebook aus. Einige werden die Spiele live erleben. „Das Stadion finde ich schön. Es ist einfach und elegant und wurde schneller und günstiger gebaut als gedacht.“ So sei es übrigens auch beim Samara-Flughafen gewesen ...

Hoffnung auf mehr Touristen

Eugenia Hornung freut sich, dass die Welt nun genauer auf Russland schaut und nicht unbedingt nur unter politischen Aspekten. Krisen und Kriege trennen, Sport verbindet: „Ukrainer sind für mich Landsleute, mit einigen habe ich schon zusammengearbeitet, der Kontakt ist sehr gut. Wir wollen von den Politikern, dass diese Probleme gelöst werden, der Konflikt ist uns nicht verständlich.“ Umso mehr hofft sie nun, dass Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Kultur der Russen in den nächsten vier Wochen von den Zuschauern in der Welt erkannt werden – „und die Leute Lust bekommen, selbst nach Russland zu reisen“.

14 Stunden dauert es, wenn Eugenia Hornung von Frankfurt aus über Moskau in ihre Heimatstadt fliegt, die übrigens Partnerstadt von Stuttgart ist. Das Land um die Stadt ist sehr hügelig, und die Wolga, in der man baden kann, macht bei Samara einen Bogen. „Mein Lieblingsort ist der auf einem Berg gelegene Ehre-Platz, von dort aus hat man einen supertollen Ausblick auf den Wolga-Durchbruch“, erzählt Eugenia Hornung. Für Touristen interessant ist auch die echte Weltraumrakete, die neben einem Museum 60 Meter hoch in den Himmel ragt. „Es gibt ein Entwicklungszentrum und eine Universität für Raumfahrt“, erzählt die IT-Expertin. Sie fand ihre Stadt vor der WM schon spannend und schön, doch für die Spiele wurde, wie in allen Austragungsorten, vieles saniert und verbessert – die denkmalgeschützten Häuser, ein Krankenhaus, die Springbrunnen und viele Kreuzungen, zum Beispiel.

Im Vereinsheim des SV wird sie die Deutschland-Spiele ansehen

Eugenia Hornung fühlt sich halb deutsch, halb russisch und drückt auch deshalb dem deutschen Team besonders die Daumen. Sie räumt ihm überdies bessere Titel-Chancen ein als den Russen. Die ersten drei Deutschland-Begegnungen möchte sie gern bei der öffentlichen Übertragung im Vereinsheim des SVH anschauen. „Das ist gemütlich, und wir sind auch Mitglieder der Wanderabteilung“, erzählt sie. Höchstwahrscheinlich wird dort nicht der getrocknete und gesalzene Fisch angeboten, den Eugenia Hornung in ihrer Heimat als Fußballsnack gereicht hätte. Auch das in Russland berühmte Samara-Bier – „Mein Mann findet es auch sehr gut“ – ist vermutlich nicht erhältlich. Die 39-Jährige bekommt deshalb kein Heimweh: „Ich bin sofort in der Gesellschaft aufgenommen worden, erhalte viel Unterstützung von meiner Familie, Kollegen und Nachbarn“, sagt sie. „Unsere Kulturen und Nationen sind einander ähnlicher, als ich zuerst gedacht habe.“


Die Spiele in Samara

Insgesamt sechs Fußballspiele werden in der Samara-Arena ausgetragen – am 17. Juni um 14 Uhr Costa Rica gegen Serbien, am 21. Juni um 14 Uhr Dänemark gegen Australien, am 25. Juni um 16 Uhr Uruguay gegen Russland und am 28. Juni um 16 Uhr Senegal gegen Kolumbien.

Sollten die Deutschen Gruppenzweiter werden, spielen sie am 2. Juli um 16 Uhr in der Samara-Arena. Sollten sie Gruppen-Erster werden, müssen sie das Achtelfinale auch noch gewinnen und würden dann am 7. Juli um 16 Uhr im Samara-Stadion an der Wolga im Viertelfinale spielen.

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