Wohngebiet Schaltenberg in Korb Lkw-Chaos: Gewerbegebiete werden besser ausgeschildert

Das Gewerbegebiet Riebeisen (im Hintergrund mit der Firma XXXLutz) wird besser ausgeschildert. Das soll verhindern, dass sich Lastwägen, die von der B14 kommen, ins Korber Wohngebiet Schaltenberg verirren. Foto: Schechinger / ZVW / Archiv

Korb. Kehrt im Wohngebiet Schaltenberg bald endlich Ruhe ein? Die Gemeinde jedenfalls setzt große Hoffnungen in die bessere Beschilderung der Gewerbegebiete Riebeisen und Unteres Gewässer an der B 14, die nun beschlossene Sache ist. Die Anwohner, die regelmäßig durch verirrte Lastwagen aus dem Schlaf gerissen werden, fordern zusätzliche Maßnahmen im Ort.

„Es ist nicht mehr tragbar“, sagt Anwohner Rolf Gruber. Am vergangenen Freitag sei es wieder so weit gewesen: von 4.30 Uhr an verirrte sich im Halbstundentakt ein Lkw-Fahrer nach dem anderen in die Albrecht-Dürer-Straße, die ans Gewerbegebiet Riebeisen angrenzt. „Alle 14 Tage ist die Polizei da wegen Sachschäden“, jedes Mal müssen die Anwohner Zeugenaussagen aufgeben, wenn zum Beispiel wieder ein 40-Tonner ein Verkehrsschild abgeräumt hat, nachdem er die richtige Ausfahrt ins Gewerbegebiet verpasst hat. Viele Eltern in dem Wohngebiet sorgen sich mittlerweile um die Sicherheit ihrer Kinder.

Bislang ist die Beschilderung nicht eindeutig genug

In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend wurde nun einstimmig beschlossen, das Gewerbegebiet Riebeisen sowie das Gewerbegebiet Unteres Gewässer – es wird wegen seiner Lage an der Südstraße künftig als Gewerbegebiet Süd bezeichnet – besser ausschildern zu lassen. So werden die Schilder an der Bundesstraße in beide Richtungen sowohl 500 Meter vor den Abfahrten Schwaikheim und Waiblingen Nord als auch an den Abfahrten selbst durch das internationale Gewerbegebietszeichen und die Bezeichnungen Süd beziehungsweise Riebeisen ergänzt. Bislang ist die Beschilderung irreführend. Viele Lastwagenfahrer, zumal häufig des Deutschen nicht mächtig und vom handelsüblichen PKW-Navi fehlgeleitet, nehmen die falsche Ausfahrt und landen im Korber Wohngebiet.

Dass die Lage dort ernst ist, davon hat sich Bürgermeister Jochen Müller kürzlich selbst überzeugt und prompt einen verirrten Lastwagenfahrer auf der Suche nach einer Zufahrt zum Gewerbegebiet entdeckt, wo gar keine ist.

Rathaus setzt große Hoffnungen in die Maßnahme

Die Aufgabe der Verwaltung war es in den vergangenen Monaten, ein Verkehrsgutachten einzuholen und das Regierungspräsidium, das Landratsamt und die Stadt Waiblingen davon zu überzeugen. Nun wird das Landratsamt mit der neuen Beschilderung beauftragt. Das Rathaus setzt große Hoffnungen in die Maßnahme. Der Verkehrsgutachter hatte den Grund für die verirrten Trucker schließlich überwiegend in der mangelhaften Ausschilderung gesehen.

Wie bald die neuen Schilder aufgestellt werden, ist ungewiss – Gemeinderat Gerhard Liebhard (CDU/ Freie Wähler) hatte die Verwaltung noch auf kleinere Fehler des Regierungspräsidiums aufmerksam gemacht, die erst einmal ausgebessert werden müssen. Anwohner und Gemeinderäte drängen jedoch auf schnelles Handeln: „Es ist grauenvoll, ein Trauerspiel, was da oben abgeht“, sagte Martin Zerrer (CDU/FW).

Plädoyer für eine „pragmatische Lösung“

Albrecht Ulrich (Freie Bürger) sprach sich wie Anwohner Rolf Gruber für weitere Maßnahmen im Ort selbst aus. Es brauche eine „pragmatische Lösung“, sagte er und schlug vor, die Fritz-Klett-Straße beim Kindergarten Schaltenberg „zuzumachen“. Das Aufstellen von Pflanzkübeln genüge, damit kein LKW mehr bis in die Gerhart-Hauptmann-Straße vordringe. Dort stecken die Brummi-Fahrer regelmäßig fest, weil es die Verbindung ins Riebeisen, die das Navi vorschlägt und die zum Beispiel auch bei Google Maps eingezeichnet ist, so gar nicht gibt. Stattdessen würden die Transporter bereits vor dem Kindergarten über die Gutenberg- und Karl-Schick-Straße wieder aus dem Ort hinausgeleitet. Bürgermeister Müller will das Thema bei einer Verkehrsschau in wenigen Wochen aufgreifen.


Firmen ausschildern

Ein Vorschlag, der schon länger im Raum steht, lautet: Statt nur die Namen der Gewerbegebiete zu nennen, sollten Schilder explizit auf die dort ansässigen Firmen – zum Beispiel XXXLutz – hinweisen. An der B 14 habe das Regierungspräsidium dieser Idee eine klare Absage erteilt, sagte Bürgermeister Jochen Müller.

Nicola De Vitis (Freie Bürger) schlug vor, entsprechende Schilder wenigstens an der Mauer entlang der Waiblinger Straße anzubringen, auf die zufährt, wer die Ausfahrt Korb genommen hat. Das sei mit dem Landratsamt abzuklären, antwortete der Bürgermeister – bei der Waiblinger Straße handle es sich um eine Kreisstraße.

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