Wohnungsbau in Winterbach Wohnhäuser statt Netto

So wie im Entwurf sollen die beiden Mehrfamilienhäuser aussehen, die anstelle des Netto-Markts und des bestehenden Wohnhauses dahinter geplant sind. Foto: Brügel Eickholt Architekten

Winterbach. Lange hat der Gemeinderat sich damit schwergetan, jetzt hat er das Bebauungsplanverfahren eingeleitet, das Grundlage für die Nachnutzung des Netto-Areals in der Schorndorfer Straße sein wird. Zu den Plänen für zwei Mehrfamilienhäuser hatten die Nachbarn Einwände. Jetzt ist der Bauherr auf viele Wünsche von Nachbarschaft und Gemeinderäten eingegangen.

16 Wohnungen sollen in den zwei Mehrfamilienhäusern an der Ecke Schorndorfer Straße/Seestraße in Winterbach entstehen. Im Moment steht dort noch ein älteres Wohnhaus – und der Netto-Supermarkt. Seine Tage sind jedoch gezählt. Noch in diesem Jahr zieht der Discounter um in einen Neubau auf der anderen Seite der Schorndorfer Straße. Für die Nachnutzung des Geländes soll jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Der Gemeinderat diskutiert darüber schon länger. Zuletzt war das Vorhaben jedoch in einer Sitzung im Oktober vertagt worden. Auf Vorschlag der CDU stimmte die Mehrheit des Gemeinderats dafür, den Abschluss der Anwohner-Anhörung abzuwarten.

19 Parkplätze in Tiefgarage, zwei oberirdisch auf dem Grundstück

Jetzt hat der Bauausschuss des Gemeinderats das Verfahren für den Bebauungsplan in die Wege geleitet. In der Sitzung ging Bauamtsleiter Rainer Blessing auch auf die Einwände und Wünsche der Nachbarn ein. Zum Beispiel war darunter die Bitte an die Gemeinde, genau darauf zu schauen, ob die erforderliche Zahl von Parkplätzen auf dem Grundstück tatsächlich hergestellt werde. Geplant sind 19 in der Tiefgarage und zwei oberirdisch. Mit der Planung der Wohnungen werde der Architekt damit die gesetzlich erforderliche Stellplatzzahl einhalten, so Rainer Blessing.

„Es waren sehr angenehme Gespräche“, sagte der Bauamtsleiter zum Austausch mit den Angrenzern, mit denen er vor Ort gesprochen hat. „Für uns war es insgesamt sehr erfreulich, dass die Höhe nicht bemängelt wird“, so Blessing. Die Größe der Gebäude sei demnach kein Thema für die Nachbarn gewesen. „Klar wird es mehr Verkehr auf der Seestraße geben, dafür bekommen wir ein deutliches Mehr an dringend benötigtem Wohnraum.“

Gegenüber dem ursprünglichen Entwurf für die zwei Mehrfamilienhäuser ist der, der nun Grundlage für den Bebauungsplan wird, deutlich abgespeckt. Die Gesamtwohnfläche wurde von 958 auf 830 Quadratmeter reduziert. Statt ehemals 24 sind nur noch 16 Wohnungen geplant, davon auf Wunsch des Gemeinderats sechs Wohnungen mit drei Zimmern, die auch für Familien infrage kommen. Die weiteren Wohnungen haben zwei oder ein Zimmer. Die Gebäude sind dreigeschossig und haben eine Höhe von etwas mehr als zwölf Metern mit Flachdach.

Bürgermeister Sven Müller zeigte sich erleichtert, dass man die „Sorgen und Nöte“ der Nachbarn habe auffangen und manches besänftigen können, „so dass wir, denke ich mal, mit allen Beteiligten auf einen guten Kompromiss gekommen sind“.

Im Bauausschuss blieb lediglich Helmut Nachtrieb (Bürgerliche Wählervereinigung) bei seinem Nein zum Bebauungsplan. „Weil ich mir diese Art von Architektur da oben nicht vorstellen kann“, begründete er. Er wolle aber „nicht gegen die Mehrheit rudern“ und enthalte sich deswegen.

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