">

Zeltspektakel 2017 „Die besten Biertrinker sind die Blueser“

Fröhlich und locker, aber trotzdem hochkonzentriert und professionell geht es zu hinter dem Tresen beim Zeltspektakel. Ganz rechts im Bild der Gastro-Chef der Kulti Gerd Juhnke, im wahren Leben Mechaniker. Foto: Schneider / ZVW

Winterbach. Rund 180 Helfer der Kulturinitiative Rock sind pro Abend beim Zeltspektakel im Einsatz, um den Konzert- und Biergartenbesuchern ein rundum angenehmes Erlebnis zu verschaffen. Wenn 4000 durstige Musikfans die Getränkestände stürmen, dann ist das für die, die dahinter stehen, Schwerstarbeit. Doch alle, mit denen man redet, sprechen eigentlich nur von einem: Was für ein Riesenspaß doch alles ist.

Als „irre“ fasst Kulti-Chef Steffen Clauss den ersten Abend des Zeltspektakels am Dienstag mit Amy Macdonald zusammen. Zum Auftakt gleich ein ausverkauftes Konzert, das ist für die Spektakel-Macher und ihre Helfer trotz jahrzehntelanger Erfahrung eine echte Herausforderung. Denn eigentlich muss sich am ersten Festival-Abend zunächst einmal alles einspielen. Doch bei 4000 Leuten im Zelt plus Biergartenbesuchern mussten sie dieses Mal gleich alles geben.

Das Zeltspektakel ist längst kein kleines Dorffest mehr

Bei den Getränkeständen haben sie nach den Erfahrungen des ersten Abends noch mal etwas umgebaut, erzählt Gastro-Chef Gerd Juhnke, um die Abläufe zu optimieren, die noch etwas geholpert haben. Man muss ja sehen: An den Getränkeständen der Kulti stehen keine Ausschank-Profis.

Trotzdem geht es erstaunlich professionell zu. Die grundsätzlichen Abläufe sind bei neun vorhergehenden Festivals erprobt. Das Zeltspektakel ist zwar hemdsärmelig-handgemacht, aber es ist längst kein kleines Dorffest mehr und funktioniert nur, weil die Organisation passt und alle wissen, was sie zu tun haben.

„Es macht einfach Spaß, mit all den Leuten zu schaffen“

Die Helfer an den Getränkeständen schieben Vier- oder Fünfstunden-Schichten. Manche von ihnen sind an allen acht Tagen im Einsatz. Warum? „Es macht einfach Spaß, mit all den Leuten zu schaffen“, sagt Bernd Brecht, stellvertretend für die Motivation, die viele für ihren Einsatz nennen.

Brecht steht am Bierstand ganz hinten: „Mein Job ist der Nachschub.“ Heißt: Er trägt die Körbe mit den benutzten Gläsern zur Spülmaschine und holt von dort die gespülten Gläser ab. Am Stand kommen sie ins Wasserbad, damit sie trotz Abendsonne nicht warm werden. „Damit das Bier besser neiläuft“, erklärt Gerd Juhnke.

Der Umsatz stimmt

Für die Helfer gibt es kein Wasserbad, sie kommen bei schwülen Abenden mit an die 30 Grad richtig ins Schwitzen, sogar die, die ihre Tätigkeit sitzend an der Kasse verrichten. „Aber es ist gut, wenn man schwitzt“, sagt einer, der zum ersten Mal dabei ist. Das heiße, dass die Leute ordentlich konsumieren und der Umsatz stimmt.

Dafür kommt es gar nicht so unbedingt darauf an, wie viele Menschen da sind, meint Gerd Juhnke. Bei Amy Macdonald war das Zelt mit 4000 Besuchern zwar ausverkauft, aber da habe man eher die Weintrinker gehabt. Ganz anders bei Hard Rock und Blues aus: „Die besten Biertrinker sind die Blueser“, sagt er.

Essen gibt es von diversen Profi-Anbietern

Und das Bier gibt es eben neben den alkoholfreien Getränken an den drei Ständen der Kulti. So ist dort auch an einem Abend mit Golden Earring und Kenny Wayne Sheperd bei einem nur halb gefüllten Zelt, ordentlich Betrieb. Und viele kommen jeden Abend auch nur in den Biergarten, der mit rund 2500 Plätzen auch ganz gut bestückt ist ...

Für den Wein ist das Weingut Jürgen Ellwanger mit seinem Stand da. Essen gibt es ebenfalls von diversen Profi-Anbietern, von der Grillwurst über den Gyros bis zur Maultasche im Brötchen ist eine gute Auswahl vertreten. Auch hier hat jedes Publikum so seine Präferenzen.

„Ich helfe einfach gerne"

Bei den Altrockern von Golden Earring halten sich die Herrschaften im gesetzten Alter, die vorher den Biergarten bevölkern, überwiegend an die Klassiker wie Steak und Grillwurst: Am Stand der Winterbacher Metzgerei Schnabel ist die Schlange am längsten.

Eine Belohnung für die Kulti-Helfer gibt es auch: Wer arbeitet, der darf an dem Abend umsonst ins Konzert. Und wer 25 Arbeitstunden während des Festivals zusammenbekommt, der kann an allen acht Abenden kostenlos ins Zelt.

Denn am Ende sind sie natürlich alle irgendwie auch Musikfans. Wobei gar nicht alle Helfer Mitglied in der Kulturinitiative Rock sind. Eckhart Müller aus Grunbach zum Beispiel schafft zum zweiten Mal mit. Er steht am Bierstand im Zelt und zapft den Gerstensaft in Plastikbecher. Als eines von 60 bis 70 Nicht-Mitgliedern, die mitschaffen, sagt er: „Ich helfe einfach gerne. So ein Riesenevent muss man unterstützen.“


Hier geht's zur multimedialen Übersichtsseite mit Videos, Texten und Fotos.


 

  • Bewertung
    2
 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!