Zuwanderung Zahl der Asylbewerber wird weiter steigen

Attraktives Deutschland: Asylbewerber aus Äthiopien in einer Sammelunterkunft Foto: dpa

Stuttgart/Nürnberg - Länder und Kommunen müssen sich auf einen weiteren Anstieg der Flüchtlingszahlen einstellen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) rechnet für dieses Jahr mit 140 000 neuen Asylbewerbern in Deutschland. Das wären 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Attraktivität Deutschlands als Ziel von Flüchtlingen habe innerhalb der EU weiter zugenommen, heißt es in der Prognose des Bundesamts, die unserer Zeitung vorliegt. Der Migrationsdruck sei sehr stark und werde wahrscheinlich weiter zunehmen.

Der starke Zustrom aus Balkan-Staaten wie Serbien und Mazedonien wird nach Einschätzung des Amtes anhalten: „Für eine Trendwende gibt es derzeit keine Hinweise“, heißt es in dem Papier. Mit einem Rückgang wird einzig bei Asylbewerbern aus der Russischen Föderation gerechnet, aus Afrika und dem Bürgerkriegsland Syrien werden hingegen mehr Flüchtlinge erwartet

Die Prognose des Amtes soll es den Ländern und Kommunen erleichtern, rechtzeitig entsprechende Unterbringungskapazitäten zu schaffen. Im vergangenen Jahr haben 109 580 Menschen in Deutschland erstmals Asyl beantragt. Hinzu kamen 17 443 Menschen, die so genannte Folgeanträge stellten, also schon einmal als Asylbewerber abgelehnt worden waren. Insgesamt bedeutete dies laut Bundesamt eine Steigerung gegenüber 2012 um 64 Prozent.

Für Baden-Württemberg bedeutet die Prognose, dass es mit knapp 18 000 neuen Flüchtlingen in diesem Jahr rechnen muss. Damit hätte sich diese Zahl seit der deutlichen Erhöhung der Bargeldzahlungen Mitte 2012 mehr als verdreifacht. Da das Land den Kommunen für jeden Asylbewerber eine Pauschale in Höhe von 12 270 Euro für Unterkunft und Verpflegung überweist, müsste es allein für die neuen Flüchtlinge dieses Jahr rund 220 Millionen Euro zahlen.

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