Das 1:1 gegen Nürnberg in der ZVW-Analyse Dem schwäbischen Offensivspiel fehlt die Struktur

Vergab gleich drei dicke Torchancen: VfB-Stürmer Mario Gomez. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Stuttgart.
Nicht mal die Jobgarantie seines Vorgesetzten sorgte bei Markus Weinzierl für Freude. „Ich habe das jetzt nur nebenbei mitbekommen“, sagte der Trainer des VfB Stuttgart nach dem 1:1 (0:1) im Kellerduell mit dem 1. FC Nürnberg. VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger hatte zuvor bei Sky verkündet, trotz des erneut verpassten Sieges mit dem Coach weitermachen zu wollen: „Wir ziehen das jetzt hier durch - gemeinsam." Weinzierl aber war die Enttäuschung über das Remis vom Gesicht abzulesen. 

Auch sein Nürnberger Kollege Boris Schommers haderte mit „zwei verlorenen Punkten.Wir hätten, glaube ich, heute hier einen Auswärtssieg verdient gehabt“, sagte er. Tatsächlich waren die Franken dem Erfolg am Ende näher als die über weite Strecken schwachen Schwaben. Matheus Pereira (42.) hatte die Gäste zunächst in Führung gebracht, VfB-Verteidiger Ozan Kabak (75.) sorgte für den Ausgleich der Gastgeber.

Allerdings war zuvor über zwei Minuten vom Videoassistenten geprüft worden, ob dem Treffer des Türken eine Abseitsstellung von VfB-Angreifer Anastasios Donis vorausgegangen war. „Das braucht kein Mensch“, kritisierte Weinzierl das lange Bangen. „Wenn du in so einer Situation verantwortlich bist für eine Mannschaft, dann hast du zwei Herzinfarkte.“

Wie das Remis zwischen dem Club und dem VfB zustande kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Startformation und Aufstellung

Markus Weinzierl überraschte im Kellerduell mit Anastasios Donis in der Anfangsformation. Der pfeilschnelle, aber taktisch häufig undisziplinierte Grieche rückte für Geburtstagskind Nicolas Gonzalez in die erste Elf und stürmte im Stuttgarter 5-3-2-System an der Seite von Mario Gomez.

Für den verletzten Christian Gentner (Faserriss in der rechten Wade) spielte nach abgesessener Gelbsperre Santiago Ascacibar, der gemeinsam mit Zuber und Esswein die Dreierreihe vor der Fünferkette bildete. Kurzfristig verzichten musste der VfB-Coach auf Dennis Aogo. Der erfahrene Mittelfeldspieler zog sich am Freitag im Abschlusstraining eine Oberschenkelzerrung. Auch sein Einsatz am kommenden Wochenende gegen Leverkusen ist gefährdet.

Spielidee und Taktik

Gegen gut gestaffelte und tiefstehende Nürnberger wollte der VfB das Spiel breit machen. Die Außenverteidiger Emiliano Insua (links) und Andreas Beck (rechts) positionierten sich immer wieder weit draußen an der Seitenauslinie. Das sollte im Zentrum Räume für die Doppelspitze Donis/Gomez schaffen. Auch positionierte sich die schwäbische Fünferkette immer wieder sehr hoch, was den Druck auf den FCN erhöhen sollte. 

Nach dem 0:1 durch Pereira (42.) reagierte Markus Weinzierl in der Halbzeitpause, stellte das System auf ein 4-1-4-1 um und brachte mit Didavi (für Beck) einen klassischen Spielmacher, der dem Offensivspiel mehr Struktur verleihen sollte. Das gelang allerdings nur bedingt und so musste in der Schlussphase die Brechstange herausgeholt werden - und Weinzierl sein System noch ein weiteres Mal umstellen. In den letzten Minuten spielten die Schwaben wieder mit einer Doppelspitze (Gomez/Gonzalez) und wollten so mit aller Macht den Lucky Punch erzwingen. 

Spielentscheider

Die Nürnberger Defensive stand über weite Strecken solide und ließ gegen offensiv ideen- und harmlose Stuttgarter bis auf wenige Ausnahmen so gut wie nichts zu. Dem VfB fehlte im Offensivspiel ein klarer Plan und eine ordnende Hand. In einer wilden Schlussphase, in der beide Teams voll auf Sieg spielten, hätte die Partie schlussendlich noch in beide Richtungen kippen können. So vergab Gomez nach einer Hereingabe von Donis aus spitzem Winkel das 2:1 und auf der Gegenseite musste VfB-Keeper Ron-Robert Zieler in letzter Minute noch einmal spektakulär gegen Misidjan retten. So stand unterm Strich ein leistungsgerechtes Remis, mit dem sich in der Nachbetrachtung weder der Club noch der VfB so wirklich anfreunden konnten.

Ausblick 29. Spieltag

Freitag, 12. April

  • 1. FC Nürnberg - FC Schalke 04; 20.30 Uhr

Samstag, 13. April

  • RB Leipzig - VfL Wolfsburg; 15.30 Uhr
  • VfB Stuttgart - Bayer Leverkusen; 15.30 Uhr
  • Werder Bremen - SC Freiburg; 15.30 Uhr
  • Hannover 96 - Bor. Mönchengladbach; 15.30 Uhr
  • Borussia Dortmund - FSV Mainz 05; 18.30 Uhr

Sonntag, 14. April

  • 1899 Hoffenheim - Hertha BSC; 13.30 Uhr
  • Fortuna Düsseldorf - Bayern München; 15.30 Uhr
  • Eintracht Frankfurt - FC Augsburg; 18 Uhr

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