ZVW-Gegnercheck - Fortuna Düsseldorf Der Aufsteiger liegt voll im Soll

Trainer Friedhelm Funkel. Foto: Swen Pförtner Foto: dpa

Stuttgart.
Für den abstiegsbedrohten VfB geht es am Sonntagabend (18 Uhr / ZVW-Liveticker) im Auswärtsspiel beim frech aufspielenden Aufsteiger aus Düsseldorf um wichtige drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Die Mannschaft von Trainer-Urgestein Friedhelm Funkel liegt nach 20 Spieltagen bereits sieben Punkte vor der Weinzierl-Elf.

Wie die Saison der Rheinländer bis dato läuft, wer die wichtigsten Eckpfeiler in der Mannschaft sind und wo die Stärken und Schwächen der Fortuna liegen, erfahren Sie im ZVW-Gegnercheck.

Die aktuelle Form

Die Düsseldorfer spielen im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine ausgesprochen gute Saison. Von den letzten sechs Spielen konnten vier siegreich gestaltet werden - bei einem Remis und einer Niederlage. Vor allem die furiose Schlussphase der Hinrunde, als die Fortuna vor Weihnachten mit vier Siegen in Folge aufhorchen ließ, dürfte noch besonders in den Köpfen aller Fortunen sein. Düsseldorf startete dann mit einem etwas glücklichen 2:1-Sieg in Augsburg in die Rückrunde.

Das anschließende Spiel wurde gegen die Top-Mannschaft von RB Leipzig zu Hause mit 0:4 verloren - dabei lag man nach knapp 20 Minuten bereits mit drei Toren zurück. Zuletzt hatte sich die Mannschaft um Kapitän Oliver Fink wieder stark verbessert präsentiert: Beim Champions-League-Aspiranten TSG Hoffenheim holte der Aufsteiger einen Punkt und hätte hinten raus sogar einen Sieg verdient gehabt.

Der bisherige Saisonverlauf

Nach einem unerwartet starken Beginn in der ersten Liga, folgte eine gewaltige Durststrecke von sechs Niederlagen in Folge (5. bis 10. Spieltag). Diese sorgte beim Aufsteiger jedoch nicht für große Unruhe. Das Team, dessen Kader den geringsten Marktwert aller 18 Bundesligisten hat (54,2 Millionen Euro), war sich von Anfang an bewusst, dass der Weg zum Klassenverbleib lang und steinig werden kann. So standen die Rheinländer Mitte der Hinrunde ganze acht Spieltage am Stück auf einem direkten Abstiegsplatz - ließen zwischendrin aber durch ein famoses 3:3-Unentschieden in der Münchner Allianz Arena ihre Klasse aufblitzen.

Zum Ende der Hinrunde gelang es dem Team von Friedhelm Funkel gar, den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer Borussia Dortmund vor eigenem Publikum zu bezwingen (2:1). Mittlerweile liegt der Zweitliga-Meister der letzten Saison auf einem soliden 14. Tabellenplatz - mit bereits sieben Punkte Vorsprung auf den VfB, der seinerseits Relegationsplatz 16 belegt. Zum Vergleich: Die Stuttgarter haben einen Kaderwert von 168,7 Millionen Euro und sowohl im Sommer als auch im Winter Rekordausgaben getätigt.

Dodi LukebakioGlücksgriff auf dem Transfermarkt

Kapitän Oliver Fink (36), der bereits seine zehnte Saison mit der Fortuna spielt und zwei Aufstiege mit den Düsseldorfern erleben durfte (2011/12 sowie 2017/18), führt die Mannschaft mit seiner ruhigen, sachlichen Art. Der Oberpfälzer ist nicht der laute Wortführer, lenkt das Spiel der Fortunen aber mit seiner unaufgeregten Art.

Der junge, belgische Stürmer Dodi Lukebakio (21) ist aktuell mit sechs Treffern Top-Torschütze der Fortunen und erweist sich als wahrer Glücksgriff auf dem Transfermarkt. Aktuell ist der pfeilschnelle Offensiv-Mann vom Premiere-League-Teilnehmer FC Watford ausgeliehen. Den Jungstar noch länger bei sich zu behalten, dürfte bei dessen Leistungen aber ein schwieriges Unterfangen für die klammen Düsseldorfer werden - sein Marktwert liegt aktuell bei sechs Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de).

Friedhelm Funkel: Das Urgestein auf der Trainerbank

Friedhelm Funkel (65) ist ein wahres Urgestein auf der Trainerbank. In Neuss geboren, ist die Fortuna bereits seine zehnte Trainerstation im Profifußball. Der dienstälteste Übungsleiter der Bundesliga coachte dabei vor allem Traditionsklubs: Von 1860 München über Alemannia Aachen bis hin zu Hansa Rostock. Erfolgreich war er auch bei Hertha BSC, Eintracht Frankfurt sowie dem 1. FC Köln.

Der 65-Jährige ist viel herum gekommen in Fußball-Deutschland und bis heute der erfolgreichste Zweitliga-Trainer aller Zeiten. Insgesamt sechsmal führte er seine Mannschaften von der zweiten Liga ins Oberhaus. Zuletzt gelang ihm dieser Erfolg mit der Fortuna in der vergangenen Spielzeit. Als Spieler war Funkel unter anderem für Uerdingen und Kaiserslautern aktiv. Mit den Krefeldern gewann der ehemalige Mittelfeldspieler 1985 den DFB-Pokal.

Die Stärken und Schwächen

Die Fortuna dürfte zumindest auf dem Papier - gemeinsam mit dem zweiten Aufsteiger aus Nürnberg - den qualitativ schwächsten Kader haben. Auch sind die finanzieleln Mittel für mögliche Zugänge begrenzt, weshalb sich die Düsseldorfer häufig mit Leihen begnügen müssen. Dies gelingt den sportlich Verantwortlichen aber sehr gut.

Die Mannschaft gibt auf dem Platz alles und beweist immer wieder tolle Moral sowie eine unfassbare Mentalität - auch in Person der beiden Ex-Stuttgarter Jean Zimmer und Matthias Zimmermann. Auch wenn es bereits die ein oder andere deutliche Niederlage in dieser Saison gab (Zum Beispiel das 1:7-Debakel in Frankfurt), so steht die Fortuna bis dato über dem Strich. Mit ganzen sieben Punkten Vorsprung ist die Mannschaft vom Rhein zum aktuellen Zeitpunkt der Saison absolut im Soll.

Die Einschätzung von VfB-Trainer Markus Weinzierl

"Die Düsseldorfer schmeißen ihr Herz auf den Platz", charakterisiert der VfB-Trainer den kommenden Gegner. Die Fortuna sei "gut organisiert", sodass den VfB "ein sehr intensives Spiel" erwartet. "Sie geben immer alles und haben aktuell viel Selbstvertrauen", sagt Weinzierl. Den Vorteil der Düsseldorfer im Vergleich zum kriselnden und dennoch ambitionierten VfB sieht Weinzierl in deren Rolle in Liga eins: "Sie sind der Außenseiter und können deshalb eine andere Herangehensweise wählen. So lässt es sich leichter spielen".

Im Vergleich zum letzten Spiel des VfB zu Hause gegen Freiburg erwartet Weinzierl die Düsseldorfer nicht so passiv: "Ich denke schon, dass die Fortuna vor eigenem Publikum auch selbst agieren und aktiv sein wird", sagt er. Der Gegner habe die Chance, sich mit einem Sieg einen "riesigen Vorsprung" zu verschaffen, was es aus VfB-Sicht unbedingt zu verhindern gilt.

"Sie machen das gut, aber wir müssen dagegen halten", appelliert Weinzierl an seine Spieler. Es gelte, den Rückschlag gegen Freiburg wegzustecken, nach Düsseldorf zu fahren und drei immens wichtige Punkte zu holen. Einfach wird dieses Vorhaben beim mutig aufspielenden Aufsteiger in Düsseldorf mit Sicherheit nicht.


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