ZVW-Gegnercheck - Greuther Fürth Konterstarke Kleeblätter wollen den VfB ärgern

In der vergangen Saison duellierten sich der VfB und Fürth im Rahmen des Drei-Ligen-Cups bei der SG Sonnenhof Großaspach. Foto: Galm / ZVW

Stuttgart.
Dass sich nach sechs Spieltagen mit den beiden Traditionsvereinen VfB Stuttgart und dem Hamburger SV die Schwergewichte der zweiten Liga tabellarisch ganz oben einordnen werden, wurde von allen Seiten so erwartet. Die größten Verfolger heißen jedoch nicht Hannover 96 oder der 1. FC Nürnberg, welche mit die höchsten Etats der Liga aufwenden. Nein, aktuell mischt mit der SpVgg Greuther Fürth ein Team oben mit, das in der vergangenen Saison noch akut abstiegsgefährdet war. Und so empfängt der bisher ungeschlagene Tabellenführer aus Schwaben am Samstag (13 Uhr / ZVW-Liveticker) die "Kleeblätter" zum Härtetest in der Mercedes-Benz-Arena.

So verlief der Saisonstart

Die vergangene Spielzeit verlief für das "Kleeblatt" alles andere als zufriedenstellend - Trainerentlassung inklusive. Nachdem über mehrere Wochen die Erfolgserlebnisse ausblieben, übernahm Anfang Februar Stefan Leitl, der Ex-Trainer des FC Ingolstadt, das Kommando am Ronhof und sorgte mit Platz 13 unter dem Strich noch für ein versöhnliches Saisonende. Der zweite Abstieg aus dem Unterhaus des deutschen Fußballs konnte mit Geschlossenheit und großem Kampfgeist abgewendet werden.

Diese Tugenden spielen auch zu Beginn der neuen Saison eine entscheidende Rolle bei den Franken. Dazu kommt die große Stärke der Fürther: das Konterspiel. Mit den schnellen Angreifern Julian Green (früher VfB Stuttgart) und Daniel Keita-Ruel wird überfallartig der Weg nach vorne gesucht - bis dato mit Erfolg. Nach einer Seuchensaison 2018/19 steht das Team von Stefan Leitl aktuell auf Rang vier.

Auch wenn das frühe Pokalaus beim Drittligisten MSV Duisburg (0:2) die Stimmung ein wenig getrübt hat, sind die "Kleeblätter" seit vier Spielen in Folge ungeschlagen. Einem Remis bei den hochgehandelten Teams aus Hannover (1:1) und Bielefeld (2:2) folgte zuletzt ein knapper 2:1-Heimerfolg über Aufsteiger Wiesbaden. Damit stehen die Fürther als Überraschungsteam der Liga absolut im Soll.

Konterstärke und solide Abwehrarbeit als Erfolgsrezept

Dabei sind die Franken äußerst minimalistisch unterwegs. Bis auf den Auftaktsieg beim FC St. Pauli (3:1) konnte das Team um Kapitän Marco Caligiuri seine Spiele stets nur mit einem Tor Unterschied für sich entscheiden. In diesem Punkt ähnelt sich der bisherige Saisonverlauf der Fürther dem des VfB Stuttgart, denn: Auch die vier Saisonsiege der Walter-Elf kamen äußerst knapp zustande - zumindest beim Blick auf die Ergebnisse.

Bisher scheinen die sportlich Verantwortlichen in Fürth das Potenzial der Mannschaft vollends auszuschöpfen. Der SpVgg-Kader hat einen Gesamtmarktwert von 12,65 Millionen Euro (Quelle:transfermarkt.de) und liegt damit im unteren Tabellendrittel. Dennoch: Die Nummer eins der ewigen Tabelle der zweiten Bundesliga hat viel Potenzial in ihren Reihen. Das weiß auch der Coach der Schwaben: "Alle unsere Gegner haben Qualität. Greuther Fürth spielt so wie viele andere Mannschaften in dieser Liga", sagte Tim Walter. Die Schwaben dürften also gut vorbereitet sein - vor allem auf den starken Angriff der Fürther.

Julien Green und Daniel Keita-Ruel waren bereits dreimal erfolgreich

Die beiden Offensivakteure fallen Woche für Woche durch starke Leistungen im Trikot der Fürther auf. Julian Green, der sich in seiner Zeit in Stuttgart nicht durchsetzen konnte, blüht bei den Franken regelrecht auf und zeigt ungeahnte Torjäger-Qualitäten. Und auch Stürmer Daniel Keita-Ruel (kam von Fortuna Köln), der lange Zeit in den Niederungen des deutschen Fußballs und bereits einige Jahre im Knast verbrachte, zeigte sich in seinem ersten Jahr am Ronhof überraschend treffsicher.

Beide Spieler wissen um ihren guten Antritt und sind für die Fürther gerade im Umschaltspiel besonders wertvoll. Einzig an der Chancenverwertung können Green und Keita-Ruel noch arbeiten: Für ihre drei Saisontreffer benötigten die beiden ganze 18 Torschüsse.

Betrachtet man die Transferaktivitäten der Franken in den vergangenen Jahren, so fällt ein bestimmtes Muster auf: Der Kader von Greuther Fürth ist gespickt mit Akteuren, denen anderswo nicht der endgültige Durchbruch gelingen wollte - die am Ronhof allerdings überzeugen. Darunter auch der Ex-Gladbacher und -Frankfurter Branimir Hrgota, dem bei seinen vorherigen Stationen der Ruf des Chancentods nachwehte. Bei seinen bisher vier Einsätzen für das "Kleeblatt" steht bereits ein Treffer sowie eine Vorlage zu Buche.

Greuther Fürth bedient sich regelmäßig beim VfB Stuttgart

Und wie schon beim letzten Gegner der Schwaben, dem Jahn aus Regensburg, lassen sich auch zwischen dem VfB und Greuther Fürth einige Querverbindungen erkennen: Neben dem angesprochenen Julian Green, der sein wahres Potenzial am Neckar nur selten entfalten konnte, spielen noch weitere Ex-VfB'ler beim bayrischen Zweitligisten. Mittelfeldspieler Hans Nuno Sarpei hatte beim VfB nie wirklich die Chance dazu bekommen, sich zu zeigen und wechselte vor der Saison für mickrige 50.000 Euro Ablöse zu den Franken. Und auch Ersatztorwart Marius Funk durchlief die Nachwuchsarbeit des schwäbischen Bundesligisten, bevor er sich im vergangenen Jahr den Fürthern anschloss.

Für ausreichend Motivation dürfte aufseiten des kommenden VfB-Gegners in jedem Fall gesorgt sein - zumal die Fürther in Sachen Bilanz noch etwas gut zu machen haben. Nach sieben Aufeinandertreffen in der 2. Liga steht es bei den Siegen momentan 3:2 für die Schwaben, eine Partie endete Unentschieden.


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