ZVW-Gegnercheck - RB Leipzig Die Champions League im Blick

Stuttgart.
Während der VfB nach der desolaten 0:3-Niederlage in Düsseldorf dem Abstieg entgegentaumelt, läuft es beim kommenden Gegner bislang wie gewünscht. Am Samstagnachmittag (15.30 Uhr/ZVW-Liveticker) ist RB Leipzig zu Gast in der Mercedes-Benz Arena. Mit einem starken Geldgeber im Rücken steht die Mannschaft aktuell auf Platz vier. Dieser ist mindestens nötig, um das erhoffte Ziel Champions League zu erreichen.

Wie die Saison der Leipziger bis dato läuft, wer die wichtigsten Eckpfeiler in der Mannschaft sind und wo die Stärken und Schwächen von RB liegen, erfahren Sie in unserem ZVW-Gegnercheck.

Die aktuelle Form

Die Gäste aus dem Osten der Republik weisen aus den vergangenen fünf Partien eine ordentliche Bilanz auf: Gegen die Aufsteiger aus Hannover (3:0) und Düsseldorf (4:0) wurden deutliche Siege eingefahren. Dazu konnten sich die "Roten Bullen" im Achtelfinale des DFB-Pokals knapp mit 1:0 gegen den VfL Wolfsburg durchsetzen und steht damit zum ersten Mal in der jungen Vereinsgeschichte unter den besten Acht. RB Leipzig ist damit äußerst erfolgreich in die Rückrunde gestartet. Einzig gegen den Tabellenführer aus Dortmund mussten sich die Leipziger mit 0:1 geschlagen geben und zuletzt reichte es gegen eine stark aufspielende Eintracht aus Frankfurt nur zu einem torlosen Unentschieden.

Der bisherige Saisonverlauf

Geldgeber Red Bull sowie alle Verantwortlichen im Verein träumen von der ersten Champions-League-Teilnahme der knapp 10-jährigen Vereinshistorie. Um diese zu erreichen, müssten die Leipziger am Ende der Saison Platz vier belegen – und genau auf diesem Rang steht die Mannschaft von Ralf Rangnick vor dem 22. Spieltag und hat bereits fünf Punkte Vorsprung auf Tabellenplatz fünf. Eine weitere Statistik belegt, wie stark RB Leipzig in dieser Saison auftritt: So hat die Mannschaft nie mehr als ein Spiel in Folge verloren und spielt damit unheimlich konstant, was ihre meist guten Leistungen angeht.

Im Winter wurde dem ohnehin schon stark besetzte Kader noch weitere Qualität hinzugefügt. Mittelfeld-Spieler Amadou Haidara kam für 20 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) von Schwesterklub RB Salzburg, Nachwuchstalent Tyler Adams von Red Bull New York. Beiden wird eine große Zukunft prognostiziert.

Stürmerstar Timo Werner

Auch wenn RB Leipzig insgesamt über die jüngste Mannschaft der Liga verfügt (Durchschnittsalter: 24,5 Jahre, Platz 1), konzentriert sich der Großteil medialer Aufmerksamkeit beim Europa-League-Teilnehmer auf den gebürtigen Stuttgarter Timo Werner. Die 22-jährige Sturmhoffnung im Angriff von RB sowie der deutschen Nationalmannschaft ist ein VfB-Eigengewächs.

Nach dem Abstieg verließ er seinen Jugendverein 2016 aufgrund der besseren Perspektive in Richtung Leipzig und spülte dem VfB damals 14 Millionen Euro in die Kassen. Regelrecht Peanuts, wenn man bedenkt, dass Werner mittlerweile einen Marktwert von 65 Millionen Euro (Quelle. transfermarkt.de) gehandelt wird und längst bei nahezu jedem europäischen Top-Klub auf dem Zettel steht.

Der pfeilschnelle Angreifer passt perfekt in das Spielsystem von RB: frühes Pressing und blitzschnelles Umschaltspiel – mit seinem Tempo ist Werner eine echte Waffe. Weshalb Leipzig bemüht ist, den 2020 auslaufenden Vertrag mit ihm schnellstmöglich zu verlängern. Insgesamt lässt sich hinter den Transfers von RB Leipzig eine klare Strategie erkennen. Die jungen, hochveranlagten Spieler werden zum Teil aus niederklassigen Ligen verpflichtet und können in Zukunft mit großen Gewinn weiterverkauft werden.

Ein Beispiel für die hervorragende Transferpolitik ist der junge Innenverteidiger Ibrahima Konaté: Dieser wechselte 2017 aus der zweiten französischen Liga vom FC Sochaux für gerade einmal 300.000 Euro nach Leipzig und besitzt heute bereits einen Marktwert von 18 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de). Ein Beleg für die ausgezeichnete Arbeit der Leipziger Scouting-Abteilung. 

Ralf-Rangnick unterwegs in Doppelfunktion

Der gebürtige Backnanger ist bereits seit 2012 in Leipzig und managt in dieser Saison den Spagat zwischen Sportdirektor und Trainer. Für den ehrgeizigen Funktionär ist Leipzig bereits die 13. Trainerstation – Rangnick war dabei auch Coach von Traditionsklubs wie dem VfB oder Schalke 04. Seine Erfolge bei RB handeln bis dato lediglich von zahlreichen Aufstiegen mit den Leipzigern – so hat Rangnick den Verein von der Regionalliga bis in die Bundesliga geführt.

Lange wird er aber nicht mehr auf der Trainerbank sitzen: für die kommende Spielzeit ist es RB Leipzig gelungen, den umworbenen Trainer Julian Nagelsmann vom eingeschlagenen Weg der Leipziger zu überzeugen. Die Trainer-Nachwuchs-Hoffnung leistet bereits bei der TSG Hoffenheim hervorragende Arbeit. Aufgrund des ähnlichen Spielermaterials, welches beide Vereine zur Verfügung haben sowie einer vergleichbaren Spielphilosophie, erhofft sich Rangnick viel von seinem Nachfolger auf der Trainerbank. Ob der „Macher“ von RB Leipzig dann wieder alleiniger Sportdirektor sein oder den Verein gar wieder verlassen wird, steht aktuell noch nicht fest.

Die Stärken und Schwächen

Ein großer Pluspunkt von RB Leipzig ist in dieser Saison die ausgesprochen stabile Abwehr. Aktuell stellt RB mit lediglich 18 Gegentoren nach 21 Spielen die beste Defensive der Bundesliga. Auch in einer weiteren Statistik, welche die Verteidigung betrifft, liegt RB Leipzig auf dem ersten Rang – gemeinsam mit Gladbachs Torhüter Yann Sommer ist RB-Keeper Péter Gulácsi in zehn Spielen ohne Gegentor geblieben. Die Viererkette stellt damit das Prunkstück von RB in dieser Saison dar und könnte womöglich entscheidend werden auf dem Weg in Richtung Champions League.

Trotz der überragend besetzen Angriffsreihe um Stürmerstar Timo Werner, ist RB Leipzig in dieser Saison bereits sieben Mal ohne eigenen Treffer geblieben – das bedeutet in einem Drittel aller Spiele. So ist auffällig, dass Werner – mit acht Toren erfolgreichster Angreifer der „Bullen“ – wenn, dann ausschließlich doppelt trifft. Diese negative Bilanz machen die Leipziger aber durch zum Teil hohe Kantersiege wieder wett.

Die Einschätzung von VfB-Trainer Markus Weinzierl

„RB Leipzig hat eine gute Mannschaft, die sich unter den sportlich Verantwortlichen toll weiterentwickelt hat“, sagt VfB-Coach Markus Weinzierl. Die Mannschaft von Ralf Rangnick spiele sehr dynamisch und aus einer guten Struktur heraus: „Sie haben eine hohe individuelle Qualität und verfolgen eine klare Spielidee“, so der 44-Jährige. Die Basis für einen möglichen Sieg werde auch am Samstag eine kompakte Defensive sein: „Wir müssen hinten gut stehen und über Umschaltmomente dem Gegner gefährlich werden“, gibt Weinzierl die Marschroute vor.

Dabei gelte es, „nicht so viele einfache Ballverluste wie zuletzt“ zu fabrizieren. Dem Stuttgarter Chefcoach ist es „egal, wer da jetzt kommt“. Man will sich wehren und auch mal für eine Überraschung sorgen. „Wir brauchen die Punkte unbedingt und wollen die Fans ein Stück weit zurückgewinnen“. Seine Mannschaft müsse „ein anderes Gesicht zeigen“ als vergangene Woche in Düsseldorf. „Diese Leistung können wir so nicht stehen lassen. Wir dürfen uns nicht noch ein weiteres Mal so schlecht präsentieren“, appelliert Weinzierl an die Moral seiner Jungs.


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