Zwei Sperrungen innerhalb von 24 Stunden Technische Probleme am Kappelbergtunnel?

Symbolbild. Foto: ZVW/Benjaimn Büttner

Waiblingen. Zwei Tage hintereinander ist der Kappelbergtunnel automatisch gesperrt worden. In beiden Fällen sprach die Polizei von einem Fehlalarm der Brandmeldeanlage. Was genau war da los? Wir haben beim Landratsamt in Waiblingen nachgehakt. 

Die Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg meldete am Dienstag gegen 14.50 Uhr: Der Kappelbergtunnel ist in beiden Richtungen gesperrt. Ein Polizeisprecher des Präsidiums in Aalen teilte dazu kurz darauf auf Nachrage mit: "Das war nur ein Brandmeldealarm der sich als Fehlalarm herausgestellt hat." Schlägt die Anlage Alarm, wird der Tunnel automatisch gesperrt. Bis die Feuerwehr Entwarnung geben konnte und der Verkehr wieder floss, vergingen etwa zwanzig Minuten.

Am Mittwochmorgen kam es dann erneut zu einer automatischen Sperrung. Von 8.45 Uhr bis 9.25 Uhr ging nichts mehr am Kappelbergtunnel, und wieder sprach die Polizei von einem Fehlalarm der Brandmeldeanlage.

Die Reaktionen in den sozialen Medien ließen nicht lange auf sich warten: "Zwei Tage hintereinander? Kommt schon, euer Ernst?", schreibt ein Leser auf Facebook. Macht die Anlage Probleme?

Das sagt das Landratsamt

"Wir sind dran an der Fehlersuche", sagte eine Sprecherin des Landratsamts am Mittwochnachmittag. "Viele Personen" würden die "hochkomplexe Anlage" aktuell auf Fehler untersuchen. Bisher noch ohne Erfolg. Ob es tatsächlich die Brandmeldeanlage war, die Alarm schlug, ließe sich daher noch nicht sagen. 

"Eventuell wird der Tunnel heute Nacht nochmal gesperrt werden, falls sich herausstellt, dass noch Teile ausgetauscht werden müssen", so die Sprecherin weiter.

Hochkomplexe Anlage: Hier regeln Algorithmen den Verkehr

Im und um den Kappelbergtunnel herum läuft vieles automatisiert. Eine Streckenbeeinflussungsanlage regelt an der B14 zwischen Waiblingen und Stuttgart-Wangen auf 12,6 Kilometern den Verkehr und greift dafür auf eine Vielzahl von Instrumenten zurück. Die Brandmeldeanlage ist nur eines davon.

Kontaktschleifen im Boden messen beispielsweise, wie viele Fahrzeuge auf der Strecke unterwegs sind. Auf Grundlage dieser Information wird eine zulässige Höchstgeschwindigkeit festgelegt. Diese wird dann wiederum an die elektronischen Anzeigen, auch "dynamische Verkehrsschilder" genannt, übermittelt. Das soll einen stabilen Verkehrsfluss gewährleisten.

Die Anzeigetafeln können beispielsweise auch vor Nässe, Glätte, Stau, einem Unfall oder einer Baustelle warnen. Warnmeldeanlagen können bei Anzeichen von Gefahr den Tunnel sogar komplett für den Verkehr abriegeln. Die Ampeln springen dann automatisch auf Rot. Dennoch wird sich nicht alleine auf die Messergebnisse entsprechender Sensoren verlassen. Mithilfe von über 50 Kameras überwacht ein Sicherheitsdienst zusätzlich das Geschehen rund um den Tunnel.

Einen Fehlalarm gab es auch schon im August

Die beiden Fehlalarme vom Dienstag und Mittwoch sind nicht die einzigen, die es dieses Jahr gegeben hat. Bereits am 16. August hatte unter anderem die Brandmeldeanlage Alarm geschlagen, weshalb der Tunnel zeitweise gesperrt war. Die Ursache für den Fehlalarm soll ein kurzer Stromausfall gewesen sein. 

Ein offenbar ungeduldiger Autofahrer, der wegen der Sperrung im Stau stand, wendete damals kurzerhand in der Rettungsgasse - und fuhr entgegen der Fahrtrichtung nach Stuttgart zurück.


    Positive Effekte von Verkehrsbeeinflussungsanlagen

    Automatisierte Systeme wie das am Kappelbergtunnel werden unter dem Oberbegriff "Verkehrsbeeinflussungsanlagen" zusammengefasst. Sie kommen laut Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg vor allem auf hochbelasteten Autobahnen, aber vereinzelt auch auf Bundesstraßen zum Einsatz. Studien würden solchen Anlagen positive Auswirkungen auf den Straßenverkehr bescheinigen, heißt es weiter. Die Straßenverkehrszentrale nennt als Beispiele.
     

    • 30 % weniger schwere Unfälle,
    • 20 % kürzere Reisezeiten,
    • 15 % höhere Leistungsfähigkeit und
    • 20 % weniger Staus durch präventive Verlagerung des Verkehrs auf Alternativrouten
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