Zwischen Fellbach und Schorndorf 32 Millionen für einen Radschnellweg

So wie dieser Radschnellweg in Göttingen könnte auch eine Radverbindung von Fellbach bis Schorndorf aussehen. Foto: Christoph Mischke

Waiblingen. Für Fahrradfahrer klingt es traumhaft: Zwischen Fellbach und Schorndorf könnte ein mindestens vier Meter breiter, beleuchteter Radschnellweg entstehen, auf dem auf weiten Strecken nur Zweiräder zugelassen sind. Rund 2800 Radfahrer könnten die Verbindung im Schnitt täglich nutzen. Und das Beste: Es gibt gute Chancen, dass der Radschnellweg gebaut wird. Bis dahin aber ist Grunderwerb nötig.

Eine Machbarkeitsstudie zeigt es: Die seit langem gewünschte Radfahrtrasse zwischen Fellbach und Schorndorf ist möglich. „Wir haben bereits einen Förderantrag gestellt“, sagte Stefan Hein, Kreis-Dezernent für Bauen, Umwelt und Infrastruktur, im Planungsausschuss des Gemeinderats. Verschiedene Trassen seien untersucht worden. Übrig geblieben ist eine Vorzugsvariante, die südlich der B 29 verlaufen soll: Parallel zur Bundesstraße sollen vorhandene Landwirtschaftswege ausgebaut werden, abschnittsweise soll neu gebaut werden. Der hohe Ausbaustandard eines Radschnellwegs soll auf 85 Prozent der Strecke möglich sein. Diese soll im Schnitt von täglich 2800 Radfahrern genutzt werden. Die Kosten für den Streckenabschnitt Fellbach-Weinstadt übernimmt das Land, der Abschnitt Weinstadt-Schorndorf ginge zulasten des Kreises, wobei aber mit hohen Zuschüssen zu rechnen wäre: Der Bund hat für das Projekt eine Förderung von 75 Prozent in Aussicht gestellt, das Land könnte weitere 12,5 Prozent bezuschussen.

Das Problem der Trasse aus Waiblinger Sicht: So richtig nah und angebunden ist sie weder an die Kernstadt noch an die Ortschaften. Anschlüsse müssten also geschaffen werden – und zwar von der Stadt Waiblingen selbst. „Eine ideale Radwegetrasse zu schaffen, ist schwierig“, räumte Stefan Hein ein. Trotzdem sei die Verbindung eine Riesenchance, andere Verkehrsträger zu entlasten. Noch handle es sich um keine fertige Planung, betonte Hein weiter, der mit der Machbarkeitsstudie zurzeit durch die betroffenen Kommunen tourt. „Unser Anliegen ist es, dass das Projekt positiv zum Bürger getragen wird.“

ADFC fordert Zubringer mit bester Qualität

Ein Bürger, der sich für die Planung besonders interessiert, ist der Waiblinger ADFC-Chef Andreas Schwager. „Grundsätzlich gut, ein wichtiges Signal“, kommentiert er den möglichen Radschnellweg nach Schorndorf. Allerdings müssten aus der Kernstadt und den Ortschaften Zubringer zum Radschnellweg in Richtung Schorndorf und Stuttgart in ebenso guter Qualität wie der des Radschnellweges geschaffen werden. Durchgehende Verbindungen zu dem weiteren Radschnellweg in Richtung Ludwigsburg müssten ebenfalls eingeplant werden. Klar ist für Schwager aber schon jetzt: „Aus Waiblinger Sicht ein Gewinn.“

So sahen es auch die Sprecher im Planungsausschuss. „Darauf warte ich schon seit fünf Jahren“, begeisterte sich Urs Abelein (SPD) ebenso wie Tobias Märtterer (Grünt), der die Aussicht auf die Radverbindung „super gut“ fand. ALi-Rätin Iris Förster freute sich darüber, auf diese Weise viel Verkehr von der Straße wegzubekommen. FW-DFB-Chef Siegfried Bubeck hakte wegen einer möglichen Verschmutzung durch Traktoren nach, die teilweise auf demselben Weg fahren sollen. „Das wird nur auf kurzen Abschnitten der Fall sein“, beruhigte Hein. „An neuralgischen Punkten wird der Straßenbetriebsdienst sensibilisiert.“ Ein viel größeres Problem könnte da schon der Grunderwerb sein, den Michael Stumpp (CDU) ansprach. „Das ist ein Knackpunkt“, räumte Stefan Hein ein. In weiten Teilen liege die Trasse auf bestehenden Wegen, die allerdings meist nicht breit genug sein werden. „Enteignung kann nicht das Ziel sein, sondern Grunderwerb“, betonte er. „Deshalb ist es wichtig, dass der Weg positiv gesehen wird.“


Beim Stadtradeln CO2 gespart

Wie klimafreundlich es ist, in die Pedale zu treten, hat im Juli die Aktion „Stadtradeln“ offenbart. Die Teilnehmer versuchten, drei Wochen lang möglichst viele Kilometer per Rad statt mit dem Auto zurückzulegen. Der Kreis formierte gemeinsam mit den Kommunen Aspach, Backnang, Schwaikheim, Rudersberg, Urbach und Weinstadt ein Rems-Murr-Team – Bilanz: Mehr als 1000 Leute beteiligten sich, erstrampelten 265 000 Kilometer und vermieden damit 37,7 Tonnen CO2. Waiblingen kam auf 124 700 Kilometer und eine Einsparung von 17,7 Tonnen.

  • Bewertung
    20

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!