VfB Stuttgart

Kaminski vor dem Abflug?

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Vor einem Jahr mit dem VfB Stuttgart in die 1.Bundesliga aufgestiegen, nun beim Hamburger SV im Gespräch: Abwehrmann Marcin Kaminski. © ZVW

Dass Weltmeister Benjamin Pavard dem VfB Stuttgart aller Voraussicht nach doch noch für die bevorstehende Saison erhalten bleibt, könnte das Transferkarussell noch einmal in Schwung bringen. Der Bundesliga-Absteiger Hamburger SV fahndet derzeit nach Verstärkungen für die Innenverteidigung und hat VfB-Abwehrmann Marcin Kaminski ins Visier genommen.

Mit Timo Baumgartl, Marc Oliver Kempf, Holger Badstuber, Marcin Kaminski und – sollte sich nicht doch noch ein Rekordtransfer ergeben – Benjamin Pavard hat der VfB Stuttgart derzeit fünf etatmäßige Innenverteidiger unter Vertrag. Die Verantwortlichen am Cannstatter Wasen sind deshalb durchaus gewillt, einen der genannten Akteure abzugeben. Da Benjamin Pavard laut FC Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge in diesem Sommer (noch) nicht nach München wechseln wird, spricht vieles dafür, dass Marcin Kaminski den Verein verlassen soll.

Geringe Aussichten auf einen Stammplatz

Dem fünffachen polnischen Nationalspieler sollen diese Pläne der Vereinsführung auch schon signalisiert worden sein. Der 26-Jährige, der 2016 ablösefrei von Lech Posen nach Stuttgart gewechselt war und dort seither in 48 Partien (ein Tor) auf dem Platz stand, hatte seinen Vertrag zwar erst im Frühjahr bis 2021 verlängert. Durch den Pavard-Verbleib sind die Aussichten auf einen Stammplatz jedoch noch einmal gesunken.  

Hoch im Norden steht Kaminski aber offenbar hoch im Kurs: Während der VfB seine Kaderplanungen frühzeitig abgeschlossen und aktuell 25 Mann unter Vertrag hat, ist das Transferkarussell beim Hamburger SV weiterhin in Bewegung. Beinahe täglich gibt es neue Meldungen über Interessen, Abgangswünsche oder Wechselwahrscheinlichkeiten. Die aktuellste Personalie: Marcin Kaminski.  

Am Freitagabend startet der Hamburger SV gegen Holstein Kiel in seiner erste Zweitliga-Saison. Aufgrund der langwierigen Verletzungen von Gideon Jung und Kyriakos Papadopoulos besteht beim ehemaligen Bundesliga-Dino aber noch dringender Handlungsbedarf auf der Innenverteidigerposition. Die entstandene Lücke könnte Kaminski schließen, so berichtet die „Bild“-Zeitung. HSV-Sportvorstand Ralf Becker soll bei den Schwaben bereits wegen der Modalitäten eines möglichen Wechsels angefragt haben.

Eine Frage des Geldes

Ein Wechsel des 26-Jährigen scheint durchaus realistisch, entscheidend wird aber sein ob die Hamburger die vom VfB ausgegebene Ablösesumme stemmen können. Kaminskis Marktwert von 2,5 Millionen Euro (Quelle: Transfermarkt.de) dürfte die Verhandlungsbasis darstellen. Um die eigenen Möglichkeiten zu verbessern, muss der HSV aber zunächst durch die bevorstehenden Abgänge von Ekdal sowie Filip Kostic seinen Gehaltsetat entlasten. Beim Ex-Stuttgarter Kostic soll der VfL Wolfsburg bereit sein, acht Millionen Euro Ablöse zu bezahlen.

Ob sich der HSV in der Causa Kaminski das Gesamtpaket aus Ablöse und Gehalt leisten kann, scheint dennoch fraglich. Sinnvoll erscheint eine Verpflichtung auf Leihbasis. Vor allem auch für den Polen selbst, der in der 2.Liga dringend benötigte Spielpraxis sammeln und sich für höhere Aufgaben empfehlen könnte. Nicht zuletzt hätte der VfB Stuttgart mit dem ausgeliehenen Kaminski einen weiteren Defensivmann für das kommende Jahr in der Hinterhand. Denn spätestens 2019 dürfte es Weltmeister Pavard dann doch zu einem internationalen Spitzenclub ziehen.