VfB Stuttgart

Kein Ansturm auf VfB-Tickets: Die organisierte Fanszene lehnt die Teil-Öffnung der Arena ab

Fußball Bundesliga VfB Stuttgart vs. SC Freiburg
Einen großen Ansturm auf die Tickets für das VfB-Heimspiel gegen Freiburg gab es nicht. © Pressefoto Baumann

In der Theorie hätte der VfB Stuttgart am Samstagnachmittag im Heimspiel gegen den SC Freiburg (2:3) 8.000 Fans in der Mercedes-Benz-Arena begrüßen dürfen. Letztlich kamen offiziell allerdings „nur“ 7.123 Zuschauer zum ersten Bundesliga-Spiel nach dem Wiederaufstieg in die 1. Liga.

„Von 0 auf 12.000 ist ein großer Schritt“

Zwei Tage vor dem Anpfiff hatten die Schwaben von der Landesregierung und der Stadt grünes Licht für ihr Sicherheits- und Hygiene-Konzept erhalten. „Die oberste Prämisse bleibt immer, die Gesundheit der Menschen zu wahren“, sagte Vorstandschef Thomas Hitzlsperger daraufhin.

Der Verein wollte aus Vorsichtsgründen zunächst maximal 8000 Zuschauer ins Stadion lassen, obwohl laut der bundeseinheitlichen Regelung für Sport-Arenen bis zu 12.000 Fans möglich gewesen wären.

„Von 0 auf 12.000 ist ein großer Schritt“, begründete Thomas Hitzlsperger die Entscheidung. Den nächsten Schritt will der VfB mit etwas mehr Vorlaufzeit erst beim zweiten Heimspiel gegen Bayer Leverkusen am 3. Oktober gehen.

Der große Ansturm auf die VfB-Tickets blieb aus

Die Bundesländer hatten sich am vergangenen Dienstag (15.09.) auf eine einheitliche Regelung zur Fan-Rückkehr verständigt, die den deutschen Proficlubs in den kommenden sechs Wochen eine Auslastung von 20 Prozent der jeweiligen Stadion- oder Hallenkapazität erlauben soll.

Die Tickets für das Freiburg-Spiel hatte der VfB an Dauerkarteninhaber der Vorsaison, Business-Kunden und Fanclubs vergeben. Der Preis: angelehnt ans Gründungsjahr des Clubs jeweils 18,93 Euro. Für die Leverkusen-Partie sollen die Preise neu gestaltet werden.

Als der virtuelle Verkaufsstand am Freitagmorgen um 9 Uhr geöffnet wurde, blieb der große Ansturm auf die Karten aus. Die Fans sind skeptisch - und das spiegelte sich schließlich auch am Samstagnachmittag beim Blick ins weite Rund der Arena wider. Mit Maske und ausgefülltem Gesundheitsfragebogen ins Stadion? Dann lieber auf der heimischen Couch lümmeln. Auch mit Blick auf das Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg ließen offenbar viele Anhänger Vorsicht walten.

„Einen Schritt zurück Richtung Normalität sehen wir nicht“

Die organisierte Fanszene des Vereins hatte schon vor dem Anpfiff ihre Ablehnung gegenüber der Teilöffnung der Arena kundgetan und angekündigt, dass es in der aktuellen Situation keinen Support aus der Kurve, Fahnen und Zaunfahnen geben wird.

„Eine Art Notbetrieb für das positive Gefühl aller Beteiligten lehnen wir ab“, so die Fanclubs und Gruppen der Cannstatter Kurve in einem Statement. „Einen Schritt zurück Richtung Normalität sehen wir nicht. Die „Normalität“ des Profifußballs steht sowieso in der Kritik wie niemals zuvor.“

Ticket-Ansturm für erstes Spiel: Bielefelds Server bricht zusammen

  • Der Ansturm auf die Tickets für das erste Heimspiel mit Zuschauern seit einem halben Jahr hat beim Fußball-Bundesligisten Arminia Bielefeld die Server in die Knie gezwungen.
  • Für die Partie gegen den 1. FC Köln am Samstag, das für die Ostwestfalen zudem das erste Bundesliga-Heimspiel seit elf Jahren ist, sollen nach derzeitigem Stand 5300 Fans zugelassen werden. Dauerkartenbesitzer konnten sich ab Sonntagabend um 19.05 Uhr online auf der Homepage bewerben.
  • «Wir hatten mit einem Ansturm gerechnet, aber nicht mit einem solchen», schrieb der Verein am späteren Sonntagabend: «Deswegen ist unser Server in die Knie gegangen und stellt uns momentan vor arge Probleme. Wir haben das Formular jetzt wieder von der Homepage genommen.»
  • Die Arminen entschuldigten sich und versprachen, ein neues Formular zu bauen und schnellstmöglich auf die Homepage zu stellen: «Wir tun alles dafür, aus den Fehlern zu lernen.» Auf die Verteilung der Karten habe der Zeitpunkt der Registrierung angesichts der Verlosung keinen Einfluss, versicherte der Club. (dpa)