VfB Stuttgart

"Klare Fehlentscheidungen werden vermieden"

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VfB-Cheftrainer Hannes Wolf erwartet am Sonntag in Berlin einen heißen Tanz: "Dort zu kombinieren und Fußball zu spielen wird eine große Herausforderung." © Danny Galm

Stuttgart.
Die 2. DFB-Pokalrunde lieferte wieder eine Menge Stoff für Diskussionen. Allen voran die Partie des FC Bayern München gegen RB Leipzig. Im Zentrum der Kritik stand Schiedsrichter Felix Zwayer, der das hochklassige Pokalspiel mit einigen zweifelhaften Entscheidungen maßgeblich beeinflusste.

DFB-Pokal: Ab der Viertelfinale mit Videobeweis

Im DFB-Pokal gibt es den Videobeweis erst ab dem Viertelfinale. Die Umsetzung ab dem Viertelfinale sei in Abstimmung mit der DFL aus organisatorischer und wirtschaftlicher Sicht darstellbar, teilte der DFB vor einer Woche mit. In der Bundesliga wird der Videoassistent seit dem 1. Spieltag getestet. Nach der Spielzeit 2017/18 wird dann entschieden, ob der Videoschiedsrichter von Köln aus dauerhaft die Bundesliga-Spiele begleiten wird.

Für VfB-Trainer Hannes Wolf waren die Pokalspiele unter der Woche ein klares Argument für den Videobeweis: „Wenn der Videobeweis wieder abgeschafft wird, bekommen wir richtig Probleme. Da gab es teilweise Entscheidungen, die mit dem Videobeweis richtig entschieden worden wären“, sagte Wolf am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem nächsten Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg.

Zehn Leute, eine Szene, acht verschiedene Meinungen

Fakt ist aber auch: Diskussionen rund um strittige Schiedsrichterentscheidungen wird es immer geben – auch das hat die laufende Pilotphase mit dem Videoassistenten gezeigt. Eine hundertprozentige Sicherheit kann und wird es nie geben.Für Hannes Wolf bringt der Videoschiedsrichter dennoch eine Verbesserung: „Zehn Leute schauen sich eine Szene an und es gibt acht verschiedene Meinungen, aber der Videobeweis macht die ganze Sache objektiver. Klare Fehlentscheidungen werden vermieden. Deshalb glaube ich nicht, dass der Videobeweis so schnell wieder abgeschafft werden kann.“

Dennis Aogo: "Mittlerweile tendiere ich dazu, das Ganze wieder abzuschaffen"

Auch VfB-Sportvorstand Michael Reschke ist ein Befürworter des Videoassistenten. Nach dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln (2:1), in dem Schiedsrichter Benjamin Cortus nach minutenlanger Beratung mit dem Videoassistenten einen Elfmeterpfiff gegen den VfB wieder zurücknahm, sagte der 60-Jährige: "Klarer Punktsieg für den Videobeweis. Es war definitiv kein Elfer. Ob die Analyse der Szene 40 Sekunden oder vier Minuten dauert, ist nebensächlich.“

VfB-Abwehrspieler Dennis Aogo hält hingegen wenig vom Videobeweis: "Die Abwicklung ist nicht zufriedenstellend. Die Zeit bis zur Entscheidung ist furchtbar lange, man bringt als Schiedsrichter alle gegen sich auf. Die Spieler sind nur am Diskutieren, die Fans werden unruhig. Das ist nicht akzeptabel", sagte Aogo nach dem Heimsieg gegen Köln.

Einen Tag später forderte der ehemalige Nationalspieler im Podcast "Zweierkette" von Amazon Music sogar die Abschaffung des Videoassistenten: "Mittlerweile tendiere ich dazu, das Ganze wieder abzuschaffen - dass man den Sport Sport sein lässt und in Kauf nimmt, dass Menschen am Werk sind, die auch mal Fehler machen."