Corona-Pandemie

Klare Mehrheit gegen Ende aller Corona-Auflagen

2G-Modell auf der Reeperbahn
Hamburg hat seine Corona-Auflagen weiter gelockert. Eine Aufhebung aller Auflagen würde laut einer Umfrage jedoch eine Mehrheit ablehnen. Foto: Markus Scholz/dpa © Markus Scholz

Berlin (dpa) - Die meisten Deutschen sind gegen ein rasches Ende aller Corona-Auflagen. Bei einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wandten sich 61 Prozent der Befragten gegen eine sofortige Aufhebung aller Beschränkungen.

33 Prozent wären hingegen dafür. Dänemark hatte vor kurzem bei einer Impfquote von 83 Prozent alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. «In Deutschland waren zuletzt rund 62 Prozent der Menschen vollständig geimpft», lautete die Frage. «Sollten in Deutschland jetzt alle Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aufgehoben werden?»

33 Prozent lehnten dies kategorisch ab, 28 Prozent antworteten mit «eher nein». 19 Prozent sind entschieden für eine Aufhebung, 14 Prozent wählten «eher ja». Die stärkste Ablehnung eines sofortigen Endes aller Beschränkungen gab es bei alten Menschen.

Mittlerweile sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in Deutschland knapp 64 Prozent der Menschen komplett gegen das Coronavirus geimpft.

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, Andreas Gassen, hat ein Ende aller Corona-Beschränkungen zum 30. Oktober gefordert. Die Bundesregierung erteilte dem eine Absage.

«Die Debatte um das Fallenlassen aller Maßnahmen ignoriert völlig die Belange der Bevölkerungsgruppen, die sich nicht impfen lassen können, und das sind insbesondere alle Kinder unter 12 Jahren», sagte der Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes, Daniel Grein, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Die Anliegen von Kindern fanden in der Pandemie ohnehin zu wenig Gehör.» Die aktuelle Debatte reihe sich in diese Erfahrung ein. Einen «Freedom Day» schätzte er als zu risikoreich ein. «Die Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung – gerade auch bei Kindern – sind noch nicht bekannt. Deshalb ist es zynisch, die Kinder jetzt diesem Risiko unkontrolliert aussetzen zu wollen.»

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