Meinung

Kommentar: Die bundesweit zentralisierte Terminvergabe für Corona-Impfungen ist gescheitert, der Rems-Murr-Kreis sollte übernehmen!

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Warum muss jemand, der einen Termin im Kreisimpfzentrum in der Waiblinger Rundsporthalle möchte, bei einer bundesweiten Hotline anrufen oder sich online mit einer bundesweiten Termin-Plattform herumärgern!? © Gabriel Habermann

Größer etwas ist, desto kleinteiliger sollte es organisiert werden. Schon deshalb, weil in der föderalen Bundesrepublik örtlichen Besonderheiten Rechnung zu tragen ist. In der Pandemiebekämpfung offenbart sich dies etwa in unterschiedlichen Impf-Infrastrukturen. Brandenburg beginnt jetzt schon mit Impfungen in Arztpraxen, in Sachsen sind drei Impftrucks unterwegs. So viel Herzblut, Schweiß und Hirnschmalz die Verantwortlichen auch reingesteckt haben: Die bundesweit zentrale Impfterminvergabe ist gescheitert und hat viele Impfwillige erzürnt und verunsichert.

Ja, das liegt zwar auch an dem von der Bundesregierung und der EU verursachten Impfstoffmangel. Israel, Großbritannien oder die USA zeigen gerade, wie eine bessere Einkaufspolitik aussieht. Wenn man nun aber schon so einen Impfstoffmangel wie hierzulande zu verwalten hat, sollte man nicht alles durch nur einen Flaschenhals pressen.

Der Rems-Murr-Kreis hat bewiesen, dass er mit seiner Schnelltest-Terminvergabe-Software in Zusammenarbeit mit den Kommunalverwaltungen auch Impftermine für den gerade durch den Kreis tourenden Impftruck direkt lokal an den Mann und die Frau zu bringen vermag. Auch schon vorher funktionierte es niederschwellig besser: Als bei der ad hoc durchs Land verfügten Aufnahme der Lehrkräfte und Erzieher in den Kreis der Impfberechtigten für diese im bundesweiten Vergabesystem keine Termine in der Woche ab 22. Februar in der Rundsporthalle buchbar waren, entschied sich die Kreisverwaltung für einen vorübergehenden „Termin-Bypass“, machte der Lehrerschaft in Fellbach und Waiblingen direkt Impfangebote.

Kurzum: Lieber Rems-Murr-Kreis, bitte übernehme ab jetzt komplett die Impfterminvergabe für Rems-Murr-Bürger, die sich hier impfen lassen wollen. Du hast gezeigt, dass Du’s kannst. Wer sich außerhalb impfen lassen möchte, kann sich ja weiterhin an der 116 117 oder online unter impfterminservice.de die Zähne ausbeißen.

Größer etwas ist, desto kleinteiliger sollte es organisiert werden. Schon deshalb, weil in der föderalen Bundesrepublik örtlichen Besonderheiten Rechnung zu tragen ist. In der Pandemiebekämpfung offenbart sich dies etwa in unterschiedlichen Impf-Infrastrukturen. Brandenburg beginnt jetzt schon mit Impfungen in Arztpraxen, in Sachsen sind drei Impftrucks unterwegs. So viel Herzblut, Schweiß und Hirnschmalz die Verantwortlichen auch reingesteckt haben: Die bundesweit zentrale Impfterminvergabe

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