VfB Stuttgart

Kommentar zur VfB-Gala gegen den BVB: Matarazzos Meisterstück

Fußball   Bundesliga   Borussia Dortmund vs. VfB Stuttgart
VfB-Coach Pellegrino Matarazzo (li.) hat das Trainer-Duell mit seinem erfahrenen Gegenüber Lucien Favre klar für sich entscheiden können. © Pressefoto Baumann

Wenn der Chef vor Freude „Konfetti kotzen“ könnte, müssen die Angestellten ja einiges richtig gemacht haben. Vor den Augen von Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger und den zahlreichen Fans an den heimischen Bildschirmen lieferte der VfB Stuttgart beim 5:1-Sieg gegen Borussia Dortmund einen sensationellen Gala-Auftritt ab.

Ein beeindruckendes Reifezeugnis

Die Schwaben spielten sich gegen den kraft- und ideenlosen BVB phasenweise in einen Rausch. Ein beeindruckendes Reifezeugnis für die junge Mannschaft (Altersschnitt 23,4 Jahre) - und ein wahres Meisterstück von Trainer Pellegrino Matarazzo.

Der 43-Jährige coachte am Samstag erst sein 11. Bundesliga-Spiel als Cheftrainer und der studierte Mathematiker aus New Jersey dürfte spätestens jetzt auch den Fußball-Fans im Ruhrpott ein Begriff sein. Ebenso wie sein Gegenüber Lucien Favre, der am Samstag in seinem 307. Bundesliga-Spiel auf der Trainerbank saß, verfügt auch Matarazzo über ein Team mit vielen Hochbegabten in seinen Reihen.

Gerade in der Offensive standen sich im Signal-Iduna-Park mit Tanguy Coulibaly (19), Mateo Klimowicz (20) und Silas Wamangituka (21) für den VfB und Giovanni Reyna (18), Jadon Sancho (20) und Jude Bellingam (17) für den BVB ein paar waschechte Rohdiamanten gegenüber.

Kluger Matchplan, richtige Einstellung

Allerdings gelang es nur dem Stuttgarter Übungsleiter seine Rasselbande zu einer absoluten Höchstleistung zu motivieren. Mit einem klugen Matchplan an der Hand und der richtigen Einstellung gingen die „Jungen Wilden 2.0“ vom Anpfiff weg mutig zu Werke.

In einer 3-4-3-Grundordnung mit dem offensiven Dreizack aus Förster-Klimowicz-Coulibaly setzten die Weiß-Roten die Schwarz-Gelben von der ersten Minute an mit einem mutigen Pressing schon tief in deren Hälfte unter Druck.

Während hinten die zweikampfstarke Dreierreihe um Kapitän Marc Oliver Kempf, Waldemar Anton und Konstantinos Mavropanos den Laden dicht hielt, konnten vorne Wamangtuka und Co. die behäbige BVB-Abwehr um den 2014er-Weltmeister Mats Hummels ordentlich durcheinander wirbeln.

Als Scharnier zwischen Abwehr und Angriff fungierte das spiel- und zweikampfstarke Herz des VfB Stuttgart um Wataru Endo und Orel Mangala. Kurzum: eine rundum beeindruckende Leistung und das vielleicht beste VfB-Spiel der letzten Jahre.

Auf dem besten Weg zum Saisonziel

Ganz im Gegensatz zum BVB, der sich nach der krachenden Pleite wohl aus dem Titelrennen verabschieden kann, ist der Aufsteiger nach starken 17 Punkten aus den ersten elf Partien auf dem besten Weg zu seinem Saisonziel, dem Klassenverbleib in der Bundesliga.

Wer noch im Sommer an der Bundesligatauglichkeit des Kaders gezweifelt hatte, wurde durch die erfrischenden Auftritte im ersten Drittel der Saison längst eines Besseren belehrt. Auch weil es Trainer Matarazzo gelungen ist, aus den jungen und talentierten Kickern eine schlagkräftige Truppe zu formen, die an guten Tagen selbst ein Spitzenteam wie Borussia Dortmund in die Knie zwingen kann.