Bond-Girl

Bikini von Ursula Andress findet keinen Käufer

Bikini/Ursula Andress
Nur ganz wenig Stoff hat die Schauspielerin Ursula Andress berühmt gemacht. Foto: UPI/A0001_UPI/dpa © UPI

Los Angeles (dpa) - Der berühmte Bikini, den Ursula Andress als Bond-Girl trug, hat bei einer Versteigerung in den USA am Donnerstag keinen Käufer gefunden. Auch der Inhaber des BikiniArtMuseum aus Bad Rappenau bei Heilbronn (Baden-Württemberg) hatte im Vorfeld Interesse gezeigt - verzichtete dann aber auf ein Gebot. «Wir hatten uns gesagt: Niemals als Erstbieter!», sagte Museumsinhaber Alexander Ruscheinsky am Freitagmorgen.

Der weiße Zweiteiler, der die Schweizer Schauspielerin damals zum Sexsymbol machte, war vorab als besonders gefragtes Stück bei der Auktion von Hollywood-Memorabilien eingestuft worden. Das Startgebot für den Bikini lag zwar bei satten 300 000 Dollar (rund 254 000 Euro). Marktexperten hatten aber geschätzt, dass er für eine halbe Million Dollar den Besitzer wechseln könnte.

Im Film «007 jagt Dr. No» (1962) stieg Andress (heute 84 Jahre alt) als jamaikanische Muschelsammlerin Honey Ryder in dem für damalige Verhältnisse recht freizügigen Zweiteiler aus dem Meer und verdrehte James Bond (Sean Connery) den Kopf. Zu dem Bikini gehörte ein Gürtel mit Goldschnalle, an dessen Seite ein Tauchermesser steckte.

Es sei gut vorstellbar, dass der Bikini nun bei anderer Gelegenheit zu einem günstigeren Preis unter den Hammer kommt, sagte Ruscheinsky. Deswegen habe er nicht vorschnell lossteigern wollen. Der Unternehmer und hobbymäßige Bikini-Fachmann aus Regensburg hatte sich online an der Auktion in Los Angeles beteiligt.

Für das BikiniArtMuseum ersteigerte Ruscheinsky nun aber für 4000 Dollar ein Badekleid, das Liz Taylor im Jahr 1957 trug. Das sei zwar nicht so prominent und begehrt wie der Bikini, den einst Schauspielerin Ursula Andress trug, aus historischer Sicht für das Museum letztlich aber wertvoller. Das rote Wollkleid stehe für die Bademode aus der Zeit rund um 1880.

Damit passe das Stück bestens in das kulturwissenschaftliche Konzept des im Juli eröffneten BikiniArtMuseums. Das zeigt die Entwicklung der Bademode seit dem späten 19. Jahrhundert und befasst sich mit Themen wie sexueller Befreiung und Emanzipation. Ultraknappe Bikinis sind ebenso zu sehen wie Burkinis. «Wir waren selber überrascht, welche Diskussionen die Ausstellung bei den Besuchern auslöst und wie enthusiastisch viele reagieren.»

Zu den wertvollsten Bikinis im Museum gehören Ruscheinsky zufolge der goldene Zweiteiler des Bikini-Erfinders Louis Réard sowie zwei Bikinis der Filmstars Marilyn Monroe und Brigitte Bardot. Wegen der Corona-Beschränkungen ist das Museum zurzeit geschlossen.

Die Versteigerung in Los Angeles sollte am Freitag fortgesetzt werden. Fast tausend Film-Andenken wurden angeboten.

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