Jazz-Pianist

Keith Jarrett leidet an den Folgen von Schlaganfällen

Keith Jarrett
Ein Foto aus besseren Tagen: Keith Jarrett (2011). Foto: Bruno Bebert/EPA FILE/dpa © Bruno Bebert

New York (dpa) - Der Star-Pianist Keith Jarrett ist nach zwei Schlaganfällen gesundheitlich stark beeinträchtigt. «Meine linke Seite ist immer noch teilweise gelähmt», sagte der 75-jährige US-Musiker der «New York Times» (Donnerstag).

Sogar im Haus mit einem Stock zu laufen, falle ihm schwer. Es sei unwahrscheinlich, dass er jemals wieder in der Öffentlichkeit auftreten werde, schrieb die Zeitung. «Ich weiß nicht, wie meine Zukunft aussehen soll», sagte Jarrett selbst. «Ich fühle mich momentan nicht als Pianist», fügte er hinzu.

Es sei nicht damit zu rechnen, dass er seine Fähigkeiten am Klavier wiedererlangen werde. «Das Beste, was ich von meiner linken Hand erwarten kann, ist möglicherweise die Fähigkeit, eine Tasse zu halten», ergänzte Jarrett. Den ersten Schlaganfall habe er im Februar 2018 erlitten, drei Monate später dann den zweiten. Zunächst sei er in einem Krankenhaus behandelt worden, bis Mai dieses Jahres dann in einer Pflegeeinrichtung. Er habe zwar versucht, sich dort wieder ans Klavier zu setzen und nur seine rechte Hand einzusetzen, das sei aber nur eine Art Spielerei gewesen.

Jarrett gilt vielen als bester lebender Jazz-Pianist der Welt. Er begeistert sein Publikum mit der Interpretation klassischer Komponisten ebenso wie mit Jazz-Stücken. Legendär ist «The Köln Concert» von 1975, das als erfolgreichstes Soloalbum der Jazz-Geschichte gilt. Sein bislang letztes Konzert gab Jarrett 2017 in der New Yorker Carnegie Hall.

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