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Pippi-Langstrumpf-Show von Ulvaeus feiert Premiere

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Pippi-Langstrumpf-Musical
Pippi-Langstrumpf-Musical © Steffen Trumpf
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Pippi-Langstrumpf-Musical
Pippi-Langstrumpf-Musical © Steffen Trumpf

Stockholm (dpa) - Manege frei für Pippi Langstrumpf: Abba-Ikone Björn Ulvaeus (77) hat gemeinsam mit kreativen Mitstreitern aus einer Pippi-Langstrumpf-Erzählung seiner großen Landsfrau Astrid Lindgren ein knallbuntes Zirkus-Musical gemacht.

Vor knapp 1200 Zuschauern feierte die von Ulvaeus produzierte Show «Pippi på Cirkus» (Pippi im Zirkus) am Dienstagabend im Stockholmer Veranstaltungshaus Cirkus Premiere. In der Hauptrolle des Mädchens mit den abstehenden roten Zöpfen begeisterte die Schauspielerin und Musical-Darstellerin Ida Breimo das Publikum, das dem Ensemble zum Schluss minutenlangen stehenden Applaus spendete.

«Die Leute haben es eindeutig geliebt. Aus meiner Sicht lief es sehr, sehr gut», sagte Ulvaeus nach der knapp 75-minütigen Aufführung, die noch bis zum 14. August in der schwedischen Hauptstadt zu sehen ist. Er fühle sich erleichtert, gleichzeitig sei er aber auch mächtig stolz auf die Mitwirkenden.

«Ich kann eine strahlende Zukunft für "Pippi im Zirkus" sehen. Sie wird jeden Sommer an diesen Ort zurückkehren», sagte Ulvaeus der Deutschen Presse-Agentur. Im nächsten Sommer solle es deutsche und englische Übertitel geben, damit auch ausländische Touristen der Handlung folgen könnten - Pippi sei schließlich «eine weltberühmte Marke». Er hoffe, dass die Show von nun an jeden Sommer zu sehen sein werde - vielleicht eines Tages auch in anderen Ländern.

Bereits vor dem Beginn der Show hatte Ulvaeus selbst für einen echten Hingucker gesorgt: Der 77-Jährige ging lächelnd und händchenhaltend mit einer neuen Frau an seiner Seite über den roten Teppich. Sie heißt Christina Sas und ist nach Angaben aus Ulvaeus' Umfeld Dänin. Der Musiker selbst sagte dem schwedischen Unterhaltungsmedium «Hänt»: «Ich bin mit Christina hier, meiner Partnerin Christina.»

Sas ist als Produktmanagerin bei Universal Music in Deutschland tätig, wie das Unternehmen am Mittwoch auf dpa-Anfrage bestätigte. Bei Universal war im Herbst 2021 auch das jüngste Abba-Album «Voyage» erschienen.

Im Februar hatten Ulvaeus und seine zweite Ehefrau Lena die Scheidung nach über 40 Jahren Ehe bekanntgegeben. Zuvor war er während der großen Abba-Zeit in den 70er Jahren mit seiner Band-Kollegin Agnetha Fältskog liiert gewesen.

Für den vielbeschäftigten Ulvaeus war es die zweite große Premiere innerhalb von sieben Wochen: Ende Mai hatte die spektakuläre Konzertshow «Abba Voyage» in London Weltpremiere gefeiert. «Pippi på Cirkus» basiert nun recht lose auf der Geschichte von Kinderbuchautorin Astrid Lindgren (1907-2002), in der Pippi Langstrumpf und ihre Freunde Tommy und Annika gemeinsam in den Zirkus gehen. Dabei treffen sie auf die Zirkusprinzessin Miss Carmencita, Seiltänzerin Elvira und den weltstärksten Mann, den starken Adolf.

Die Liedtexte zur Show hat Ulvaeus selbst verfasst, an der Musik dazu hat unter anderen Abba-Kollege Benny Andersson mitgewirkt. Manche Lieder erinnern entfernt an den legendären Abba-Pop, andere dagegen ganz und gar nicht. Insgesamt ist eine bunte, kurzweilige Show entstanden, bei der (menschliche) Pudel durch die Luft fliegen, Artisten beeindruckende Akrobatik zeigen und die zarten Stimmen von Tommy und Annika auf Schwedisch noch ein wenig süßer klingen.

Zur Premiere waren mehrere schwedische Prominente in den Cirkus gekommen, der sich passenderweise in unmittelbarer Nähe zum Stockholmer Abba-Museum befindet. Unter ihnen waren Astrid Lindgrens Tochter Karin Nyman, die Lindgren-Enkelin Malin Billing, die Schlagersängerin Siw Malmkvist und die Schauspielerin Inger Nilsson, die Pippi Langstrumpf als Kind in den gleichnamigen Verfilmungen über das stärkste Mädchen der Welt verkörpert hatte.

Die Produktion hatte ursprünglich schon im Sommer 2020 im 75. Jubiläumsjahr der Veröffentlichung von Lindgrens erstem Pippi-Langstrumpf-Werk laufen sollen. Die Pandemie machte dem jedoch einen Strich durch die Rechnung. Zuletzt wurde die Premiere dann wegen coronabedingten Verzögerungen bei den Proben noch einmal um einige Tage verschoben.