Love-and-Peace

Vor 50 Jahren: Jimi Hendrix beim Festival auf Fehmarn

1/5
Jimi-Hendrix-Konzert
Vor 50 Jahren: Jimi Hendrix beim Konzert auf Fehmarn. Foto: Dieter Klar/dpa © Dieter Klar
2/5
Jimi-Hendrix-Konzert
Jimi Hendrix beim Love-and-Peace-Festival auf Fehmarn. Foto: picture alliance / dpa © Dieter Klar
3/5
Jimi-Hendrix-Konzert
Jimi Hendrix bei seinem Auftritt auf dem Love-and-Peace-Festival auf der Ostsee-Insel Fehmarn. Foto: Dieter Klar/dpa © Dieter Klar
4/5
Jimi-Hendrix-Konzert
Veit Marx-Haupenthal besuchte vor 50 Jahren das Love-and-Peace-Festival mit Jimi Hendrix auf der Ostseeinsel Fehmarn. Foto: Oliver Dietze/dpa © Oliver Dietze
5/5
Jimi-Hendrix-Konzert
Der Jimmy-Hendrix-Gedenkstein am Flügger Strand auf Fehmarn. Foto: Markus Scholz/dpa © Markus Scholz

Fehmarn (dpa) - Am 6. September 1970 wurde auf der Ostseeinsel Fehmarn Musikgeschichte geschrieben. Hier, beim Love-and-Peace-Festival, hatte die spätere Kultband Ton Steine Scherben um Frontmann Rio Reiser ihren ersten gemeinsamen Auftritt. Für Gitarren-Legende Jimi Hendrix dagegen war es der letzte Festivalauftritt seines Lebens. Zwölf Tage später starb er in London.

Veit Marx-Haupenthal gehört zu den mehr als 20 000 Musikfans, die Hendrix damals live erlebt haben. «Sein Auftritt war natürlich beeindruckend, wenn auch nicht besonders lang», sagt der heute 71-Jährige. «Nach meiner Erinnerung hat er seine Titelliste runtergespult und ist wieder verschwunden.»

Gemeinsam mit einer Freundin und deren Schwester war er 1970 mit seinem klapprigen Auto nach Fehmarn gefahren. «Das war das erste deutsche Hippie-Festival vor unserer Haustür, das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen», sagt er.

Das Love-and-Peace-Festival sollte nach dem Willen der Organisatoren Helmut Ferdinand, Christian Berthold und Tim Sievers die deutsche Antwort auf Woodstock werden. Doch Managementfehler, Geldmangel und fast drei Tage Dauerregen ließen das Festival vor allem finanziell zum Desaster werden. «Am schlimmsten war das Wetter, wir waren völlig durchgefroren», sagt Marx-Haupenthal.

Viele der angekündigten Stars sagten deshalb ihre Auftritte ab. Andere kamen auf die Bühne am Flügger Strand, wie der britische Bluesrock-Musiker Alexis Korner, Mungo Jerry («In the Summertime»), die Faces mit Rod Stewart und Ron Wood oder die Gruppe Frumpy mit Sängerin Inga Rumpf - und der Superstar Jimi Hendrix.

Auf dessen Auftritt mussten die Fans allerdings lange warten. Erst gegen Mittag des dritten Festivaltages betrat er in einem papageienbunten Anzug die Bühne. «Er hat natürlich hervorragend gespielt, insofern war der Gig klasse», erinnert sich Marx-Haupenthal. «Aber es hat nicht gefunkt zwischen dem Star und seinem Publikum.»

Dennoch hat ihn Hendrix' wilde, laute Musik nie wieder losgelassen: «Er war der größte aller Gitarrengötter, und das wird er auch bleiben», sagt er rückblickend. Von den Drogenproblemen des Ausnahme-Musikers habe man bei dem Auftritt nichts gemerkt, sagt der 71-Jährige. Hendrix starb am 18. September 1970 im Alter von nur 27 Jahren in London, wo er am eigenen Erbrochenen erstickte.

Heute erinnert hinter dem Flügger Strand ein schlichter Gedenkstein an den Auftritt von Jimi Hendrix auf Fehmarn. Dort soll es am 50. Jahrestag um 12.59 Uhr ein Wiederhören mit dem Meister der Rock-Gitarre geben - in Form von Amateur-Mitschnitten seines Festivalauftritts. Zur gleichen Uhrzeit hatte er am 6. September vor 50 Jahren in einem papageienbunten Anzug die Bühne betreten.

Am Nachmittag zuvor soll bereits in Strukkamp, etwa neun Kilometer von Flügge entfernt, ein Gedenkkonzert mit drei Bands stattfinden. «Wegen der Corona-Beschränkungen dürfen wir nur 300 Zuhörer auf das Gelände lassen, die Karten sind bereits vergriffen», sagt Werner Feldmann von der Fehmarn Festival Group.

Die 1995 von Musikliebhabern gegründete Gruppe erinnerte bis 2010 mit ihrem jährlichen «Jimi-Hendrix-Revival-Festival» an den Auftritt der Rock-Legende auf der Ostseeinsel. 2010 verboten die Behörden aus Naturschutzgründen das Festival in Flügge. Seit 2017 findet es jetzt auf einem Privatgrundstück in Strukkamp statt. «Ich selbst war bei dem Festival 1970 nicht dabei», sagt Feldmann. «Aber ich liebe gute Gitarrenmusik und bin deshalb natürlich auch ein Fan von Jimi Hendrix.»

© dpa-infocom, dpa:200904-99-428379/3