Ehemaliger CSU-Chef

Laschet und Söder feiern Leben und Leistung Edmund Stoibers

Edmund Stoiber
Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (M, CSU), CSU-Vorsitzender Markus Söder (r), CSU-Vorsitzender und CDU-Chef Armin Laschet. Foto: Sven Hoppe/dpa © Sven Hoppe

München (dpa) - Zum 80. Geburtstag von Edmund Stoiber haben die Spitzen von CSU und CDU, Markus Söder und Armin Laschet, die Lebensleistung des Ex-CSU-Chefs gewürdigt.

«Edmund Stoiber ist Kult. Ein höheres Lob kann es nicht geben», sagte Söder am Freitagabend bei einem Festempfang der CSU für den früheren bayerischen Ministerpräsidenten und amtierenden CSU-Ehrenvorsitzenden in München. Stoiber war am 28. September 80 Jahre alt geworden.

Er könne viel über das bremsende Wesen von Ampeln und das pulsierende Wesen von Jamaika sprechen, «aber das mache ich nicht. Es geht heute ausschließlich um Dich», sagte Laschet, der für den Empfang in den Räumen der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung eigens nach München gekommen war. Wie Söder zählte Laschet in seiner Laudatio viele wichtige Wegmarken in Stoibers Leben auf, darunter dessen große Loyalität als Generalsekretär zum früheren CSU-Chef Franz Josef Strauß und seinen Einsatz auch für die CDU.

Söder, den Stoiber selbst als jungen Politiker zum Generalsekretär der CSU gemacht hatte, würdigte Stoiber in einer sehr persönlichen Rede: «Franz Josef Strauß hat dich so geprägt, wie du mich. Du hast nicht nur regiert, du hat das Land geprägt und vorangebracht», sagte Söder. Bayern profitiere noch immer davon. «Legendenstatus bekommt man nur durch harte Arbeit und stehenbleiben.»

Stoiber dankte den Parteichefs für ihre Besuche in der aktuell «komplizierten Zeit», seine Rede nutzte er aber zunächst für eine Liebeserklärung an seine Frau Karin, mit der er jetzt 53 Jahre verheiratet ist. «Ich hatte nie vor, Politiker zu werden», sagte Stoiber, um so dankbarer müsse er sein, dass seine Frau Karin, die einen Rechtsreferendar geheiratet habe, dieses nicht planbare Leben mitgemacht habe, bei dem so oft die privaten Interessen zurückstehen. Auch seine drei Kinder hätten damals oft darunter gelitten.

Stoiber beschwört Einigkeit der Union

Mit Blick auf die aktuelle Lage der Union betonte Stoiber, er wünsche sich, dass CDU und CSU auch in schwierigen Zeiten ihre Gemeinsamkeit immer verteidigten und sich nicht auseinandertreiben ließen. Nur gemeinsam könnten CDU und CSU erfolgreich sein und wieder werden. Stoiber appellierte an Söder und Laschet, dass auch in kritischen Zeiten Loyalität wichtig sei und «es geht immer weiter. Ihr müsst auch beide einen Beitrag leisten, den Laden zusammenzuhalten.»

Söder sagte zum Nebeneinander von CSU und CDU: «Das Verhältnis ist zeitlos - zeitlos spannend.» In der Unionsfamilie seien sie immer eng verbunden, aber beide Parteien seien keine Zwillinge.

Von 1974 bis 2008 war Stoiber Mitglied des Landtags, CSU-Generalsekretär und Staatssekretär unter seinem Mentor Franz Josef Strauß, Innenminister, Leiter der Staatskanzlei und 14 Jahre Ministerpräsident. 2002 war er nach Strauß im Jahr 1980 der zweite Unionskanzlerkandidat der CSU und - angesichts des gescheiterten Machtkampfes von Söder im April - auch der bislang letzte.

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