Capsule Wardrobe

7 Dinge, die Sie über die Fußball-Ausrüstung wissen müssen

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Richtige Fußballschuhe wichtig
Richtige Fußballschuhe sind das A und O. © Daniel Karmann
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Fußballstutzen müssen gut sitzen
Fußballstutzen müssen gut sitzen, sollten aber nicht zu eng sein. © Friso Gentsch

Hamburg (dpa/tmw) - Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Toni Kroos trägt nur weiße Schuhe auf dem Platz, BVB-Stürmer Erling Haaland ein schmales Stirnband für die lange Mähne und Lionel Messi sein Trikot gern extra-groß: Das alles hat weniger mit Eitelkeit zu tun. Es geht vor allem darum, dass die Spieler sich auf dem Platz wohlfühlen, um Spitzenleistungen zu bringen.

Der Rahmen für modische Extras ist beim Fußball eng gesteckt. Denn für die Ausrüstung gelten strenge Regeln. Es gibt in den Fußballregeln des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sogar einen eigenen Paragrafen für Unterwäsche.

Laut DFB-Regel 4, Punkt 3 müssen Unterhemden einfarbig und in der Hauptfarbe der Trikotärmel sein. Auch Unterhosen oder Leggings müssen in der Hauptfarbe der Hose oder des untersten Teils der Hose gehalten sein.

1. Wie sieht die Basis-Ausrüstung beim Fußball aus?

Es lohnt sich einen Blick in das offizielle DFB-Regelwerk zu werfen, wenn man sich mit der Basisausrüstung für Fußballer beschäftigt. Regel 4 schreibt auch vor, welche Gegenstände im Einzelnen vorgeschrieben sind:

  • Trikot mit Ärmeln
  • kurze Hose
  • Stutzen - wird außen Klebeband oder anderes Material angebracht, damit die Stutzen nicht herunterrutschen, muss dieses die gleiche Farbe haben wie der Teil der Stutzen, auf dem es angebracht ist oder den es bedeckt.
  • Schienbeinschoner müssen aus einem geeigneten Material wie Metall, Kunststoff oder Schaumstoff bestehen, das angemessenen Schutz bietet, und von den Stutzen abgedeckt werden.
  • Schuhe - hier gibt es keine genauen Vorschriften.

2. Was ist bei Fußballschuhen zu beachten?

Der DFB rät dazu, sich nicht auf eine Marke oder ein spezielles Modell festzulegen, sondern auf die Passform zu achten. Denn nur ein gut sitzender Fußballschuh bietet optimalen Halt und schützt vor Verletzungen.

Christopher Sprick, Trainer der Vierten Herren des FC St. Pauli, gibt einige Tipps für den Kauf vernünftiger Fußballschuhe:

  1. Fußballschuh in Aktion ausprobieren Sie sollten ausreichend Zeit einplanen. «Im Idealfall hat der Laden einen kleinen Kunstrasen, auf dem die Schuhe nicht nur an-, sondern auch eine halbe Stunde mit dem Ball ausprobiert werden können», sagt Sprick, der seit seinem fünften Lebensjahr Fußball spielt und in der E-Jugend begonnen hat.
  2. Hochwertige, enge Schuhe wählen Rund 100 Euro pro Paar sollte man für qualitativ gute Fußballschuhe einplanen.

    Sprick selbst setzt auf Lederschuhe und hat aus jahrelanger Erfahrung einen Tipp: «Der Schuh sollte anfangs nicht hundertprozentig sitzen, sondern etwas zu eng sein.» Der Schuh gebe mit der Zeit nach.

    «Wenn der bei den ersten beiden Trainings noch etwas unbequem ist, dann ist das ganz normal», sagt Sprick. Beim dritten Training sitzt der Schuh. Jeder Fuß ist anders.

    Wegen eines schlechtsitzenden Fußballschuhs umzuknicken ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch überflüssig. Doch bei der Wahl eines Fußballschuhs ist nicht allein die passende Größe für optimalen Halt entscheidend.
  3. Passende Sohlen finden Vor einem Kauf sollten Fußballspieler auch den Platz einbeziehen, auf dem sie künftig kicken wollen. Denn abhängig vom Untergrund bieten unterschiedliche Sohlen optimalen Halt.

    «Die allermeisten Plätze sind heutzutage Kunstrasenplätze, die Naturrasen teilweise schon sehr nahekommen, manchmal aber auch noch älteren Jahrgangs sind», sagt Sprick.

    Seine Empfehlung:
    Mit einem Nockenschuh sind Einsteiger für alle Fälle gut gerüstet. Im Zweifel kauft man sich noch einen Multinockenschuh dazu. «Einen Stollenschuh brauchen Anfänger nicht».

Gut zu wissen:

  • Nocken aus Gummi oder Kunststoff und ein fester Bestandteil der Sohle - je nach Untergrund unterscheiden sie sich in ihrer Größe, Länge und Anordnung.
  • Stollen sind separat an der Sohle angebracht und auswechselbar. Sie können aus unterschiedlichen Materialien wie Gummi, Aluminium oder Kunststoff bestehen.
  • Schuhe mit vielen kleinen Noppen werden als «Tausendfüßler» bezeichnet.

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3. Was gibt es bei den Stutzen zu beachten?

Die Stutzen müssen gut sitzen, ohne einzuengen. Sie müssen die Schienbeinschoner fixieren, so dass diese beim Spielen nicht verrutschen können, sagt Sprick. Die Stutzen müssen die Schienbeinschoner laut Regelwerk zudem komplett abdecken.

Die Stutzen sind meistens aus Polyester mit einem Elasthan-Anteil, was noch einen leichten Kompressionseffekt mit sich bringt. Bei Stutzen rät Christopher Sprick zu Modellen mit Socken, nicht mit einem Steg.

Zusätzliche Verstärkungen an den Druckpunkten an Ballen und Hacke seien ebenfalls empfehlenswert. «In die Stutzen muss man so reinschliddern, sie müssen leicht übers Knie gehen, dürfen nicht rutschen und müssen schön eng sein», sagt Sprick.

4. Worauf ist bei Schienbeinschonern zu achten?

Wer sich schon mal das Schienbein gestoßen hat, der kennt den fiesen Schmerz. Auf dem Fußballplatz stößt man sich nicht an einem Stuhl, sondern es treffen einen beispielsweise Tritte von Stollenschuhen.

Schienbeinschoner schützen vor Prellungen und Brüchen. Sie sind deshalb kein nice-to-have, sondern Pflicht.

In der entsprechenden DFB-Regel 04 heißt es, dass Schienbeinschoner aus einem geeigneten Material bestehen müssen, welches einen angemessenen Schutz bietet. Denkbar sind Schoner aus Hartplastik oder High-Tech-Varianten aus Carbon oder Glasfaser.

Folgendes ist beim Kauf von Schienbeinschonern zu beachten:

  • um optimalen Schutz zu bieten, sollte der Schoner auf dem gesamten Schienbein aufliegen,
  • sie sollten leicht sein und gut sitzen,
  • sie müssen von der Passform und der Größe auch zum Stutzen passen.

«Die Schienbeinschoner sollten so groß wie nötig, aber so klein wie möglich sein und vorne auf dem Schienbein schön eng anliegen», sagt Sprick. Das Ding müsse sitzen, sonst könne es passieren, dass man im Spiel die ganze Zeit den Schoner zurechtschiebt.

Fußballer-Lifehack von Sprick: Schienbeinschonerhalter nutzen. Die sehen aus wie Socken ohne Füße. Da schiebt man die Schoner vorn rein und zieht die Stutzen drüber. «Die sind sehr hilfreich, weil die Schienbeinschoner dann festen Halt haben.»

Viele Fußballprofis kleben die Schoner unten und oben mit Tapeband ab, um sie zusätzlich zu fixieren.

In den offiziellen Fußballregeln heißt es dazu, «wird außen Klebeband oder anderes Material angebracht/getragen, muss dieses die gleiche Farbe haben wie der Teil der Stutzen, auf dem es angebracht ist oder den es bedeckt ».

Mit oder ohne Knöchelschutz - das ist eine Frage, die jeder für sich beantworten muss. Viele Spieler fühlen sich in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und verzichten darauf - vorgeschrieben sind die Knöchelschoner nicht.

Weitere Fußballbekleidung:

  • Die Hose

Die kurze Hose ist Pflicht für Feldspieler. Nur Torhüter dürfen eine lange Trainingshose tragen!

  • Das Trikot

Ein atmungsaktives Sportshirt mit Ärmeln reicht völlig aus, sagt Sprick.

Ein Tipp aus Erfahrung: «Ich finde Einheitlichkeit wichtig. Hose, Trikot und Stutzen sollten farblich zusammenpassen. Das gibt einem ein gutes Gefühl. Man geht dann anders auf den Platz. Beim Fußball kommt sehr viel über den Wohlfühlfaktor.»

  • Die Unterwäsche

Unter der Sporthose und dem Trikot empfiehlt Christopher Sprick eng anliegende Wäsche mit leichtem Kompressionseffekt zu tragen. Auch unter dem Trikot trage er immer ein Unterziehshirt, das den Schweiß aufnehmen kann. «Nur ein Trikot ist mir persönlich auch zu labberig.» Das scheuere.

Und ja, auch die Unterwäsche findet explizit Erwähnung in den Fußballregeln:
- Unterhemden einfarbig und in der Hauptfarbe der Trikotärmel oder in exakt demselben Muster und denselben Farben wie die Trikotärmel gehalten sein.
- Unterhosen und Leggings müssen die Hauptfarbe der Hose oder des untersten Teils der Hose haben.

  • Die Trainingsjacke

Jeder kennt es von den Fußballübertragungen im Fernsehen: Ist das Spiel zu Ende, ziehen sich die Spieler meist recht zügig eine Trainingsjacke an. Das ist wichtig, um nicht auszukühlen.

5. Wie sieht die perfekte Ausrüstung für Fußballer bei Hitze aus?

Die DFB-Kommission Sportmedizin warnt auf der Internet-Seite des DFB vor medizinischen Gefahren für Spieler bei extremer Hitze.

So bestehe die Gefahr «eines hitzebedingten Kreislaufkollapses oder im Extremfall eines Sonnenstichs und Hitzschlags», mahnt Prof. Dr. Tim Meyer, Sportmediziner der Nationalmannschaft.

Die Empfehlungen der DFB-Kommission lauten unter anderen:

• viel trinken - Wasser, Saftschorlen oder Tee

• Ein Eimer mit kaltem Wasser am Spielfeldrand kann als kurze Erfrischung, z.B. durch das Eintauchen mit den Armen einen positiven Effekt haben

• Spielunterbrechungen mit Trinkpausen

• Eiswickel, feuchte Handtücher oder kühle Bäder für die Halbzeit vorbereiten, um die Körpertemperatur runter zu kühlen

• lieber abends spielen

Was für St.-Pauli-Trainer Christopher Sprick ein absolutes No-Go beim Fußball ist: nackter Oberkörper.

Auf einem Fußballplatz gebe es eine gewisse Kleiderordnung auch beim Training. «Die gilt auch bei Hitze.» Zumindest erlaubt die offizielle Kleiderordnung dem Torwart, eine Kappe gegen die Sonneneinstrahlung zu tragen.

6. Wie sieht die perfekte Ausrüstung für Fußballer bei Kälte aus?

Für den Winter braucht ein Fußballer die Unterwäsche-Ausrüstung nochmal in lang. Eine lange, enge Tight und ein Longsleeve zum darunterziehen. Beim Training darf es eine lange Hose sein.

Tipp von Christopher Sprick: «Die langen Klamotten dürfen nicht zu groß und zu weit sein. Besonders die Hose muss unten am Schienbein eng anliegen und darf nicht rumflattern.» Das störe beim Spielen. «Man fühlt sich kompakter und besser, sicherer in der Bewegung, wenn die Sachen enger sitzen», sagt Sprick.

Weitere Faustregel: Niemals einen Hoody tragen, lieber einen Zipper mit Stehkragen. Ein paar Handschuhe und eine Mütze seien im Winter ebenfalls hilfreich. Alle Sachen sollten atmungsaktiv sein. Wichtig: «Nicht zu dick anziehen!»

7. Wie Fußball-Trikots & Co. richtig waschen, damit nichts müffelt?

Wer kennt ihn noch, diesen Geruch aus der Umkleidekabine im Sportunterricht? Diese Mischung aus schweißnassen Baumwoll-T-Shirts und alten Pausenbroten, die man im Turnbeutel vergessen hatte...

«Verschwitztes sollte nicht feucht über mehrere Stunden und Tage hinweg in der Sporttasche oder im Wäschekorb liegen bleiben», rät die Stiftung Warentest.

Der einfachste und effektivste Trick, um müffelnde Wäsche zu vermeiden: Die Sachen trocknen, bevor sie zur Schmutzwäsche kommen oder sofort waschen.

Viele Kleidungsstücke können bei 40 Grad im Schonwaschgang oder Sportwaschgang, je nach Maschine, gewaschen werden. Ein Blick auf das Etikett gibt Gewissheit zur richtigen Pflege.

Achtung: Auf Weichspüler sollte verzichtet werden, da es das Material beschädigen und die Atmungsaktivität beeinträchtigen kann.

5,5 Milliarden Euro für Fußballausrüstung pro Jahr

Insgesamt geben die rund 10 Millionen aktiven Fußballspielenden rund 5,5 Milliarden Euro pro Jahr aus. Das ergab eine Erhebung des Bundeswirtschaftsministerium und des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISP) für das Jahr 2015.

Jeder Einzelne gibt demnach etwa 536 Euro pro Kopf aus - vor allem für Schuhe rund 47 Euro, Sportbekleidung für rund 35 Euro sowie Sportgeräte für rund 17 Euro.

Bei Fußballern unter 16 sind es sogar 626 Euro, wobei hier durchschnittlich 74 Euro in die Schuhe investiert werden. Das liegt vor allem daran, dass Kinder und Jugendliche Fußball verstärkt im Verein organisiert und regelmäßig ausüben - während ältere Fußballer eher gelegentlich kicken.

Hamburg (dpa/tmw) - Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Toni Kroos trägt nur weiße Schuhe auf dem Platz, BVB-Stürmer Erling Haaland ein schmales Stirnband für die lange Mähne und Lionel Messi sein Trikot gern extra-groß: Das alles hat weniger mit Eitelkeit zu tun. Es geht vor allem darum, dass die Spieler sich auf dem Platz wohlfühlen, um Spitzenleistungen zu bringen.

Der Rahmen für modische Extras ist beim Fußball eng gesteckt. Denn für die Ausrüstung gelten strenge Regeln. Es gibt

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