Sommerzeit 2022

7 Fakten, die Sie über die Zeitumstellung wissen müssen

Zeiger vor- oder zurückdrehen?
Die Frage ist: Zeiger vor- oder zurückdrehen? © Arne Immanuel Bänsch

Berlin (dpa/tmw) - Eine Stunde früher aufstehen: Am letzten Sonntag im März beginnt die Sommerzeit - in diesem Jahr am 27. März.

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag werden die Uhren von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt. Die Nacht ist so eine Stunde kürzer. Sie müssen also eine Stunde früher aufstehen.

Die 7 wichtigsten Informationen über die Zeitumstellung:

1. Warum gibt es die Zeitumstellung?

Ursprünglich hatte man - ausgelöst durch die Ölkrise 1973 - gehofft, Energie sparen zu können. Das Tageslicht wollten die Menschen besser nutzen. So gibt es die Zeitumstellung in Deutschland seit 1980.

Ein weiterer Grund für die Einführung der Zeitumstellung war die Anpassung an die Nachbarländer, die diese Maßnahme schon hatten. Seit 1996 gibt es in der EU eine einheitliche Regelung.

2. Wird durch die Zeitumstellung wirklich Energie gespart?

Der wirtschaftliche Nutzen der Zeitumstellung ist äußerst umstritten. Es gibt keinen Nachweis, dass in relevantem Maß Energie gespart wird.

Das Umweltbundesamt etwa argumentiert: «Zwar wird durch die Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends weniger häufig das Licht angeknipst - im Frühjahr und Herbst jedoch wird in den Morgenstunden auch mehr geheizt. Das hebt sich gegenseitig auf.»

Genau genommen wird im Frühling und Herbst morgens öfter die Heizung aufgedreht, da die Temperatur zum Beispiel um 7 Uhr so niedrig ist wie vorher um 6 Uhr.

Der Forschungsausschuss im Bundestag gab in einem Bericht von 2016 an, dass Deutschland durch die Sommerzeit im Jahr geschätzt gerade einmal 0,2 Prozent Strom spart.

3. Welche Uhren stellen sich automatisch um - welche nicht?

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig ist technisch für die Zeitumstellung zuständig. Sie betreibt mehrere Atomuhren und ist mit der Verbreitung der gesetzlichen Zeit beauftragt.

In Mainflingen in der Nähe von Frankfurt am Main steht eine Sendeanlage. Dort sorgen die Physiker dafür, dass der Zeitzeichensender mit dem Namen DCF77 ein Signal an Millionen Funkuhren in Europa sendet.

Das Signal hat eine Reichweite von 2000 Kilometern. Die Empfänger nutzen das Signal und passen die Zeit automatisch an. Das Signal lässt die Uhren um eine Stunde vorspringen - vom Funkwecker über die Bahnhofsuhr bis zu Uhren auf Flughäfen und bei Energieversorgern.

Es gibt aber auch Uhren, die jeder per Hand umstellen muss. Dazu gehören zum Beispiel analoge Armbanduhren und Wanduhren, alte Wecker zum Aufziehen und auch Uhren in älteren Autos.

4. Was denken die Deutschen über die Zeitumstellung?

Jeder Vierte (24 Prozent) hat nach der Zeitumstellung körperliche oder psychische Probleme. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Krankenkasse DAK im Februar 2021.

  • 85 Prozent der Befragten fühlten sich müde oder schlapp.
  • 70 Prozent der Befragten hatten Einschlafprobleme und Schlafstörungen.
  • 48 Prozent können sich nach der Zeitumstellung schlechter konzentrieren.
  • Zwölf Prozent hatten depressive Verstimmungen.

Die Mehrheit der Deutschen lehnt das Drehen an der Uhr ab:

72 Prozent gaben an, die Zeitumstellung sei überflüssig und solle abgeschafft werden.

5. Wird die Zeitumstellung abgeschafft?

Bislang gilt die Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit in allen EU-Mitgliedstaaten und auch in weiteren Nachbarstaaten. Allerdings wollen viele EU-Bürger auf den Wechsel verzichten.

Die EU wurde aktiv: Die EU-Kommission hatte nach einer selbst organisierten Umfrage vorgeschlagen, den alljährlichen Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit zu beenden.

Sie legte dafür im September 2018 den Entwurf einer Richtlinie vor. Das Europäische Parlament stimmte dafür, die Zeitumstellung nach dem Jahr 2021 aufzugeben. Doch weiterhin stehen die Uhren in dieser Sache still.

Das Problem: Die Mitgliedstaaten müssen sich im Rat auf eine Zeit festlegen und unter anderem überlegen, welche Zeit - die normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ) oder die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) - nach der Abschaffung als Standard gelten soll. Das könnten die 27 EU-Staaten künftig dann eigenverantwortlich festlegen.

6. Welche Zeit wäre auf Dauer besser: Sommer- oder Winterzeit?

Schlafforscher empfehlen ganz klar, die Winterzeit als Dauerzeit einzuführen. Sie entspreche dem biologischen Rhythmus der Menschen, sagt der Leiter des Schlafzentrums am Pfalzklinikum Hans-Günter Weeß.

Zum Wunsch vieler Menschen nach einer dauerhaften Sommerzeit meint der Schlafforscher: «Wir lieben natürlich die langen, hellen Sommerabende. Aber wir müssen bedenken, dass wir die Dunkelheit brauchen, um müde zu werden.»

Während der langen Sommerabende werde unter anderem die Bildung des Schlafbotenstoffs Melatonin unterdrückt. So würden die Menschen nicht rechtzeitig müde. Das führt dazu, dass sie zu spät ins Bett gehen und am nächsten Morgen unausgeschlafen sind, so Schlafmediziner Weeß.

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) befürwortet ebenfalls eine dauerhafte Winterzeit. Durch die Umstellung auf die Sommerzeit werde der Schlaf-Wach-Rhythmus wie bei einem Jetlag verzögert, heißt es in einer Stellungnahme. Anders als beim Jetlag im Urlaub könne man dem aber nicht nachgehen. Denn Faktoren wie der Zeitpunkt des Arbeitsbeginns verändern sich nicht.

7. Wie schnell gewöhnen Menschen sich an die Zeitumstellung?

Die Umstellung auf die Sommerzeit ist nicht nur eine Verschiebung im Schlaf-Wach-Rhythmus. Menschen werden auch in der Jahreszeit zurückversetzt.

«Der veränderte Hell-Dunkel-Rhythmus trägt mit dazu bei, dass wir etwas länger brauchen. Eine Stunde Zeitverschiebung im Frühjahr entspricht einem Zurücksetzen von drei bis vier Wochen», sagt Schlafexperte Weeß. Deshalb dauert die Gewöhnung im Frühjahr im Durchschnitt zwei bis drei Tage länger als im Herbst.

In seinem Buch «Schlaf wirkt Wunder» erläutert der Experte: Wird im Frühjahr die Uhr vorgestellt, bedeutet dies, dass wir für einen Zeitraum von drei Wochen morgens nochmals in den Wintermodus verfallen. So lange dauert es, bis es wieder zur selben Zeit hell ist wie vor der Umstellung.

Winterzeit: Wer in der Regel keine Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen hat, hat sich nach Aussagen von Ärzten im Schnitt nach wenigen Tagen an die neue Zeit gewöhnt.

Menschen, die empfindlich reagieren, können zwischen drei oder vier Wochen brauchen, bis sie sich an die neue Zeit gewöhnt haben.

Ein guter Tipp kommt von Franziska Kath, Psychologin der DAK-Gesundheit: «Die beste Medizin ist dabei die Zeit selbst: Nach ein paar ruhigen Tagen und genügend Schlaf hat sich der Körper wieder richtig eingestellt. Wer es nach dem Dreh an der Uhr also erst einmal ruhiger angehen lässt, ist auf der sicheren Seite.»

Übrigens: Die nächste Zeitumstellung findet voraussichtlich an diesen Daten statt:

  • Winterzeit: Sonntag, 30. Oktober 2022
  • Sommerzeit: Sonntag, 26. März 2023

Was müssen Autofahrer während der Zeitumstellung beachten?

Mit der Zeitumstellung steigt die Gefahr von Wildunfällen. Denn Reh, Hirsch und Wildschwein sind während der Dämmerung am häufigsten unterwegs, also während des Berufsverkehrs, so der Deutsche Jagdverband.

Auf Strecken, die durch den Wald oder an Wald- und Feldgrenzen entlang führen, gilt für Autofahrer nun verstärkt:
- vorsichtig fahren,
- bremsbereit sein
- die Geschwindigkeit senken
- auf Tiere am Straßenrand achten

Insbesondere nach dem Winter sind die Tiere stärker auf Futter- und Reviersuche. Nach einer langen Fastenzeit müssen sie ihre Energievorräte auffüllen.

So ist im April und Mai – also nach der Umstellung auf die Sommerzeit – die Zeit zwischen 6.00 bis 8.00 Uhr besonders unfallträchtig.

Die Zahl der Wildunfälle steigt dann im Vergleich zum März deutlich an, wie eine Auswertung des Tierfund-Katasters des DJV ergeben hat. Rehe machen fast die Hälfte der Wildunfälle aus.

Nach der Umstellung auf die Winterzeit sei das Risiko für einen Zusammenstoß ebenfalls zwischen 6.00 und 8.00 Uhr besonders hoch.

Berlin (dpa/tmw) - Eine Stunde früher aufstehen: Am letzten Sonntag im März beginnt die Sommerzeit - in diesem Jahr am 27. März.

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag werden die Uhren von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt. Die Nacht ist so eine Stunde kürzer. Sie müssen also eine Stunde früher aufstehen.

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Ursprünglich hatte man - ausgelöst durch die Ölkrise 1973 - gehofft,

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