Exotisch und spicy

Rezepte: Tolle Rubs und Marinaden für den Grill-Spaß

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Beim Grillen können Sie sich kreativ ausleben.
ARCHIV - Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
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Gemeinsam im Park grillen.
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Bonn (dpa/tmw) - Experimentieren erlaubt: Grillen entwickelt sich zu einer kreativen Kochkunst. Dabei sorgen ausgefallene Marinaden für das gewisse Etwas. Doch bevor Sie die Variationen probieren, gibt es ein paar interessante Dinge:

3 Fakten übers Grillen

  1. Der Grillparty-Star: Die Bratwurst. Rund 2,7 Kilogramm pro Kopf verzehren die Deutschen im Schnitt pro Jahr davon, informiert der Deutsche Fleischverband.
  2. Ein Klassiker: Neben der Bratwurst gehören grillfertige Schweinesteaks das ganze Jahr über zu den beliebtesten Grillprodukten - gemessen an der Einkaufsmenge, informiert die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI).
  3. Ein Sommer-Hit: Gewürzter, marinierter Schweinebauch wird laut AMI tatsächlich fast ausschließlich im Sommer nachgefragt. Auch 95 Prozent der Grillfackeln werden von den Deutschen in der Grillhauptsaison zwischen April und September gekauft.

Wichtige Tipps zum Würzen

Beim Würzen können Sie Ihre Fantasie frei ausleben und exotische, extravagante Kreationen ausprobieren. Doch zunächst ein paar Grundlagen:

Das Fleisch vor oder nach dem Grillen würzen? «Bei dieser Frage scheiden sich die Geister», sagt Axel J. Nolden vom Deutschen Fleischer-Verband.

Vor dem Grillen würzen:

  • Was dafür spricht: Es ist gut, wenn Sie das Fleisch vorher salzen, denn: «Das Salz und die Gewürze können besser ins Fleisch einziehen», sagt Nolden.
  • Was dagegen spricht: Gewürze verlieren durch das Grillen ihr Aroma. «Zudem kann das Salzen dem Fleisch Wasser entziehen.»
  • Daher rät Nolden: «Wer das Fleisch gerne vorher salzen will, sollte es dann aber unmittelbar grillen.»

Marinieren: Auch Marinaden seien Geschmackssache. «Zum Teil dienen sie bei vorverpackter Ware beispielsweise in Supermärkten und Discountern dazu, mehr Gewicht auf die Waage zu bringen.» Doch aufgepasst: «Es gibt auch Fachbetriebe, die ihre ganz eigene, schmackhafte Rezeptur entwickelt haben», sagt der gelernte Fleischer.

Er selbst sei Purist: «Ich würze ein gutes Stück Fleisch nur mit grobem Meersalz und etwas gebrochenem Pfeffer.»

Rezepte: So zaubern Sie eine kreative Marinade

Marinaden können Sie einfach selber machen - und zwar ganz ohne Zusatzstoffe und nach eigenem Geschmack.
Hier sind zwei Optionen: flüssige und trockene Marinaden.

Flüssige Marinaden: Sie bestehen meist aus drei Komponenten:

  1. Säure, damit das Fleisch zart wird und Feuchtigkeit besser hält: Essig, Zitronensaft, Wein, Fruchtsäfte, saure Sahne oder Buttermilch.
  2. Gewürze für den Geschmack:Die Möglichkeiten sind hier fast unbegrenzt - Kräuter, Knoblauch, Zwiebel, Paprika, Ingwer, Zitronengras, Pfeffer, Curry, Honig, Joghurt oder auch Würzsoßen wie Sojasoße, Tabasco, Chilisoße, Ketchup oder Senf sowie Bier oder Wein.
  3. Öl, damit das Fleisch saftig bleibt - ist aber kein Muss: am besten eignen sich geschmacksneutrale Öle oder Öle mit Würze.

Basis-Mischung als Anregung:
Zitronensaft, Öl und Pfeffer vermischen. Dann mit Gewürzen experimentieren: Wer es exotisch mag, gibt noch etwas Curry und Ingwer dazu.

Oder doch lieber die pikante Variante mit Chilischoten, Oregano und Tomatenmark? Probieren Sie es einfach aus!

Zubereitung: Pinseln Sie das Fleisch rundherum mit der Marinade dick ein, damit die Marinade einziehen kann.

Wie lange das Fleisch vor dem Grillen einlegt werden sollte, hängt von seiner Größe und Dicke ab. Ein Hüftsteak mit 150 Gramm sollte mindestens zwölf Stunden vor dem Grillen zum Beispiel in einer indischen Marinade gekühlt ziehen, empfehlen die Experten der Stiftung Warentest.

Bevor das marinierte Fleisch auf den Grill kommt, legen Sie es am besten auf ein Küchentuch und tupfen das überflüssige Öl ab. So verhindern Sie, dass Flüssigkeit in den Grill tropft.

Übrigens: Ein Rezept für ein indisch mariniertes Steak empfiehlt test.de. Dafür mixen Sie einfach Naturjoghurt, Tomatenmark, Sojasoße, Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Cumin, Bockshornklee, Marmelade, Zitrone, Koriandersaat, Kardamom, süßes Paprikapulver, eine Chilischote sowie zwei Stangen Zitronengras.

Mit dieser Marinade pinseln Sie Rinderhüftsteaks, Hühnchen, Tofu oder zum Beispiel Zucchini ein. Das Fleisch sollte zwölf Stunden in der Marinade ziehen - dann ist es nach dem Grillen würzig und zart.

Trockene Marinaden: Sie werden auch Rub oder Rubb genannt (englisch für reiben), weil Sie die Gewürzmischung ins Fleisch einmassieren. Dadurch würzen Sie das Fleisch - meist größere Stücke - von außen und es entsteht je nach Mischung eine coole Kruste. Auch hier können Sie sich ausleben.

Die Stiftung Warentest gibt ein paar ungewöhnliche Anregungen für Rubs. Wie wäre es etwa mit einem frischen Zitronen-Fenchel Rub für Hühnchen, Schwein oder Fisch? Wer geschmacklich etwas Exotisches ausprobieren mag, macht einen Vanille-Kaffee Rub für Rind und Lamm selber oder einen orientalischen Rub für Lamm, Geflügel oder Rind.

Für 6 Personen brauchen Sie:

Zutaten für den Vanille-Kaffee Rub:

  • eine halbe Vanilleschote
  • 20 Wacholderbeeren
  • 25 g Kaffeebohnen
  • 7 g Anissaat

Zutaten für orientalischen Rub:

  • 3 Nelken
  • 20 g Kreuzkümmel
  • 15 g schwarzer Pfeffer
  • 2 g Koriandersaat
  • 5 g Zimtblüte (ersatzweise Zimtpulver)

So bereiten Sie diese Rubs zu

  1. Rösten: Die einzelnen Gewürze vorsichtig und ohne Fett in der Pfanne anrösten - mit Ausnahme der Vanilleschote, die Sie nur auskratzen und später hinzufügen müssen.
  2. Mörsern: Wenn die Gewürze in der Pfanne intensiv duften, legen Sie diese auf einen Teller und lassen sie abkühlen. Dann alles klein mörsern, rät die Stiftung Warentest.
  3. Einreiben: Bestreichen Sie als nächstes das rohe Fleisch dünn mit etwas Öl. Massieren Sie die Gewürzmischung ins Fleisch ein. Dies können Sie direkt per Hand machen oder alles in einen Gefrierbeutel geben - und dann behutsam durchkneten.

Laut Stiftung Warentest halten Rubs gekühlt etwa 5 Tage.

Guten Appetit!

Bonn (dpa/tmw) - Experimentieren erlaubt: Grillen entwickelt sich zu einer kreativen Kochkunst. Dabei sorgen ausgefallene Marinaden für das gewisse Etwas. Doch bevor Sie die Variationen probieren, gibt es ein paar interessante Dinge:

3 Fakten übers Grillen

Der Grillparty-Star: Die Bratwurst. Rund 2,7 Kilogramm pro Kopf verzehren die Deutschen im Schnitt pro Jahr davon, informiert der Deutsche Fleischverband. Ein Klassiker: Neben der Bratwurst
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