25. Spieltag

Lewandowski zieht bei Bayern-Sieg mit Fischer gleich

Werder Bremen - Bayern München
Robert Lewandowski (l) schoss sein insgesamt 268. Bundesliga-Tor. Foto: Carmen Jaspersen/dpa-Pool/dpa © Carmen Jaspersen

Bremen (dpa) - Früher lieferten sich Werder Bremen und Bayern München packende Duelle im Titelkampf, doch diese Zeiten sind lange vorbei.

Die einst gefürchtete Reise an die Weser ist für die Münchner inzwischen nur noch ein gemütlicher Ausflug, bei dem man Kräfte für die wirklich wichtigen Aufgaben sparen kann. Hinfahren, dreifach punkten und dann vor allem wegen Sturm und Regen schnell wieder weg: Der einstige Rivale aus Norddeutschland ist längst einer der absoluten Lieblingsgegner der Bayern.

Das nie gefährdete 3:1 (2:0) am Samstag war bereits das 25. ungeschlagene Spiel der Münchner gegen die Bremer in Serie. Im heimischen Weserstadion wartet Werder schon seit fast 15 Jahren auf einen Heimsieg. Auch dieses Mal waren die Bremer von einem Dreier im eigenen Stadion meilenweit entfernt.

«Es war ein ungefährdeter und mehr als verdienter Sieg, der am Ende auch noch höher hätte ausfallen können», sagte Bayern-Coach Hansi Flick zufrieden. Die Diskussionen um seine Person, ob er nach der EM im Sommer als Nachfolger von Joachim Löw als Bundestrainer infrage kommt, scheinen die Mannschaft nicht zu interessieren. Flick blieb in Bremen bei seiner Linie, das Thema nicht großartig zu kommentieren und sich damit alle Türen offen zu lassen. «Ich habe alles dazu gesagt, ich habe einen Vertrag bis 2023.»

Seine Mannschaft feierte im Schongang ihren 18. Sieg in dieser Saison und erhöhte damit den Druck auf Verfolger RB Leipzig. Die Sachsen treffen am Sonntag auf Eintracht Frankfurt und gehen nun mit einem Fünf-Punkte-Rückstand auf die Bayern in das Spitzenspiel. Leon Goretzka (22. Minute), Serge Gnabry (35.) und Robert Lewandowski (67.) erzielten die Treffer für die mindestens eine Klasse besseren Münchner. Niclas Füllkrug traf für Werder (86.).

Von Beginn an hatten die Bayern alles im Griff. Die neuformierte Bayern-Abwehr, in der Benjamin Pavard und Lucas Hernandez für Niklas Süle und den mit muskulären Problemen fehlenden David Alaba spielten, verlebte einen geruhsamen Nachmittag. «Die Bayern waren sehr stark und fokussiert, da waren wir am Ende ohne Chance», gab Werder-Coach Florian Kohfeldt zu.

Die Gäste legten sich die Bremer gut 20 Minuten lang zurecht und schlugen dann eiskalt zu. Nach einer Ecke von Joshua Kimmich, der sein 250. Pflichtspiel im Bayern-Trikot absolvierte, verlängerte Thomas Müller völlig unbedrängt auf Goretzka, der ebenso freistehend einköpfen konnte. «Es freut mich ganz besonders, dass das Tor nach einem Standard gefallen ist. Da haben unsere Co-Trainer Toni Tapalovic und Miroslav Klose viel Arbeit reingesteckt», sagte Flick.

Für Müller war es bereits die zwölfte Torvorlage in dieser Saison - Ligabestwert. Der eventuelle Bald-Wieder-Nationalspieler war auch am zweiten Treffer der Bayern beteiligt. Auf fast schon artistische Art und Weise bediente Müller den mitgelaufenen Gnabry, der nur noch einzuschieben brauchte. Von Werder war nach der durchaus schwungvollen Anfangsphase dagegen nichts mehr zu sehen.

Das änderte sich auch nach der Pause nicht. Wie in einem Testspiel konnten die Bayern den Ball durch die eigenen Reihen laufen lassen und Kräfte für die nun anstehenden entscheidenden Wochen in Bundesliga und Champions League sparen. Eigentlich ging es im zweiten Durchgang nur noch darum, Toptorjäger Lewandowski einen Treffer zu ermöglichen. Drei Mal scheiterte der Pole (54., 58., 66.), dann war er zur Stelle und erhöhte auf 3:0. Für Lewandowski war es das 268. Bundesliga-Tor, womit er mit Klaus Fischer gleichzog.

© dpa-infocom, dpa:210313-99-808979/3