Alfdorf

Auch mit Corona ist es laut Sascha Kühne, Geschäftsführer der Alfdorfer Agentur Sevotion, möglich, Events mit guten Konzepten durchzuführen

Sascha Kühne
Niemand muss laut Sascha Kühne (links), Geschäftsführer der Alfdorfer Agentur Sevotion, Angst haben vor Veranstaltungen mit größeren Zuschauerzahlen während der Corona-Krise. © Sung-Bin Hong

„Mich, und sicher auch viele meiner Kollegen aus dem Sport- und Kulturbereich, würde es freuen, wenn wir als Experten der Veranstaltungsbranche die Chance bekommen würden, Lösungs- und Umsetzungsmöglichkeiten aufzuzeigen, wie Feste und Veranstaltungen im öffentlichen Raum trotz der Corona-Krise und unter Einhaltung aller geltenden Regeln gemeinsam erlebt werden können“, erklärt Sascha Kühne, Gemeinderat in Alfdorf und Geschäftsführer der Agentur Sevotion.

Die aktuellen Beschränkungen seien aus seiner Sicht richtig und wichtig für die Gesellschaft, und dennoch sei es ihm eine Herzensangelegenheit, aufzuzeigen, wie ein gemeinsames Weihnachten in Kirchen und Kommunen möglich ist. Es kann sein, dass wir in unserem Alltag auf Gemeinschaft verzichten müssen, umso wichtiger sind kommunale Lösungen für ein gemeinschaftliches Weihnachtsfest. Menschen, die beispielsweise keine Familie bei sich haben können, sollte man an einem derart wichtigen Fest nicht allein lassen. „Es wäre schön, wenn bei den politischen Entscheidungsträgern sich nicht nur die Problem- und Bedenkenträger zu Wort melden, sondern auch die Problemlöser mitwirken dürfen“, sagt Kühne.

Wie man große Events mit Gästen planen kann, darin sind Kühne und sein Team geschult. „Wir wissen, dass Veranstaltungen mit Gästen unter Einhaltung der Abstandsregeln, dem Tragen von Masken und vielen weiteren Maßnahmen möglich sind, ohne Angst haben zu müssen, dass Hotspots entstehen. Auch wenn man es sicherlich nie komplett ausschließen kann“, sagt Sascha Kühne, der bereits mit ein paar Kommunen zusammen im Rems-Murr-Kreis und im Ostalbkreis arbeitet. Man könne Gemeinderatssitzungen, Sitzungen in großen Firmen mit der Belegschaft oder auch Feiern so durchführen, „dass das Risiko einer Corona-Ansteckung sehr gering ist“, sagt der Familienvater, der mit seinen drei Kindern und seiner Frau in Alfdorf wohnt.

Ein gutes Beispiel ist das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft im Futsal gegen die Schweiz, das Deutschland mit 5:3 in der Halle in Ludwigsburg gewann. Aufgrund des Hinspiel-Ergebnisses (2:4) konnte sich das DFB-Team trotzdem leider nicht für die UEFA-Futsal-Europameisterschaft qualifizieren. Die Firma Sevotion arbeitet seit Jahren für die UEFA und den DFB in unterschiedlichsten Bereichen und ist oftmals hauptverantwortlich für die Gesamtorganisation eines solchen Länderspiels.

Elektronischer Zugang, Tests und eine gute Planung sind wichtig

Acht Wochen vor dem Länderspiel in Ludwigsburg begannen die Planungen mit Gesprächen zwischen dem DFB, Sevotion und der Betreibergesellschaft sowie einer ersten Besichtigung der Halle. „Fünf Wochen vor dem Event stand dann bereits das erste Veranstaltungskonzept gemäß den UEFA-Regularien und wurde allen Beteiligten vorgestellt. Damit in Zeiten von Corona das Risiko so gut wie möglich reduziert werden kann, ist es für derartige Events wichtig, alles möglichst detailliert vorab zu planen. Wer bewegt sich wann, wo, und was tut er da?“, erklärt Sascha Kühne.

So gab es beim Futsal-Länderspiel vier unterschiedliche Sicherheitszonen, vier differenzierte Personengruppen und vier verschiedene Zeitkorridore. In der ersten Zone, in der ohne Maske Sport getrieben wurde, durften sich nur Personen bewegen, die einen negativen Corona-Test vorweisen konnten. „Dieser Test darf nicht älter als drei Tage sein, und die Spieler und Trainer werden sogar mehrfach getestet, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Abstandsgebot und Maskenpflicht außerhalb des Spielfeldes gelten selbstverständlich trotzdem“, erklärt Sascha Kühne. Jeder Teilnehmer, auch die in der zweiten und dritten Zone, musste sich vorab elektronisch registrieren und wurde beim Betreten und Verlassen der Halle gescannt. Das funktioniert wie ein herkömmlicher Ticketkauf, zudem wird bei jeder Person die Temperatur gemessen, bevor die Halle betreten werden darf, so Kühne.

Sollte es dennoch zu einem Fall kommen, dass im Nachgang bekannt wird, ein Gast sei positiv auf Corona getestet worden, „dann ist mit dem elektronischen Zugangsverfahren klar sichtbar, wer sich wann und wo aufgehalten hat, um zum Beispiel eine gute Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen. Hiermit unterstützen wir eine gute DSGVO-konforme Kontaktnachverfolgung“, erklärt Sascha Kühne.

Weihnachten muss nicht ausfallen

Kühne vergleicht die Konzepte für die Veranstaltungen gerne mit dem Autofahrer auf der Bundesstraße 29. „Ein Autofahrer trinkt vor dem Einstieg ins Auto keinen Alkohol, schnallt sich an und tut alles dafür, dass es nicht zu einem Unfall kommt. So machen wir es auch. Auch wir tun alles dafür und noch mehr, dass niemand Angst haben muss, sich mit dem Virus während des Events anzustecken“, erklärt der Geschäftsführer der Sevotion GmbH.

Besonders groß sei das Interesse von den kirchlichen Einrichtungen derzeit im Hinblick auf Weihnachten. „Wir haben die Infrastruktur und die Fachkenntnisse, wie man Gottesdienste möglich machen kann - so es die Verfügungslage zulässt - und zudem per Stream in jeden Haushalt bekommt, und niemand zum Beispiel auf die Weihnachtsansprache des Pfarrers verzichten muss. Auch in diesem Bereich ist die Veranstaltungsbranche stark, und ich hoffe, dass sich noch mehr Menschen und Experten aus dieser Branche als Problemlöser engagieren“, äußert sich Kühne.

„Mich, und sicher auch viele meiner Kollegen aus dem Sport- und Kulturbereich, würde es freuen, wenn wir als Experten der Veranstaltungsbranche die Chance bekommen würden, Lösungs- und Umsetzungsmöglichkeiten aufzuzeigen, wie Feste und Veranstaltungen im öffentlichen Raum trotz der Corona-Krise und unter Einhaltung aller geltenden Regeln gemeinsam erlebt werden können“, erklärt Sascha Kühne, Gemeinderat in Alfdorf und Geschäftsführer der Agentur Sevotion.

Die aktuellen Beschränkungen

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