Alfdorf

Ausbildung zur Modeschneiderin: Stefanie Folter auzgezeichnet

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Modedesignerin
Stefanie Folter (links) mit ihrer Freundin Lydia Wosnek beim Shoppen in einem Mode-Fachgeschäft in der Wilhelmstraße in Welzheim. © Palmizi / ZVW
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Stefanie Folter mit selbst genähter Jacke. © privat

Alfdorf. Sie heißt Stefanie Folter und hat in der Ausbildung als landesbeste Modeschneiderin der IHK Region Stuttgart abgeschlossen und die höchste Punktzahl erreicht. Nach Abschluss der dreijährigen Ausbildung bei der Firma Olymp Benzner GmbH & Co. KG in Bietigheim-Bissingen bleibt die 21-jährige Alfdorferin bei ihrem Studium in Reutlingen der Branche treu: Textiltechnologie und Textilmanagement.

19 Auszubildende aus Unternehmen in der Region Stuttgart gehörten im letzten Jahr zu den besten Absolventen einer dualen Ausbildung im Südwesten. Die Landesbesten aus ganz Baden-Württemberg wurden Ende November bei einer Feier in Pforzheim vom Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag ausgezeichnet. „Es gab gutes Essen und einen kleinen Pokal“, blickt Stefanie Folter mit Stolz auf die Ehrung zurück.

Die gelernte Modeschneiderin ist in Alfdorf aufgewachsen und hat drei Geschwister, darunter den Zwillingsbruder Tobias. „Ich bin aber die Jüngste.“ Nach dem Besuch der Grundschule in Alfdorf wechselte Stefanie aufs Gymnasium nach Lorch, wo sie ihre jetzige Freundin Lydia Wosnek aus Lorch kennenlernte. Eine dicke Freundschaft, die bis heute hält und gepflegt wird.

Familie hat jetzt eine Näherin zu Hause

Mit 14 und 15 Jahren wollte Stefanie selbst ein Dirndl nähen, besorgte sich Stoff und Muster, doch anhand der Anleitung kam sie mit ihrem Vorhaben zunächst nicht recht voran. „Die Sachen blieben dann zunächst einmal drei Monate liegen.“ Dann probierte Stefanie es ohne Muster und Vorlage, und auf einmal nahm ihr Vorhaben Gestalt an. Seitdem hat die Familie eine Näherin und die Geschwister müssen keine Hemden oder Blusen mehr einkaufen.

Die heute 26-jährige Schwester Franziska entdeckte, dass bei der Firma Olymp-Hemden Ausbildungsstellen für Modeschneiderinnen frei sind, und empfahl der kleinen Schwester eine Bewerbung. Gesagt, getan. So startete Stefanie Folter ihre dreijährige Ausbildung mit zwei Jahren Modenähen und einem Jahr Schneiderei in dualer Ausbildung bei der Herrenhemden-Firma. Zweimal in der Woche ging es an die Berufsfachschule.

Muster und Sonderanfertigungen werden in Deutschland hergestellt

Die eigentliche Produktion der Hemden wurde zwar ins Ausland verlagert, gleichwohl gibt es in Bietigheim-Bissingen noch genügend zu tun. Alle Muster und Sonderanfertigungen werden in Deutschland hergestellt. Zu Beginn der Ausbildung hatte Stefanie Folter ihren Wohnsitz nach Stuttgart verlegt und behält diesen auch während des Studiums bei.

Dennoch ist sie jedes Wochenende in Alfdorf zu sehen. Als aktives Mitglied des Musikvereins spielt die Alfdorferin dort regelmäßig bei den aktiven Musikern mit. Und es gibt noch einen weiteren Grund, am Wochenende zur Familie nach Alfdorf zurückzukehren: Ihr Freund Daniel Keller (28) wohnt in Alfdorf und fährt jeden Tag zum Daimler ins Geschäft.

Acht Semester Studium

Natürlich hat ihr Arbeitgeber ihr nach dem erfolgreichen Abschluss angeboten, bei der Firma zu bleiben. „Ich wollte aber weitermachen.“ Acht Semester lang steigt die Studentin nun tiefer in das Thema Materialkunde ein. Was dann nach der Abschlussprüfung kommt, vermag sie jetzt noch nicht zu sagen: „Schau mer mal.“ Viele Berufswege stehen dann der Fachfrau offen von Autofirmen, die Autositze aus Stoff benötigen, bis zu Medizinunternehmen, die auch Fachwissen für Textilien brauchen.

Dicke Freundinnen:

  • Stefanie Folter und Lydia Wosnek sind dicke Freundinnen, die sich gegenseitig helfen. Zusammen kamen sie deshalb zum Gespräch in die Redaktion.
  • Beim Einkaufen kann Lydia auf das Fachwissen von Stefanie zurückgreifen, die gleich weiß, ob das Kleid aus einem guten oder einem billigen Stoff ist. „Wir unterstützen uns immer gegenseitig.“