Alfdorf

Bürgermeisterwahl: Großer Andrang bei der Podiumsdiskussion

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Alle Stühle besetzt und auch einige Stehplätze wurden benötigt: Das Interesse an der ZVW-Veranstaltung im Bürgerzentrum Pfahlbronn am Dienstagabend war groß. © ZVW/Alexandra Palmizi

Alfdorf. Unterhaltsam und informativ verlief die Talkrunde zur Bürgermeisterwahl in Alfdorf am Dienstagabend mit Chefredakteur Frank Nipkau. Der Andrang im Bürgerzentrum in Pfahlbronn war mit rund 500 Bürgerinnen und Bürger sehr groß. Kurz vor der Bürgermeisterwahl in Alfdorf am 2. Februar hat der Zeitungsverlag Waiblingen die Gelegenheit geboten, die Kandidaten Michael Segan und Ronald Krötz kennenzulernen. Dabei standen sowohl die Personen als auch die politschen Inhalte im Mittelpunkt. Es wird auf jeden Fall spannend: Wird Amtsinhaber Michael Segan für eine dritte Amtszeit bestätigt, oder macht Ronald Krötz aus Urbach, Pressesprecher der Polizeidirektion in Aalen, das Rennen?

Mit musikalischer Umrahmung und Bewirtung

Fabian Bruck umrahmt mit seiner Gitarre zusammen mit Stephan Schwenk (Piano) den Abend musikalisch. Die Landfrauen Pfahlbronn haben die Bewirtung übernommen. „Wir wollen Ihnen persönlich und inhaltlich auf den Zahn fühlen“, eröffnet Nipkau die Veranstaltung. Der Bürgermeister habe den wichtigsten Arbeitsplatz der Gemeinde und sei Vorsitzender des Gemeinderats.

Einig sind sich die Bewerber Michael Segan und Ronald Krötz, dass diese beiden Kandidaten einen fairen Wahlkampf führen und sich gegenseitig respektieren. Seit Dienstagabend weiß der Wähler nicht nur, dass Segan gerne Gummibärchen beziehungsweise Weingummis isst, sondern dass Krötz manchmal nachts aufsteht, ein paar Löffel Nutella nascht, ein Glas Milch trinkt und zufrieden ins Bett zurückkehrt.

Als hoch anständig empfand Ronald Krötz, dass ihm Segan zum Tod seines Vater kondoliert hat.

Beim Internet noch mehr Dampf machen

Beim Lob über die Gemeinde herrscht Einigkeit darüber, dass Alfdorf eine vitale Kommune mit vielen Vereinen und vielen engagierten Menschen ist. Aber manches muss noch besser werden. Zum Beispiel beim Ausbau des Internets. In der Ära Segan wurde schon viel dazu angestoßen und schon einiges umbesetzt. Krötz würde als Bürgermeister bei diesem Thema noch mehr Druck ausüben und mehr Dampf machen. „Das muss schneller gehen.“ Gefreut hat sich Krötz über die Initiative für eine Jugendmeile. Und für die älteren Menschen hält er seinen Seniorenrat als Sprachrohr für sinnvoll.

Die vom Moderator gewünschte Liebeserklärung an die Gemeinde beginnt bei Segan mit dem Hinweis auf 16 Jahre als Bürgermeister. Seine Familie sei gut aufgenommen worden und die Kinder hier aufgewachsen. Im Jahr 2004 habe er sich bei der Berufswahl nicht für Berlin entschieden, sondern für Alfdorf. „Das war die richtige Entscheidung.“

„Ich liebe Alfdorf fast so sehr wie meine Frau“, betont Ronald Krötz. „Wir wollen Alfdorfer werden sagt einer, der aus Urbach kommt, das bedeutet was.“

Die Gemeinde hat eine schwierige Struktur

Von der Struktur her ist Alfdorf keine einfache Gemeinde. Das wissen die Bewerber. Alfdorf mit 63 Teilorten ist viel verzweigt. Die gewerbliche Entwicklung hat sich am Wohl und Weh des größten Arbeitgebers am Ort, der ZF, zu orientieren. „Ohne ZF geht das Licht aus“, bringt Frank Nipkau das Problem auf den Punkt. Die Gemeinde hat, wie Segan berichtet, innerhalb kürzester Zeit den Bau des Logistikzentrums umgesetzt. „Da bin ich stolz darauf“. ZF und alle anderen Betriebe seien nach ihren Erweiterungswünschen befragt worden. „Das Ergebnis der Umfrage ist in den Flächennutzungsplan eingeflossen.“ Wichtig ist laut Segan, die Infrastruktur für die Mitarbeiter auszubauen mit neuen Bauplätzen und weiteren Einkaufsmöglichkeiten. Im Osten Alfdorf werde deshalb ein Edeka-Markt im Vollsortiment angesiedelt. Am Standort Pfahlbronn werde der Penny neu und größer gebaut.

Ronald Krötz hält es bei diesem Thema für sehr wichtig, den Mittelstand zu fördern und mehr mittelständische Firmen anzusiedeln. Eine Auffassung, die Segan teilt, doch die Ansiedlung einiger kleineren Betriebe könne einen Arbeitsplatzverlust in einem sehr großen Betrieb nicht auffangen.