Alfdorf

Bürgermeisterwahl: Krötz und Segan im Duell

Podiumsdiskussion Alfdorf_0
Ronald Krötz (rechts) und Michael Segan (links) liefern sich bis zum Sonntag ein spannendes Rennen um den Chefsessel im Alfdorfer Rathaus. © Laura Edenberger

Alfdorf.
Fabian Bruck und Stephan Schwenk rundeten eine interessante Kandidatenvorstellung des Zeitungsverlags Waiblingen im Bürgerzentrum Pfahlbronn ab. Die beiden Musiker sorgten für eine positive Grundstimmung, die sich auf die Kandidaten Michael Segan und Ronald Krötz auswirkte. Moderator und Chefredakteur Frank Nipkau gelang es nämlich, gemeinsam mit den dieses Mal rein sachlich gestellten Fragen der 500 Gäste, bei den Bewerbern Persönliches, Privates und Inhalte herauszukitzeln.

Wie werden Naturschutz und Tourismus in Einklang gebracht?

Das Einstiegsthema nach der Talkrunde war der Naturpark mit Naturschutz: Wie wollen Segan und Krötz mehr Touristen nach Alfdorf lotsen?

Michael Segan antwortete: „Wir haben auf der CMT einen Abrisskalender mit drei Rezepten verteilt, nämlich wie man drei Tage in Alfdorf verbringen kann. Es waren am Schluss alle Rezepte weg. Mir ist wichtig, dass die Menschen nicht nur einen Tag kommen und ihr Vesper dabeihaben, sondern in Alfdorf übernachten. Im Haghof soll eine zusätzliche Übernachtungsmöglichkeit zum Hirsch geschaffen werden. Aber wir sehen am Beispiel des Mühlentages, dass zu viele Touristen auch viel Verkehr und Müll verursachen, was sich negativ auf den Naturschutz auswirkt. Es gilt also weiterhin, eine moderate Tourismus-Entwicklung anzustreben.“

Ronald Krötz ergänzte: „Wir sind zum Glück weit weg vom Massentourismus. Es fehlen ein paar Schilder, um die Wanderwege zu kennzeichnen. Vielleicht gilt es im Thema Naturschutz auch zu prüfen, ob ein Klimamanager in der Verwaltung nötig ist. Ein Pendelverkehr für die Mitarbeiter der ZF würde sicher für den Naturschutz und das Klima auch hilfreich sein, damit nicht jeder mit dem Pkw ins Geschäft fährt.“

Segan ergänzte: „Einen Klimamanager benötigen wir in Alfdorf nicht, das macht unser Liegenschaftsbeauftragter sehr gut. Wir sind in Alfdorf ein Vorbild. Unsere eigenen Gebäude sind alle auf einen super energetischen Stand, mit Solarstrom, neuen Dächern, Fenstern etc. Und unsere Holzhackschnitzelheizung versorgt neun kommunale Gebäude, und wir kaufen die Hackschnitzel im eigenen Forstgebiet ein. Das kostet uns zwar mehr, ist uns aber wichtig.“

Wie sieht Alfdorf in 2030 aus? Welche Ziele haben die Kandidaten?

„Ich würde mich freuen, wenn ich in 2030 durch Alfdorf spaziere und jedes Haus einen Glasfaser-Anschluss hätte, die Ortsmitten in Alfdorf und Pfahlbronn neu gestaltet wären, alle Schulen noch erhalten sind, alle Kinder bestens betreut werden und wir gemeinsam den Wald, unsere Landwirtschaft und unser Gewerbe auf einem Top-Zustand haben“, erklärte Segan. Ronald Krötz entgegnete: „Ich möchte nichts versprechen, was ich nicht halten kann. Für mich wäre es super, wenn Alfdorf im Jahr 2030 endlich ein zu hundert Prozent funktionierendes Handynetz hätte, ein Verkehrs- und Schulwegkonzept umgesetzt wäre und der Kronenplatz schön gestaltet wäre.“

Zum Thema Verkehr, Durchgangsverkehr, Umleitungen während des Baus der Hauptstraße in Alfdorf (Fertigstellung im August 2022) und Radwegen wurde ebenfalls lange diskutiert. Beide Kandidaten waren sich einig, dass der Schwerlastverkehr weiträumig um Alfdorf umgeleitet werden muss. Einigkeit herrschte auch darin, dass man die Radwege weiter ausbaut und möglichst versucht, viele Leute auf die Fahrräder oder E-Autos zu bringen. „Hier wird es dieses Jahr noch zwei E-Ladesäulen hinterm Rathaus geben“, so Segan.

Wie kann die Jugend besser in Alfdorf mitgenommen werden?

Jugendarbeit ist wichtig, das haben die Alfdorfer Verwaltung und der Gemeinderat nicht zuletzt mit der Einführung der Sozialarbeit an den örtlichen Schulen deutlich gemacht. Nach einigen Anläufen in den vergangenen Jahren bildete sich am Montag eine neue Initiative unter der Bezeichnung „Alfdorfer Jugendmeile“.

Die Initiatoren Daniela Neumaier und Lara Schmidt haben es geschafft, dass sich 30 Jugendliche in Alfdorf mit verschiedenen Zukunftshemen in einem Workshop beschäftigt haben. „Es wird weitere Treffen geben und es gibt schon ein Ergebnis, nämlich wir werden ein Jugendforum einrichten“, äußerte sich der amtierende Bürgermeister Michael Segan. Für Ronald Krötz wäre ein weiterer wichtiger Punkt, neue Spielplätze zu schaffen, „und natürlich zu prüfen, in welchen Wohngebieten vielleicht kein Spielplatz mehr nötig ist“, so Krötz.

Kann der Bundespräsident im Sandland telefonieren?

Moderator Frank Nipkau wollte zum Schluss von den beiden Kandidaten wissen, wo sie mit dem Bundespräsidenten zuerst in Alfdorf hingehen würden, wenn er zu Besuch komme. Segan: „Ich hoffe, der Bundespräsident hätte viel Zeit, um sich alle 63 Teilorte bei einer schönen Rundfahrt anzusehen, damit wir über viele Probleme sprechen können.“ Krötz: „Ich würde auch eine Rundfahrt machen, am besten auf einer Pferdekutsche, und dann würden wir im Sandland anhalten. Ich würde unseren Bundespräsidenten fragen, ob er nun sein Handy herausholen kann, um seine Frau anzurufen.“ Der Applaus für Krötz war riesig, denn auch Frank-Walter Steinmeier hätte wohl keinen Empfang.

Was machen Michael Segan und Ronald Krötz, wenn sie am 2. Februar nicht ins Rathaus gewählt werden? „Dann bin ich traurig“, sagte Segan. „Dann heißt es Mund abputzen, sich schütteln und das Leben geht weiter“, erklärte Krötz.

Alfdorf.
Fabian Bruck und Stephan Schwenk rundeten eine interessante Kandidatenvorstellung des Zeitungsverlags Waiblingen im Bürgerzentrum Pfahlbronn ab. Die beiden Musiker sorgten für eine positive Grundstimmung, die sich auf die Kandidaten Michael Segan und Ronald Krötz auswirkte. Moderator und Chefredakteur Frank Nipkau gelang es nämlich, gemeinsam mit den dieses Mal rein sachlich gestellten Fragen der 500 Gäste, bei den Bewerbern Persönliches, Privates und Inhalte

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