Alfdorf

Kompromisslösung: Einstieg in Alfdorfer Eisenbachsee wird mit Sand erleichtert

Eisenbachsee Plakat
Der Eisenbachsee wird vorerst keine offizielle Badestelle werden, jedoch wird der Einstieg verbessert. Neue Treppen sind nicht geplant. © Markus Metzger

Wer haftet, wenn im Eisenbachsee ein Unfall passiert? Und was passiert mit den zurückgebauten Treppen und den nicht mehr vorhandenen Einstiegsmöglichkeiten? Die Antworten darauf erfuhren einige Bürger in der Gemeinderatssitzung am Montagabend, nachdem auf Zetteln rund um den See zur Sitzung seitens eines Bürgers eingeladen wurde. „Es gibt einen Kompromissvorschlag des Wasserverbands Kocher-Lein, den wir dankend annehmen“, erklärte Bürgermeister Ronald Krötz.

Zurück zur Problemstellung: Der Wasserverband Kocher-Lein mit Verbandsvorsteher Michael Segan, ehemaliger Schultes in Alfdorf, hat nach Prüfung mit seinem Versicherer als Eigentümer des Eisenbachsees alle Stege, Zugangstreppen mit Geländer oder Ähnlichem zurückbauen lassen. Sehr zum Ärger vieler Bürger und der Gemeinderäte. Annegret Glombik, Geschäftsführerin des Wasserverbandes Kocher-Lein, sagte: „Als Ergebnis hat unser Versicherer aus haftungsrechtlichen Gründen empfohlen, alle Stege, Zugangstreppen mit Geländer oder Ähnlichem zurückzubauen. Darüber hinaus sollen Hinweise angebracht werden, dass das Baden auf eigene Gefahr erfolgt. Dieser Hinweis ist an allen Seen gut sichtbar anzubringen.“ Sofern badetypische Einrichtungen wie Stege, Zugangstreppen mit Geländer, Badeinseln und Ähnliches vorhanden sind, lade dies zum Baden ein. In diesen Fällen muss laut Glombik eine Beaufsichtigung des Badebetriebs vorgehalten werden.

Warum wurden jedoch auch Steintreppen ohne Geländer als Zugang zum See, der als Hochwasserrückhaltebecken auch zum Baden genutzt wird, abgebaut? „Aus unserer Sicht ist das Vorgehen des Wasserverbandes ein Skandal. Hätte man hier beim Eisenbachsee alles etwas realistischer betrachtet, dann würde man feststellen, dass der Eisenbachsee nicht in die Kategorie von Seen eingestuft werden kann, in die die besagten Gerichtsurteile zu Badeunfällen fallen“, äußerte sich Gemeinderat Dr. Wolfgang Hipp. Die Treppen in den Eisenbachsee hatten keine Geländer und es bestand auch laut Dr. Hipp keine Gefahr. „Unser ehemaliger Bürgermeister Michael Segan hätte uns hier früher einbinden müssen und wir hätten alles diskutieren können, bevor es zu diesem unnötigen Rückbau kam“, so Dr. Hipp. Für Gemeinderat Klaus Hinderer ist bis heute nicht klar, warum der Schwäbische Wald Tourismus Werbung für die Seen auf der CMT macht, also auch für den Eisenbachsee, „um dann in einer Nacht- und Nebelaktion seitens des Wasserverbandes die Gefahren für das Baden eher zu vergrößern statt zu minimieren“.

Einstiegsmöglichkeiten werden mit Humus und Sand aufgefüllt

Bürgermeister Ronald Krötz und der Wasserverband Kocher-Lein mit Michael Segan an der Spitze sind nun aufeinander zugegangen. „Es gab ein gutes Gespräch und eine Kompromisslösung seitens des Wasserverbandes Kocher-Lein. Der Wasserverband wird mit uns die Einstiegsmöglichkeiten genau ansehen, und der Wasserverband wird diese mit Humus und Sand zwei- bis dreimal im Jahr auffüllen. Wir werden es begleiten“, äußerte sich Ronald Krötz. Der Gemeinderat stimmte diesem Vorschlag einstimmig zu, jedoch mit der Bitte, den Zeitfaktor zu beachten und hier schnell zu handeln.

„Und falls wir nach einem Jahr zu der Erkenntnis kommen, dass die getroffenen Maßnahmen nicht ausreichen, werden wir uns mit dem Gemeinderat erneut beraten, um dann einen möglichen Gutachter zu beauftragen, der uns die rechtlichen Möglichkeiten für einen Vertrag als Verwaltung mit dem Wasserverband erklären kann. Denn wenn wir Treppen mit Geländern, Stege oder Ähnliches wollen, also eine offizielle Badestelle, muss so eine Vereinbarung, ähnlich dem Aichstrutsee in Welzheim, verhandelt werden, damit der Eisenbachsee dann als Badestelle oder Badeplatz genutzt werden kann und die Gemeinde Alfdorf in der Haftung steht“, so Krötz.

Was heißt dieses Ergebnis nun für die Bürger und Gäste, die im Eisenbachsee 2022 baden möchten: „Auf eigene Gefahr ist das Baden weiterhin möglich und die Zugänge werden verbessert, ohne dass der Wasserverband haftungsrechtliche Probleme bekommt. Eine offizielle Badestelle ist der Eisenbachsee aber nicht und ein Badesee, bei dem eine Aufsicht nötig ist, wird er nicht werden“, sagte der Bürgermeister.

Und wer haftet im Unglücksfall? „Da das Baden auf eigene Gefahr klar kommuniziert und ausgeschildert ist, haftet weder der Wasserverband noch die Kommune, sondern jeder, der im Eisenbachsee badet, ist für sich verantwortlich und kann die Schuld keinem Zweiten geben“, so Kocher-Lein-Verbandsvorsteher Michael Segan, der auch auf Nachfrage der Welzheimer Zeitung bestätigt: „Ein natürlicher Zugang zum See, wie von Alfdorf gewünscht, ist versicherungsrechtlich unproblematisch. Die Besucher haben einen bequemeren Weg zum See, sind aber für sich selbst verantwortlich. Daher ist uns Sand lieber statt Splitt, da sich sonst noch jemand den Fuß verdrehen könnte. Und wir werden diese natürlichen Einstiegsmöglichkeiten zwei- bis dreimal im Jahr auffüllen.“

Wer haftet, wenn im Eisenbachsee ein Unfall passiert? Und was passiert mit den zurückgebauten Treppen und den nicht mehr vorhandenen Einstiegsmöglichkeiten? Die Antworten darauf erfuhren einige Bürger in der Gemeinderatssitzung am Montagabend, nachdem auf Zetteln rund um den See zur Sitzung seitens eines Bürgers eingeladen wurde. „Es gibt einen Kompromissvorschlag des Wasserverbands Kocher-Lein, den wir dankend annehmen“, erklärte Bürgermeister Ronald Krötz.

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