Alfdorf

Landfrauen: Roseneinweihung am Freitag (24.06.) in Alfdorf

Landfrauen: Rosentaufe, Bruckmühle, Schwieberdingen, 16.07.2021.
Die Präsidentin des Landesverbandes Marie-Luise Linckh (r.) überreicht die Rosenstöcke. © Benjamin Beytekin

„Für mich soll’s rote Rosen regnen“ – der Hildegard-Knef-Titel, den nicht nur Angela Merkel gerne hört, steht auch beim Landfrauenverein Alfdorf ganz oben auf der Wunschliste. Ob der Musikverein die beliebte Melodie zur Einweihung der Landfrauenrosen beim Rathaus spielen wird? Und was hat es mit der Rosensorte eigentlich auf sich? Marie-Luise Hientz, Geschäftsführerin des Landfrauenvereins Alfdorf, weiß noch nicht, welche Lieder der Musikverein zur Roseneinweihung präsentieren wird, aber eines wisse sie schon: „Die Musiker werden auf jeden Fall viele Rosenlieder spielen“, freut sie sich. Rosenlieder zur Einweihung und Taufe von zwölf Rosenstöcken des Landfrauen-Landesverbands, und dies mitten in der Rosensaison – kann es etwas Stimmungsvolleres geben? Die Blumenpracht wurde vergangenen Spätsommer am Rathaus in Alfdorf eingepflanzt. Dieses Jahr blühen sie zum ersten Mal. „Wir haben bewusst den Zeitpunkt im Juni gewählt, damit alles prächtig blüht“, sagt Marie-Luise Hientz.

Die Rosenstöcke seien schon vor einem Jahr in ihren Besitz übergegangen, als die Alfdorferinnen ihr eigentliches Jubiläum coronabedingt nicht feiern konnten. Die Präsidentin des Landfrauenverbands habe ihr die Stöcke persönlich überreicht. „75 Jahre plus 1“ sei immer noch ein guter Grund zu feiern und das Rosenfest ein adäquater Ersatz. Festbeginn ist am Freitag, 24. Juni 2022, um 17 Uhr. Bürgermeister Ronald Krötz wird ein Grußwort sprechen, vom Landesverband wird die Vizepräsidentin sprechen, angekündigt ist auch die Kreisvorsitzende Doris Kurz. Zum kleinen Umtrunk werden Salzkuchen und herzhafte Häppchen gereicht. Andere Ortsvereine und auch der Landesverband Württemberg-Baden selbst begehen dieses Jahr das 75-Jahr-Jubiläum. Wie kommt es, dass die Alfdorfer Gruppe früher dran war und als erster Landfrauenverein in Südwestdeutschland gilt? Geschäftsführerin Hientz erklärt es mit der am Ort lebenden Vereinsgründerin Freifrau Margarete vom Holtz. „Es gab schon seit geraumer Zeit einen Hausfrauenverein, dessen Vorsitzende immer eine Adelige war.“ Die Baronin habe die Tradition fortgesetzt bis zum Zweiten Weltkrieg. Danach musste eine neue organisatorische Struktur her.

Hier kommt Gräfin Marie-Luise Leutrum von Ertingen ins Spiel, die laut Landfrauen-Bundesverband „von Dorf zu Dorf und von Kreis zu Kreis zog“, um über die neuen Vereine zu informieren. Sie wurden von Hausfrauenverein in Landfrauenverein umbenannt und hatten zum Ziel, alle Frauen auf dem Land mit Bildungsangeboten zu erreichen. Freifrau Margarete vom Holtz ließ sich vom Engagement für die Landfrauenarbeit inspirieren und gründete den ersten Ortsverein am 20. April 1946. Zum Gedenken an diese laut Marie-Luise Hientz „moderne Frau“, die schon damals im Kreistag saß, wird bei der Rosenfeier eine DIN-A4-große Gedenktafel enthüllt, voraussichtlich vom Enkel Baron Götz vom Holtz, verbunden mit einer kleinen Ansprache.

Angestoßen von den beiden Adeligen folgte Anfang 1947 dann die Gründung der ersten Kreisverbände, am 30. April desselben Jahres nahm der Landesverband Württemberg-Baden seine Arbeit auf, der sich zum 75-jährigen Jubiläum etwas ganz Besonderes einfallen ließ: So wurde die Züchtung einer eigenen Rosensorte in Auftrag gegeben. Der Züchter schuf die Landfrauenrose, eine besonders bienenfreundliche und widerstandsfähige Kleinstrauchrose mit geöffneten Blüten fürs Nektarsammeln. Sie wird derzeit im gesamten Verbandsgebiet von Landfrauen im öffentlichen Raum angepflanzt. Ob als Beet oder als Rosengarten, soll sie die Flora und auch Fauna bereichern. Alfdorfer können sich bei deren Anblick davon überzeugen, dass auch das Farbenspektrum im öffentlichen Raum von der Pflanzung profitiert: Ihr leuchtendes sattes Magenta hat schon viele Rosenbewunderinnen auf den Plan gerufen. „Wir sind schon mehrmals angesprochen worden, da die Rosen beim Vorbeilaufen gut zu sehen sind“, so Marie-Luise Hientz.

Der Standort habe sich nach anfänglicher, kurzer Skepsis als wahre Rosenweide herausgestellt. „Beim ersten Blühen herrschte Begeisterung pur für das Beet“, so die Vorsitzende. Die Südseite bekomme viel Sonne ab und sei windabweisend, was für wärmeliebende Pflanzen in Alfdorf ja besonders wichtig ist. Die Landfrauen hoffen natürlich, dass das sommerliche Wetter bis zum Wochenende anhält und es beim netten Festle zur Rosengarteneinweihung wirklich nur musikalisch „regnet“ – am liebsten rote Rosen.

Info

Der Alfdorfer Landfrauenverein zählt aktuell 210 Mitglieder. Pfahlbronn und Vordersteinenberg haben eigene Ortsvereine.

„Für mich soll’s rote Rosen regnen“ – der Hildegard-Knef-Titel, den nicht nur Angela Merkel gerne hört, steht auch beim Landfrauenverein Alfdorf ganz oben auf der Wunschliste. Ob der Musikverein die beliebte Melodie zur Einweihung der Landfrauenrosen beim Rathaus spielen wird? Und was hat es mit der Rosensorte eigentlich auf sich? Marie-Luise Hientz, Geschäftsführerin des Landfrauenvereins Alfdorf, weiß noch nicht, welche Lieder der Musikverein zur Roseneinweihung präsentieren wird, aber

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