Alfdorf

Millionen-Projekt: Kläranlage Leineck in Alfdorf eingeweiht

Klärwerk Leineck
Blick auf die neue Kläranlage Leineck bei Pfahlbronn. Zur Einweihung waren zahlreiche Festgäste gekommen. Gefeiert wurde im Hof der Anlage mit Corona-Abstand. © Gabriel Habermann

Glückliches Ende für ein Mammutprojekt: Die Gemeinde Alfdorf hat ihre erweiterte zentrale Kläranlage Leineck in Pfahlbronn offiziell eingeweiht. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 5,5 Millionen Euro. Rund 3,1 Millionen Euro hat das Land Baden-Württemberg beigesteuert. Dennoch war es für die Welzheimer-Wald-Gemeinde ein Kraftakt. „Die anständige, funktionierende und für die kommenden Jahrzehnte gesicherte Abwasserbeseitigung ist die Grundvoraussetzung für das tägliche Leben“, stellte Bürgermeister Ronald Krötz am Dienstagabend in seiner Rede fest. Der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer sprach von einem „wichtigen Meilenstein“ für die Abwasserversorgung der Gemeinde. Alle freuten sich zusammen mit Fachingenieur Matthias Strobel, dass sowohl der Kostenrahmen als auch die Bauzeit eingehalten werden konnten. Als der Gemeinderat damals noch mit Bürgermeister Michael Segan das neue Abwasserkonzept beschlossen hat, war dies eine wegweisende Entscheidung gewesen.

Viel Geld wurde im Untergrund verbuddelt, einige Bauarbeiten waren auch an der Oberfläche sichtbar. So wird die Verlegung der neuen Kanäle in der Hauptstraße in Alfdorf genutzt, um den Straßenbelag komplett zu erneuern.

Früher gab es mehrere Kläranlagen auch in den Teilorten

In den vergangenen Jahren wurde die Abwasserentsorgung in der Gesamtgemeinde über mehrere Anlagen in den Teilorten bewältigt. So hatte der Hauptort früher eine eigene Kläranlage, der Ortsteil Pfahlbronn ebenso und auch für Vorder- und Hintersteinenberg mit Kapf gab es eine eigene Anlage. Vor sieben Jahren wurde aufgrund des baulich schlechten Zustandes der Kläranlage Alfdorf die gesamte Abwasserbeseitigung auf den Prüfstand gestellt, zumal eine Erweiterung der Anlagen anstand. Die favorisierte und wirtschaftlichste Lösung war die Stilllegung der Kläranlage Alfdorf mit Erweiterung der Kläranlage Leineck.

Das Projekt wurde in zwei Abschnitten umgesetzt: Erweiterung der Kläranlage Leineck. Der zweite Abschnitt betraf die Stilllegung der alten Kläranlagen, die teilweise zu Pumpwerken umgebaut wurden. Außerdem führen jetzt alle Abwasserleitungen in Richtung Leineck. Dort, wo es die Topografie nicht hergibt, muss das Abwasser über eine Druckleitung in Richtung Leinecksee gepumpt werden.

Erweiterung der Kläranlage dauerte zwei Jahre

Die reine Bauzeit für die Erweiterung der Kläranlage Leineck hat zwei Jahre gedauert. Insgesamt wurde die Anlage für maximal 9800 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Die Kläranlage Leineck wurde um zwei weitere Becken erweitert. Das Gesamtvolumen beträgt 2800 Kubikmeter. Vom Geröllfang bis zum Betriebsgebäude musste alles umgebaut und erneuert werden. „Die neue Kläranlage Leineck ist etwa dreimal so groß wie die alte“, machte Fachmann Strobel die Dimensionen des Projektes deutlich. Die neue Druckleitung verläuft vom Pumpwerk am Haldenweg über die Hauptstraße, südlich der Landesstraße bis zum Ortseingang von Pfahlbronn. 1580 Meter Druckleitung und 640 Meter Kanal müssen verlegt werden. Diese Arbeiten des zweiten Abschnitts werden nach den Worten von Bürgermeister Krötz planmäßig im Jahr 2021 abgeschlossen. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt sei eine große Belastung für die Anlieger und die Verkehrsteilnehmer. Der Bürgermeister bat deshalb weiterhin um Geduld und Verständnis.

Einweihung Mehrzweckhalle im nächsten Jahr geplant

Doch in der Gemeinde laufen derzeit noch weitere Großprojekte: Im nächsten Jahr soll auch die sanierte Mehrzweckhalle eingeweiht werden. Die Ballspielhalle konnte kurz nach den Sommerferien für die Ballspiele im Trainings- und Schulbetrieb freigegeben werden. Der aktuelle Zeitplan sieht als Einweihungstermin für die Mehrzweckhalle Juni 2021 vor. Doch dafür will Ronald Krötz nicht die Hand ins Feuer legen. Durch Corona und andere Unwägbarkeiten und Überraschungen gebe es immer wieder Verzögerungen. Bewährt habe sich aber jetzt schon, dass vor zwei Monaten ein Projektleiter dafür eingesetzt wurde, der das Ortsbauamt tatkräftig unterstützt.

„Die Kläranlage Leineck ist auf dem neuesten Stand der Technik“, freute sich Regierungspräsident Reimer. Diese Aussage gilt sowohl für den mechanischen als auch für den biologischen Teil. Die Anlage ist jetzt auch in der Lage, Phosphorverbindungen herauszufiltern.

Staatssekretär Wilfried Klenk war bereits am 8. November 2003 dabei, als die Kläranlage Leineck eingeweiht wurde. Der damalige Bürgermeister Werner Nägele sagte seinerzeit, dass das Projekt die Gemeinde an die Grenze ihrer finanziellen Belastbarkeit gebracht habe. Und auch nach der Einweihung des Erweiterungsteils am Dienstagabend gibt es noch weitere Aufgaben zu erledigen. So werden Reste von Medikamenten wie Schmerzmittel und Antibiotika sowie Überbleibsel der Putzmittel im Abwasser zu einem immer größeren Problem.

Den musikalischen Rahmen für die Feier gestaltete der Musikverein Alfdorf. Außerdem gab es im Hof der Kläranlage einen Ständerling zum Meinungsaustausch. Außerdem wurden den interessierten Bürgern fachkundige Führungen durch die neue Anlage angeboten.

Glückliches Ende für ein Mammutprojekt: Die Gemeinde Alfdorf hat ihre erweiterte zentrale Kläranlage Leineck in Pfahlbronn offiziell eingeweiht. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 5,5 Millionen Euro. Rund 3,1 Millionen Euro hat das Land Baden-Württemberg beigesteuert. Dennoch war es für die Welzheimer-Wald-Gemeinde ein Kraftakt. „Die anständige, funktionierende und für die kommenden Jahrzehnte gesicherte Abwasserbeseitigung ist die Grundvoraussetzung für das tägliche Leben“, stellte

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper