Alfdorf

Ringen um angemessene Baupreise

Sportzentrum Alfdorf_0
So soll nach der Fertigstellung das neue Sportzentrum in Alfdorf aussehen: Links die sanierte Mehrzweckehalle und rechts die neue Ballspielhalle. © Visualisierung: Architekturbüro

Alfdorf. Es geht voran: Die Rohbauarbeiten für die Sanierung der Mehrzweckhalle sowie den Neubau der Ballspielhalle wurden vergeben. Günstigster Bieter war die Firma Hermann Fuchs aus Ellwangen mit 1,16 Millionen Euro. Die Gemeinde ist froh, ein Unternehmen gefunden zu haben, dass zu einem akzeptablen Preis den Auftrag übernimmt, das ist zurzeit wegen der überhitzten Baukonjunktur schwierig.

Nach der öffentlichen Ausschreibung hatten zehn Firmen die Unterlagen angefordert. Fünf Angebote wurden schließlich abgegeben. Die ausgeschriebenen Leistungen umfassen die Maurer- und Stahlbetonarbeiten, Teilabbrucharbeiten sowie Teile der Außenanlage.

5,648 Millionen Euro sind derzeit vorgesehen

Das Architekturbüro Seyfried & Psiuk Architekten aus Schwäbisch Gmünd hatte am 11. Dezember 2017 eine Kostenberechnung für den Auftrag über 1,083 Millionen Euro vorgelegt. Die Vergabesumme ist durch die Baupreissteigerungen und wegen der konjunkturellen Marktsituation um rund 7,7 Prozent höher. Die Mehrkosten von 83 000 Euro müssen nachfinanziert werden.

Für den Bau der Ballspielhalle und die Sanierung der Mehrzweckhalle sind derzeit 5,648 Millionen Euro insgesamt vorgesehen.

Bauhof übernimmt Rohbauarbeiten

Noch schwieriger war es für die Gemeinde Alfdorf, für den Anbau eines Gruppenraums am Kindergarten Pfahlbronn die richtigen Firmen zu finden. Für den Neubau waren zahlreiche Gewerke ausgeschrieben worden, die der Gemeinderat jeweils an den günstigsten Bieter vergeben hat. Aufgehoben wurde wegen massiver Überschreitung der Kosten die Ausschreibung der Rohbau- und der Schreinerarbeiten, die nun vom kommunalen Bauhof erledigt werden. Bei den Rohbauarbeiten war die Gemeinde von Kosten in Höhe von rund 60 000 Euro ausgegangen. Nur eine Firma hatte ein Angebot eingereicht. Sie wollte 110 000 Euro. Der Bauhof macht es jetzt für 50 000 Euro, also 60 000 Euro günstiger.

Kostensteigerung bei einigen Angeboten mehr als 100 Prozent

Die Kostensteigerung von rund 122 Prozent gegenüber der Kostenberechnung erlaubt der Gemeinde, die Ausschreibung aufzuheben. Eine erneute Ausschreibung hätte zu einer zu langen Verzögerung der Arbeiten geführt. Nach Rücksprache mit der Leitung des Bauhofs kann dieses Gewerk nun in Eigenleistung erbracht und die Budgetplanung von 50 000 Euro eingehalten werden. Nach Aushändigung der Werkpläne kann die Bodenplatte im Oktober 2018 betoniert werden, somit ist dann die Basis für die weiteren Arbeiten geschaffen. Eine geschlossene Gebäudehülle ist laut Verwaltung bis zum Jahresende denkbar.

Auch Ausschreibung der Schreinerarbeiten wurde aufgehoben

Ein ähnliches Bild wie bei den Rohbauarbeiten ergab die Ausschreibung der Schreinerarbeiten. Neun Firmen wurden aufgefordert, ein Angebot abzugeben, eine Firma hat dann tatsächlich ein Angebot eingereicht. Die Kostenberechnung war von 6000 Euro ausgegangen. Der Bieter hat mit 14 444 Euro kalkuliert. Die Vergabesumme ist somit um 8444 Euro überschritten. Dies entspricht einer Kostensteigerung von rund 141 Prozent. Aufgrund dieser Zahlen und weil nur ein Angebot vorlag, hat der Gemeinderat entschieden, auch diese Ausschreibung aufzuheben. Die Arbeiten werden nun in Eigenleistung durch Mitarbeiter des Bauhofs für 6000 Euro erledigt.

22 423 Euro für Elektroarbeiten

Wären da noch die Elektroarbeiten. Hier hat sich das Planungsbüro verrechnet. Der Architekt hatte 8000 Euro angesetzt. Ein hinzugezogener Fachingenieur kam nun auf 22 610 Euro. Billigster Bieter war die Firma Funk aus Schwäbisch Gmünd mit 22 423 Euro, die dann auch den Auftrag erhielt. Die überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 14 423 Euro müssen im Haushalt der Gemeinde nachfinanziert werden. Ein Glück, dass die Einnahmen der Gemeinden derzeit gut sind.


Baustelle Schlossgartenschule

Bei der Sanierung der Schlossgartenschule hat die Gemeindeverwaltung nun einen Sachstandsbericht zum Baufortschritt vorgelegt. Außerdem wurden weitere Bauleistungen vergeben. Ein Baumangel muss noch beseitigt werden.

Die Schlossgartenschule in Alfdorf wird seit 2016 energetisch saniert. So wurde in einem ersten Bauabschnitt am Verbindungsbau das Flachdach saniert. Im Südbau wurden im Flur des Erdgeschosses, Gipskarton-Schallschutzdecken mit neuer Beleuchtung angebracht. In den Klassenräumen im Erdgeschoss wurden die Decken mit Beleuchtung sowie die Elektroinstallation erneuert.

Im zweiten Bauabschnitt wurden im Nordbau im Erdgeschoss die Fenster erneuert sowie an der Fassade ein Wärmedämmverbundsystem angebracht.

Die 16 Zentimeter dicke Wärmedämmung ragt über die vorhandenen Alu-Simse des Obergeschosses hinaus. An den bestehenden Alu-Sims der Fassadenbekleidung wurde ein weiterer Alu-Sims angebracht.

Nach der Fertigstellung wurde entdeckt, dass sich die Höhensituation der Simse verändert hatte und das Wasser in die falsche Richtung abläuft.

Um Bauschäden zu verhindern, muss nun der Anschluss zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss neu gemacht werden.

Es fallen deshalb nun zusätzliche Kosten von rund 40 000 Euro an, die nachfinanziert werden müssen. Die Gemeindeverwaltung will versuchen, dafür den Architekten in Haftung zu nehmen, hat Bürgermeister Michael Segan im Gemeinderat angekündigt.