Alfdorf

Spendenkampagne ermöglicht Auszeit für Familie von Wachkoma-Patient in Alfdorf

Ortsschild Alfdorf Symbolfoto
Symbolfoto. © ZVW/Gabriel Habermann

Im April 2017 änderte sich für die Familie von Wolfgang Knecht alles. 55 Jahre alt war der Alfdorf-Vordersteinenberger damals, als er beim Reifenwechseln zusammenbrach – schwerer Herzinfarkt mit Herzstillstand lautete die Diagnose. Seitdem befindet er sich im Wachkoma.

Pflege zu Hause – ein Kraftakt

Nach fünf Monaten Intensivpflege und Reha kam Wolfgang Knecht dann nach Hause. Zwar ist ein Pflegedienst unterstützend im Einsatz, zwar helfen Familie und Nachbarn mit, doch den Großteil der Pflege übernahm in den vergangenen Jahren seine Frau Ulrike. In der Erdgeschosswohnung wurde längst alles für die Bedürfnisse des Intensivpatienten umgebaut. So gibt es dort ein Pflegebett, einen Deckenlift im Schlafzimmer sowie einen Spezialrollstuhl, mit dem der 60-Jährige aufgerichtet werden kann. Auch ein rollstuhlgerechtes Auto besitzt die Familie, damit der Wachkoma-Patient auch ab und an aus dem Haus kommen kann. Der Familie ist es nämlich wichtig, dass er trotz seiner schweren Krankheit möglichst viel in den Alltag integriert wird.

Den Beruf für die Pflege aufgegeben

Ihren Beruf hat Ulrike Knecht für die aufwendige Pflege ihres Mannes indes aufgegeben. Zuvor hatte sie als Fotografin gearbeitet. Die Fürsorge ist für die 56-Jährige daher nicht nur ein großer Kraftakt, er geht auch an die finanziellen Ressourcen. Und so gerne sie sich um ihren Mann kümmert, so sehr hat die Vordersteinenbergerin auch eine Auszeit nötig, um abschalten und neue Kraft schöpfen zu können – zumal sie sich nebenbei auch noch um ihren pflegebedürftigen Vater kümmert.

Spendenaktion für eine Auszeit

Dank großzügiger Spenden aus der Bevölkerung ist das für die Vordersteinenbergerin nun auch möglich. Denn der Verein „Füreinander Alfdorf“ hat im November eine Spendenkampagne für die Familie gestartet. Und mehrere Tausend Euro sind dabei zusammengekommen, wie der Verein nun mitteilt.

Das Spendenziel wurde zum Jahresende also pünktlich erreicht – und der Familie Knecht kann nun im neuen Jahr eine Auszeit mit den erforderlichen Betreuungspersonen für Wolfgang Knecht vollumfänglich ermöglicht werden. Zusammen mit Pflegekräften soll es an den Brombachsee gehen. Dort kann die Familie dann gemeinsam und mit professioneller 24-Stunden-Unterstützung ihre Auszeit verbringen.

Die Vereinsmitglieder von „Füreinander Alfdorf“ bedanken sich für die große Hilfsbereitschaft und freuen sich über die Unterstützung für die Knechts, heißt es in einer Pressemitteilung.

Von der Hilfsbereitschaft überwältigt

Einen Tag vor Heiligabend waren die Vorstandsmitglieder Simone Latosik und Alexander Sauter bei Familie Knecht zu Besuch und konnten bereits einen ersten Teilbetrag der Spenden übergeben.

Ulrike Knecht zeigte sich von der Hilfsbereitschaft der vielen Spender überwältigt: „Wir können es gar nicht so recht fassen, was bei dieser Spendenaktion für unsere Auszeit zusammengekommen ist.“ Gefreut habe sie vor allem, dass viele Menschen gespendet hätten, die sie gar nicht persönlich kennen. „Wir sind so dankbar dafür und freuen uns auf die Auszeit im Juli 2023.“ Sie richtet einen „lieben Dank an alle, die sich so für uns eingesetzt haben, die so großzügig gespendet und uns unterstützt haben“.

"Das hat uns sehr berührt"

Das sei in dieser Zeit, in der keiner so recht wisse, wie alles noch weitergehe und was auf uns alle zukomme, gar nicht selbstverständlich, findet Ulrike Knecht. „Diese bedingungslose Großzügigkeit, die Nächstenliebe, der Zusammenhalt und das Füreinander haben uns sehr berührt.“

Bürgermeister und Vereinsmitglied Ronald Krötz ergänzt dazu: „Diese Spendenaktion zeigt einmal mehr, dass wir in Alfdorf zusammenhalten, wenn es darauf ankommt. Ich bin stolz auf unsere Bevölkerung, denn bei uns wird ein echtes Miteinander und Füreinander gelebt.“ Er freue sich sehr für die Familie und schließe sich dem Dank an alle Spender herzlich an.

Verein konnte neue Mitglieder gewinnen

Ein schöner Nebeneffekt der Spendenaktion war laut dem Verein, dass er durch die jüngsten Aktivitäten „Füreinander Alfdorf“ zahlreiche neue Mitglieder begrüßen durfte, die in den letzten Wochen beigetreten sind.

Wer auch Interesse an einer Mitgliedschaft hat und sich informieren möchte, kann sich an Alexander Sauter (E-Mail: Alex.sauter74@web.de) oder Simone Latosik (E-Mail: s.latosik@web.de) wenden.

Über den Verein

Der Verein „Füreinander Alfdorf“ wurde Ende 2021 gegründet, um unverschuldet in Not geratenen Menschen Unterstützung anzubieten. Unterstützt wurden seitdem zahlreiche einheimische Alfdorfer Familien, aber auch Geflüchtete, die neu in die Gemeinde kamen.

Darunter die Familie von Saskia Scheib und Michael Jany, die für ihre schwerbehinderte Tochter ein Fahrzeug benötigte. Über sie war auch die Idee zur Gründung des Vereins entstanden. Denn die Familie hatte sich bei der Weihnachts-Wunschbaumaktion der Gemeinde Geschenke für ihre sechs Kinder gewünscht.

Der Verein hat darüber hinaus unter anderem die Tafel in Welzheim finanziell unterstützt sowie geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer mit Willkommenspaketen begrüßt.

Im April 2017 änderte sich für die Familie von Wolfgang Knecht alles. 55 Jahre alt war der Alfdorf-Vordersteinenberger damals, als er beim Reifenwechseln zusammenbrach – schwerer Herzinfarkt mit Herzstillstand lautete die Diagnose. Seitdem befindet er sich im Wachkoma.

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Pflege zu Hause – ein Kraftakt

Nach fünf Monaten Intensivpflege und Reha kam Wolfgang Knecht dann nach Hause. Zwar ist ein Pflegedienst unterstützend im Einsatz, zwar helfen Familie und Nachbarn mit,

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