Alfdorf

Umstürzende Bäume - Gefahr auf dem Schulweg

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Das sind die Überreste des Baumes wie sie nach dem letzten Sturm im Garten des Ehepaars Brauer zum Liegen kamen. © Stütz / ZVW
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Die abgebrochene Linde im Schlosspark. © Rainer Stütz

Alfdorf. Mit Sorge blicken Anwohner auf die großen Bäume im Alfdorfer Schlosspark. Beim letzten Sturm ist ein Teil einer abgebrochenen Linde in einem privaten Garten gelandet. Schon einmal ist dort ein Baum auf einen Carport gedonnert.

Die Betroffenen, Werner und Gisela Brauer meinen, dass die Baumpflege im Schlosspark nicht richtig gewährleistet sei. Das Ehepaar fürchtet, dass auch das Haus beim nächsten Sturm gefährdet sein könnte. Gefahr bestehe auch für den benachbarten Schulweg in der Oberen Schlossstraße.

Bürgermeister spricht von regelmäßiger Gehölzpflege

Bürgermeister Michael Segan hat auf Anfrage unserer Zeitung zu der Situation mit den Bäumen im Schlosspark folgende Stellungnahme abgeben: „Wir haben durch einen Baumdoktor den Gesundheitszustand der Bäume im Schlosspark erfassen und aufgrund der Untersuchungsergebnisse einige Bäume im Schlosspark entfernen lassen. Regelmäßig machen wir bei allen Bäumen im Schlosspark durch ein Fachunternehmen Gehölzpflege. Im Übrigen ist bei dem Sturm am Sonntagabend kein Baum umgefallen. Vielmehr ist eine Linde in der Mitte abgebrochen, weil der Wind sie verdreht hat.“

Wer den Park im Stil eines Englischen Gartens angelegt hat und in welchen Jahren ist nicht bekannt. Vermutlich im 18. Jahrhundert, im Auftrag der Herren vom Holtz, in deren Besitz das Obere Schloss mit dem dazugehörigen Park bis 1986 war.

Bäume werden aus Verkehrssicherheitsgründen regelmäßig gepflegt

Die Gemeinde Alfdorf hatte im Sommer 2016 das Landschaftsbau-Unternehmen Holzwarth/Schweikhardt aus Althütte damit beauftragt, die Bäume im Alfdorfer Schlosspark zu pflegen. Unter Einsatz eines Kranwagens wurden die Baumriesen auf ihren Gesundheitszustand untersucht und, wenn nötig, von den Baumpflegern beschnitten. Diese Arbeiten lässt die Gemeinde Alfdorf aus Verkehrssicherheitsgründen regelmäßig durchführen.

„Wann fällt der nächste Baum um?“, fragen sich die Brauers

Werner Brauer (71) und seine Ehefrau Gisela (89) leben seit rund 30 Jahren in Alfdorf und fühlen sich hier wohl. Wenn sie zusammen mit ihren beiden Söhnen und den fünf Enkelkindern im Garten sitzen, geht der Blick immer wieder in Richtung der Bäume. Bisher sei nur Sachschaden entstanden. Das sei zwar nicht schön oder erfreulich, lasse sich aber über die Versicherung regeln. Doch wenn Sturmwind aufkommt, wächst die Angst bei Brauers. „Wann fällt der nächste Baum um?“


Im November 2016 fiel eine Esche

Es ist nicht zum ersten Mal, dass es im Schlossgarten bei starkem Wind Probleme mit den Bäumen gibt.

Im November 2016 stand in der Zeitung: Es war ein Schreck zur Mittagszeit, als an einem Sonntag eine Esche – mir nichts, dir nichts – im Schlosspark einfach umfiel. ,Gott sei Dank kam niemand zu schaden, als sie kippte‘, erinnerte sich Bürgermeister Segan. Es war wirklich Glück im Unglück, denn der Baum hätte auch auf ein Gebäude fallen können. Schließlich hatte er eine stattliche Höhe von 30 Metern. Doch er fiel in den Schlosspark.“

Grund für dieses Baumsterbens war das grassierende Eschentriebsterben. Der Blick auf den Baumstamm habe gezeigt, dass die Fäulnis sich wie ein hineingetriebener Keil in den Stamm gebohrt hatte.

Aufgrund dieses Vorfalls wurden alle Bäume unter die Lupe genommen und ein Kataster angelegt. „Einige Bäume mussten gefällt werden“, bedauerte seinerzeit Segan. Jetzt wurde mit der Nachpflanzung begonnen. Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Wilfried Klenk sowie Murrhardts Alt-Bürgermeister Ulrich Burr, der Vorsitzender der AG Wald Baden-Württemberg ist, griff der Alfdorfer Schultes im November 2016 zum Spaten. Eine Winterlinde, gespendet von Klenk, wurde gepflanzt. Klenk erinnerte daran, dass seit 1989 jeweils ein „Baum des Jahres“ ausgewählt wird.

Das Obere Schloss mit Park wurde 1602 vom Philipp von Neuhausen und Joachim Berchthold erbaut. Der Bau weist Elemente der Spätrenaissance auf und wird heute als Rathaus genutzt.

Das Obere Schloss mit Schlosspark gehörte einst der Familie vom Holtz. 1986 hat die Gemeinde das Gebäude erworben. Der dazugehörige Park, im Volksmund Schlossgarten genannt, bildet mit der Stephanuskirche, Torbogen, Pfarrhaus und Dorflinde einen zentralen Ortsmittelpunkt.

Die Freiherren vom Holtz sind seit 1628 in Alfdorf ansässig. Urkundlich ist die Familie bis zu den Anfängen des 14. Jahrhunderts zurückzuverfolgen. Die Freiherren vom Holtz sind inzwischen in der 13. Generation in Alfdorf ansässig.