Alfdorf

Viele haben Tränen gelacht

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Von links: Nathalie Oesterle, Anja Pfitzenmaier, Susanne Oesterle, Michael Schwenger und Klaus Höfer. © Habermann / ZVW
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Viel zu lachen gab es bei der Aufführung des Stücks Benimmstudio Häberle. © Habermann / ZVW

Alfdorf. „So viel Beifall wie dieses Mal haben wir in 25 Jahren nicht bekommen.“ Susanne Oesterle ist noch ganz im Glück nach zwei Aufführung des Jubiläumsstücks „Benimmstudio Häberle“. Bei dem Werk von Michael Henschke hat alles gepasst: Das Stück und die Schauspieler verschmolzen zu einem Ganzen.

Video: S'Reezer Theäterle - Benimmstudio Häberle

„Das ist ein Superstück“, sagt Susanne Oesterle. „Aber ganz ohne Lampenfieber geht es nicht, das gehört einfach dazu.“ Bereits im Mai waren die Rollen verteilt worden. Bis zu den Proben ab Juli sollte dann jeder den Text intus haben. Was noch nicht sitzt, wird bei den Proben, ein- bis zweimal die Woche, gelernt. Am Veranstaltungstag selber kommen die Schauspieler um 17 Uhr zusammen. Man zieht sich um, wird geschminkt und wiederholt noch einzelne Szenen. „Die drei Stunden bis zur Aufführung gehen wie im Flug vorbei.“

Die unterschiedlichsten Charaktere treten auf

Gutes Benehmen will gelernt sein. Wer es nicht beherrscht, geht ins Benimmstudio Häberle, wo die unterschiedlichsten Charaktere auftreten. Die Boulevard-Komödie ist voll Überraschungen und endet natürlich mit einem Happy End. Gleichwohl bleibt dem Zuschauer das Ende der Geschichte lange verborgen.

An zwei Abenden wurden zum Teil Tränen gelacht. Susanne Oesterle ist aufgefallen, dass zunehmend auch jüngere Zuschauer in solche Aufführungen kommen und ihren Spaß haben. Eine Entwicklung, die nicht nur für das Reezer Theäterle sehr erfreulich ist. Trotz oder gerade wegen des Internetangebots ist gute Live-Unterhaltung auf der Bühne offenbar wieder gefragt.

Hermann Häberle (gespielt von Michael Schwenger) ist der Besitzer des Benimmstudios, etwa 40 bis 45 Jahre alt, in seinem Verhalten aber recht jugendlich.

Bibbi Häberle (Nathalie Oesterle) ist seine Tochter, etwa 20 bis 22 Jahre alt, lebhaft, respektlos und manchmal rotzfrech.

Marianne Häberle (Elli Hudelmaier), seine etwa 70 Jahr alte Mutter, ist eine „resolute Beißzange“, die ihren Sohn sehr bemuttert. Die attraktive Carmen Rieker (Manuela Klenk), etwa 25 Jahre alt, tritt als Mitarbeiterin sehr klug und jugendlich auf.

Hausmeisterin Rosi Schlatterer (Anja Pfizenmaier) tritt etwas schrill in ihrem Äußeren auf, ist aber ansonsten gutmütig und hilfsbereit.

Der Italiener Enrico Racotti (Torsten Delfs) repariert den Computer, den die Oma zerlegt hat, nachdem das Gerät explodiert ist. Torsten Delfs ist zum Reezer Theäterle in diese Saison neu hinzugestoßen. Willibald Krisotzki (Bernd Weller) ist ein waschechter Berliner Baggerfahrer ohne Umgangsformen, aber gutmütig und lernwillig. Staatssekretär Dr. Franz Meierbeer (Klaus Höfer) behandelt die Menschen von oben herab mit einem Hang zum Pathos.

Susanne Oesterle selbst spielt Brunhilde Meierbeer, eine Frau mit einem Hang zum Alkohol. Kein Wunder bei dem Mann, der zu ihr gehört.

Gisela Weidenbach (Carina Kinzinger, neu beim Reezer Theäterle) ist eine Manta- Tussi aus dem dritten Stock, sehr schrill und äußerst aggressiv.

Genauso wichtig wie die Schauspieler auf der Bühne sind die Menschen hinter den Kulissen. Seit vielen Jahren hilft Gudrun Klenk aus, wenn eine Textstelle fehlt. Für die Maske ist seit Jahren Heinz Nothdurft verantwortlich, der in dieser Saison von Sonja Vester unterstützt wird.

Nach dem Schlussapplaus geht es nicht gleich zum Abschminken. „Bei uns ist es Tradition, dass die Schauspieler nach der Aufführung, so wie sie angezogen und geschminkt sind, durchs Publikum erst mal an die Bar gehen.“

Nach ein oder zwei Gläschen Sekt und vielen Gesprächen geht es dann wieder hinter die Bühne. Ein Teil des Publikums ist dann schon gegangen, der harte Kern bleibt noch ein Weilchen sitzen. So wird erst nach Mitternacht der Heimweg angetreten. Zu spät darf es auch nicht werden, wenn schon am nächsten Abend die nächste Aufführung ist.