Berglen

Bürgermeisterwahl Berglen: Holger Niederberger sagt im ZVW-Wahlgespräch über sich: "Ich bin kein Versprecher"

Wahlstudio Berglen
Im Wahlgespräch mit den Zeitungsredakteuren: Ulrich Werner, Katja Weidlich und Holger Niederberger (v.l.). © Benjamin Büttner

Schon wieder im Scheinwerferlicht gestanden sind die Bewerber fürs Bürgermeisteramt. Einen Tag nach der öffentlichen Kandidatenvorstellung der Gemeinde in der Sporthalle in Oppelsbohm, die ebenfalls gefilmt und im Internet übertragen wurde, stellten sie sich in einem Wahlgespräch der Winnender Zeitung den Fragen der Redakteure Tobias Klecker und Uwe Speiser. Während sie in der Sporthalle auf dem Podium allerdings unter dem gleißenden Licht der Scheinwerfer schwitzen mussten, war die Temperatur im dritten Stock des Zeitungsverlagsgebäudes in Waiblingen deutlich angenehmer. Zudem war der Ablauf dort bei weitem nicht so streng „getaktet“. Die Redezeit wurde nicht mit der Stoppuhr limitiert und nicht zuletzt waren die drei eingeladenen Bewerber alle gleichzeitig im Raum, nicht wie in Berglen einzeln, hintereinander. Man konnte also hören, was die anderen sagen, und damit auch darauf reagieren. Bei der Redezeit waren sie angehalten – und hielten sich auch daran –, keine ausufernden Monologe von sich zu geben, sondern sich kurz und möglichst konkret zu halten. Geplant war, dass zunächst jeder sich vorstellt, allerdings in einem deutlich kürzeren Zeitfenster als bei der Veranstaltung der Gemeinde, und dann Fragen kommen, und zwar sowohl welche an alle drei als auch speziell an Einzelne gerichtete, wobei es bei diesen auch um deren bisherige Aussagen im Wahlkampf ging.

Auf die Frage, ob er etwas anders gemacht hätte als Maximilian Friedrich, den er zuvor im Interview als sehr guten Bürgermeister bezeichnet hatte, entgegnete Holger Niederberger, das wahrscheinlich nicht „zu seiner Zeit“, aber jetzt sei der Punkt, wo man manches nicht mehr so machen müsse wie dieser damals. Jetzt müsse man sich „neue, alternative Wege überlegen“, was etwa Baugebiete angehe.

Ulrich Werner: Es hat auch Vorteile, wenn man von außerhalb kommt

Ulrich Werner hielt dem Eindruck, dass er in Interviews wie ein begeisterter Urlauber oder Wochenendausflügler wirke, wenn er über Berglen spreche, entgegen, dass es möglicherweise von Vorteil sei, wenn man die örtlichen Strukturen von außen, als Neutraler, betrachten kann. Das Amt sei ja natürlich eine Herausforderung, so Katja Weidlich zu ihrer fehlenden Verwaltungserfahrung, dem sie sich aber „über die Maßen gewachsen“ sehe. „Langsam, aber stetig wachsen“ wäre ihre Strategie im Amt, gegen die Wohnraumnot auch in Berglen, nämlich einzelne Straßen erweitern statt große Neubaugebiete auszuweisen, „im Einklang mit den Berglener Bürgern“.

Man sei da ja schon „halb in der Koalition“, so Niederberger dazu, er könne das „alles unterschreiben“, habe es ja selbst schon so gesagt. Die großen Baugebiete in den letzten Jahren, auch schon unter Friedrichs Vorgänger Wolfgang Schille in die Wege geleitet, seien notwendig gewesen, es gehe künftig aber nur noch um Arrondierungen, wie zum Beispiel in Hößlinswart, oder innerörtliche Nachverdichtungen.

Berglen habe sich seine Identität bewahrt, auch mit den neuen Gebieten, was jetzt noch geplant als Bauland sei, solle ausgeführt, abgewartet werden, dann sei aber eine Verschnaufpause fällig, so Ulrich Werner. Zu seinen Plänen für den Fall seiner Wahl befragt, verwies er auf die bereits bestehende gute Infrastruktur und die gute Wohnqualität: „Die Gemeinde hat da ja keine schlechte Arbeit geleistet. Sie ist gut aufgestellt, ist intakt.“ Aber man müsse nun gemeinsam mit dem Gemeinderat überlegen, „welche Schritte gehen wir jetzt priorisiert an“, etwa die Verkehrslärmsituation. Es brauche da nicht mehr den „großen Wurf“, es sei schon vieles umgesetzt. Auch er sei für „Abrundungen“, statt weiter große Wohngebiete auszuweisen.

Holger Niederberger zum Ärger über die Spielplatzbauverschiebung

Zum Verschieben des Spielplatzbaus im Neubaugebiet Hanfäcker in Rettersburg befragt, schlug Niederberger einen „Masterplan Spielplätze“ vor, nämlich sich alles, was es da bereits gibt, mal genauer anzuschauen. Es sei schon ein hoher Anspruch, dass in jedem Teilort „mit der und der Qualität“ einer sein müsse. Zum Unmut, ja Ärger, über eine Aussage von ihm im Zeitungsinterview verwies er darauf, dass ja beschlossen sei, dass der Spielplatz komme. „Aber er kommt einfach eben etwas später.“ Die Finanzen der Gemeinde seien einfach nicht so, „dass man alles, was man sich vorgenommen hat zu planen, auch so direkt umsetzen kann“. Die Gemeinde Berglen werde in den nächsten Jahren „sehr viel Geld unter die Erde buddeln müssen“, für die Versorgungssicherheit in Berglen. „Dann muss ein Spielplatz auch mal einige Monate warten können.“ Der „Versprecher“ sei er im Wahlkampf schon gar nicht, betonte Niederberger.

Katja Weidlich: Den Jugendlichen fehlt ein Ansprechpartner

„Ein Platz für Jugendliche unbedingt“, so Kaja Weidlich dazu, ob denn aus ihrer Sicht nicht etwas „fehlt“ in Berglen, wenn sie sage, es geht vor allem darum, künftig das Bestehende zu pflegen. Zu seiner Aussage, der „Einklang“ in Berglen, Stichwort Wachstum, habe in den letzten Jahren „etwas gelitten“, verwies Niederberger darauf, dass man bei den großen Baugebieten, etwa in Rettersburg, „mitten drin“ sei, der Ort verdopple sich bei der Einwohnerzahl erneut. Er werde im Wahlkampf ständig zu dem Thema angesprochen. „Aber die Leute, die hierhergezogen sind, das werden alle auch echte Berglener.“ Dazu werde er, im Falle seiner Wahl, als Bürgermeister gefordert sein, auch einen Beitrag leisten, nämlich wieder Möglichkeiten zu schaffen, sich zu treffen. In Berglen sei Integration ohnehin noch nie ein Problem gewesen.

Apropos Integration und Jugendliche: Sein Vorschlag sei da ein Jugendgemeinderat, so Niederberger. Es sei nötig, die Jugend wieder „aufzumuntern“, ihnen zuzuhören, daran habe es in den vergangenen Jahren oft etwas gefehlt, ergänzte Katja Weidlich.

Alle einig: Aus Oppelsbohm könnte man noch mehr machen

Die Abschlussfrage, ob sie denn die Tradition der jährlichen Bürgerversammlung in Berglen, mit Rechenschaftsbericht und Aussprache, Fragen der Bürger, weiterführen würden, sollten sie gewählt werden, kam von allen drei Bewerbern ein klares Bekenntnis dazu. Es sei aber ganz wichtig, auch „unterjährig das Ohr an den Leuten zu haben“, so Werner. Wenn man „seinen Laden im Griff“habe, gebe es ja bei solchen Veranstaltungen gar nicht so viele Überraschungen, so Katja Weidlich dazu, wie sie dazu stehe, dass bei solchen Versammlungen teilweise auch „ungewöhnliche“ Aussagen und Fragen kommen. Nur „die eine“ Bürgerversammlung im Jahr reiche nicht, wenn es nach ihm gehe, so Niederberger. Es gebe auch kleinere Formate, wo man wirklich diskutieren könne, man werde allerdings zeitbedingt sicher keine 21 Ortschaftsversammlungen machen können.

Noch in einem waren sich die Bewerber einig: dass es im Hauptort Oppelsbohm noch „Luft nach oben“ gibt, um die Ortsmitte dort zu beleben, attraktiver zu machen. Wettbewerb unter ihnen ist eher bei der Frage, von wem eigentlich welche Idee dazu stammt.

Schon wieder im Scheinwerferlicht gestanden sind die Bewerber fürs Bürgermeisteramt. Einen Tag nach der öffentlichen Kandidatenvorstellung der Gemeinde in der Sporthalle in Oppelsbohm, die ebenfalls gefilmt und im Internet übertragen wurde, stellten sie sich in einem Wahlgespräch der Winnender Zeitung den Fragen der Redakteure Tobias Klecker und Uwe Speiser. Während sie in der Sporthalle auf dem Podium allerdings unter dem gleißenden Licht der Scheinwerfer schwitzen mussten, war die

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