Berglen

Bürgermeisterwahl in Berglen: Die weitere Digitalisierung und Investitionen in die Infrastruktur stehen beim einzigen Kandidaten, Amtsinhaber Maximilian Friedrich, ganz oben auf der Agenda

Hößlinswart Neubaugebiet
Das Gebiet „Unterer Hohenrain“ in Hößlinswart wird derzeit erschlossen. Foto: Büttner © Benjamin Büttner

Digitalisierung sei ein „Überthema“, so Maximilian Friedrich auf die Frage, was aus seiner Sicht in den nächsten acht Jahren, mit größter Wahrscheinlichkeit seiner zweiten Amtsperiode, so er sie dort zu Ende bringt, in Berglen ansteht. Friedrich meint dies offenbar in doppelter Hinsicht. Zum einen, dass das Thema ein beherrschendes in der ersten Amtsperiode war und es auch in der zweiten bleiben wird. Zum anderen sieht er in ihr eine „Revolution“, die in den Auswirkungen auf alle Lebensbereiche jedes Einzelnen der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert vergleichbar sei, „auch wenn das viele noch gar nicht so wahrnehmen“.

Friedrich gibt sich mit dem erreichten Stand des Breitbandausbaus in Berglen ausdrücklich nicht zufrieden. Er betont die Vorteile kurzer Wege, die Erleichterung bei vielem, „ich sehe das bei mir selbst“. Es sei frustrierend, dass die baltischen Länder „es uns da vormachen“. Oder dass die freie Wirtschaft darin der öffentlichen Verwaltung voraus sei. Längst hat die Gemeinde wie alle anderen eine eigene Website, präsentiert sich im Internet, wobei der Auftritt jüngst erneuert wurde. Seit kurzem hat die Gemeinde außerdem auch eigene Accounts auf Facebook und Instagram, von Friedrich "selbst bespielt". Noch in diesem Jahr, so ist das Ziel, soll eine eigene App hinzukommen.

Weitere Ortskernsanierungen in Bretzenacker und Kottweil

Das zweite „Überthema“ umschreibt Friedrich mit „Infrastruktur“ und zählt darunter den geplanten Neubau des Bauhofs im Gewerbegebiet Erlenhof auf (mit dort integriertem Wasserwerk), die Fortsetzung der Sanierung der Nachbarschaftsschule in Oppelsbohm, den Neubau einer Kindertagesstätte im Neubaugebiet Hanfäcker in Rettersburg (in Kombination mit dem Bau günstiger Mietwohnungen), die Sanierung weiterer Liegenschaften, von denen die Flächengemeinde Berglen mit ihren rund 20 Teilorten über 100 hat, die Fortsetzung der Ortskernsanierungen, in Bretzenacker, Kottweil, Reichenbach und Streich, das geplante Spiel- und Freizeitgelände beim Feuerwehrhaus in Steinach, das durch seine Größe und Ausstattung aber für ganz Berglen sein soll, die Aufwertung des Pausenhofs der Grundschule in Steinach.

Zur Infrastruktur gehört auch, dass weiter neuer Wohnraum geschaffen wird. Dies setzt die fortgesetzte Ausweisung und Erschließung von Neubaugebieten voraus. Mit deren Forcierung hat sich Friedrich in Berglen nicht nur Freunde gemacht, sich davon aber nicht bremsen oder gar stoppen lassen, wobei ihm da der Gemeinderat bis auf vereinzelte kritische Stimmen nicht in den Arm gefallen ist. Und es geht weiter, vorerst auf jeden Fall: In Hößlinswart wird gerade eine kleinere Abrundung erschlossen, in Steinach ist eine größere am Ortsrand Richtung Kottweil geplant.

Es gehe da auch um neuen Wohnraum in Form von Geschosswohnungsbau für zwei Zielgruppen,  beteuert Friedrich: Ältere, die sich wohnungsmäßig verkleinern wollen, und Singles. Dass es in dem Tempo, das mancher als zu hoch kritisiert, nicht weitergehen wird und kann, weiß aber auch er. Der Flächennutzungsplan gibt das nicht mehr her, und seine Fortschreibung, die in absehbarer Zeit ansteht, dürfte Berglen eher Grenzen aufzeigen. Friedrich hält den Kritikern den nach wie vor sehr geringen Anteil der besiedelten Fläche am gesamten Gemeindegebiet entgegen und dass aktuell, auch nach der Wohnbauoffensive des vergangenen Jahrzehnts, Berglen nur etwa 200 Einwohner mehr hat als 2004. Es sind nämlich auch Leute aus dem nach wie vor landschaftlich reizvollen Berglen weggezogen, selbst wenn das schwer zu glauben ist. Die Prognosen sagten im Übrigen allerorten Einwohnerzuwächse voraus, selbst im Schwarzwald oder im Oberland, so Friedrich weiter. Er betont zudem, dass auch innerörtlich zusätzlicher Wohnraum geschaffen wurde, nämlich über 50 Baulücken geschlossen wurden, der Zuwachs sei also nicht ausschließlich auf Kosten des Außenbereichs erfolgt.

Spannend dürfte werden, ob es tatsächlich gelingt, Friedrich hat es in Aussicht gestellt, nach Berglen einen Kinderarzt zu holen. Auch die Ausweitung des Winnender Drei-Euro-Tagestickets beim ÖPNV nach Berglen nennt er als Ziel für seine zweite Amtsperiode, ferner den Umbau der historischen Kelter in Streich zu einem Treffpunkt für die Bürger mit bürgerschaftlichem Engagement (der Dorfgemeinschaft).

Kläranlage: Weiter sanieren oder das Abwasser nach Weiler zum Stein

Entschieden werden muss, ob und wie es mit der Kläranlage der Gemeinde am Erlenhof weitergeht: weiter Geld in deren Sanierung und Modernisierung investieren oder Anschluss an die Kläranlage Buchenbachtal bei Weiler zum Stein, also eine interkommunale Kooperation bei der Abwasserentsorgung zusammen mit Leutenbach und Winnenden. Wobei auch dafür die Gemeinde erst mal viel Geld in die Hand nehmen müsste.

Digitalisierung sei ein „Überthema“, so Maximilian Friedrich auf die Frage, was aus seiner Sicht in den nächsten acht Jahren, mit größter Wahrscheinlichkeit seiner zweiten Amtsperiode, so er sie dort zu Ende bringt, in Berglen ansteht. Friedrich meint dies offenbar in doppelter Hinsicht. Zum einen, dass das Thema ein beherrschendes in der ersten Amtsperiode war und es auch in der zweiten bleiben wird. Zum anderen sieht er in ihr eine „Revolution“, die in den Auswirkungen auf alle

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